Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 05/2017, 25.05.2017

Digitaler Zwilling für die Hochleistungsmontage

Auf die Hannover Messe hin startete Schunk die Digitalisierung seines Greifsystem- programms. Damit wird der Weg frei zur virtuellen Inbetriebnahme und Simulation kompletter Handhabungslösungen inklusive Greifer.

(msc) Geht es nach Schunk, dann werden Konstrukteure schon bald in der Lage sein, komplette Montageanlagen im dreidimensionalen Raum zu simulieren und den ganzen Engineeringprozess vom Konzept über Mechanik, Elektrik und Software bis zur Inbetriebnahme virtuell abzubilden.

Gelingen soll dies mithilfe des «Mechatronics Concept Designer» von Siemens' PLM-Software und mit digitalen Zwillingen von Schunk. An die Stelle des klassischen CAD-Hüllenmodells tritt dabei ein detailreiches digitales Abbild der einzelnen Komponenten, das deren vollständige Funktionalität enthält. Der digitale Zwilling umfasst zum einen das CAD-Volumenmodell mit allen geometrischen Daten zur Modellierung in Siemens «NX», CAE-Daten (Eplan) und ein kinematisches Verhaltensmodell, in dem Hub, Aus- und Einfahrgeschwindigkeit, Beschleunigung, Ruck, Nennkraft und Masse hinterlegt sind. Zusätzlich will Schunk seine digitalen Zwillinge in einem zweiten Schritt künftig um diverse SPS-Bausteine zur virtuellen Inbetriebnahme erweitern.

Anwender sollen dank dem integrierten Engineering eine signifikante Verkürzung der Projektlaufzeit, eine schnellere Inbetriebnahme und bei wiederholter Realisierung ähnlicher Anlagen deutliche Rationalisierungseffekte realisieren können. Alle Planungsschritte von der Berechnung der Taktzeiten über die Auslegung der Komponenten hinsichtlich Verfahrweg und Hub sowie der Kollisionsberechnung können von der Engineering-Software virtuell abgedeckt werden. Allein bei der Engineering-Zeit sollen Einsparungen von 30 Prozent möglich sein. Anstatt wie üblich erst nach dem physischen Aufbau der Anlage mit der Programmierung zu beginnen, lassen sich mit dem virtuellen Modell sämtliche Einzelprozesse im Vorfeld systematisch aufeinander abstimmen, programmieren und in Form relativer Wenn-Dann-Regeln optimieren.

Das virtuelle Modell bildet die Grundlage für die Nachverfolgung und Echtzeitsteuerung in der laufenden Produktion. Im ersten Schritt digitalisiert Schunk die Parallelgreifer «EGP» und «EGL», die Linear­module «ELP», die Greif-Schwenk-Module «EGS» und die Drehmodule «ERS».


Schunk Intec AG
8307 Effretikon, Tel. 052 354 31 11
info@ch.schunk.com

Die mechatronischen Module aus dem 24-V-Programm von Schunk gibt es nun auch als digitale Zwillinge für die virtuelle Simulation von Montageanlagen. (Bild: Schunk)