Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 05/2017, 26.05.2017

Zentral auf intelligente Feldgeräte zugreifen

Die Firma Archroma, ein global aufgestelltes Unternehmen mit Hauptsitz in Reinach, Baselland, bietet für die Bereiche Textil, Papier und Emulsion ein breites Spektrum an Produkten und Lösungen. In ihren Produktionwerken setzt man in der Automatisierung auf das Fieldgate «SFG 500» von Endress+Hauser als Schnittstelle zwischen Ehternet und Porfibus DP.

(msc) Im Industriepark Gendorf stellt die Archroma Germany GmbH spezielle Produkte aus dem Bereich Fluortelomere her. Aus dem Rohstoff Tetrafluorethylen, entstehen massgeschneiderte Polyacrylate und Polyurethane, die unter anderem in der Beschichtung von Textilien, Papier oder Leder eingesetzt werden.

Udo Engl ist für einen reibungslosen Anlagenbetrieb und damit für die Überwachung und Instandsetzung der verbauten Instrumentierung verantwortlich, die unter herausfordernden Prozessbedingungen zum Einsatz kommt.

«Die verbauten Assets – speziell die Komponenten auf der Feldinstrumentierungsseite – tun ihren Dienst über lange Zeit tadellos. Kommt es jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu einem Problem, hilft meist nur der pragmatische Einsatz vor Ort, um die Situation näher zu bewerten oder entsprechende Massnahmen wie einen Gerätetausch einzuleiten» erklärt Engl.

Der Verantwortungsbereich in der Instandhaltung hat sich in den letzten Jahren speziell in verfahrenstechnischen Anlagen der chemischen Industrie stetig erweitert. Dies hat Auswirkungen auf Maintenance-Aktivitäten, die oft einen direkten Zugriff auf die verbaute Instrumentierung voraussetzen. Genau dieses Szenario, nämlich der «direkte», vielmehr der «zentrale» Zugriff auf alle verbauten Hart- und Profibus-Instrumente im Feld, ist gemäss Engl eine wichtige Voraussetzung, um Instandhaltungsaktivitäten zu vereinfachen.

Die meisten Automatisierungsinfrastrukturen sind bei Archroma in Gendorf aus Sicht der Maintenance durchgängig was den Zugriff auf Hart- und Profibus-Sensorik und -Aktorik betrifft. Vor fünf Jahren entschloss man sich, über mehrere zentrale Bedienstationen die einzelnen Feldgeräte über eine verschachtelte Profibus-Ethernet-Infrastruktur zu bedienen. Da bestehende Automatisierungstopologien bereits den Einsatz von Ethernet-Profibusgateways begünstigten, fiel dieser Entschluss leicht.

So wird das Gateway vom Typ SFG 500 von Endress+Hauser in Kombination mit FieldCare verwendet, um über Hart-fähige dezentrale Remote-I/O-Baugruppen zentral auf Feldgeräte zuzugreifen. Parallel kommt auch eine DP/PA-Link-Infrastruktur von Siemens zum Einsatz, welche die selben Idealvoraussetzungen erfüllt, um diesen zentralen Gerätezugriff über FieldCare zu realisieren.

Damit fallen Begehungen in der Anlage zu Messstellen oft weg – ein entscheidender Vorteil, wenn es um Instrumente geht, welche in explosionsgefährdeten Zonen verbaut sind und für die normalerweise eine «Feuerfreigabe» Pflicht ist, um überhaupt eine elektrische Verbindung vor Ort aufbauen zu dürfen.

Die hohe Anwenderakzeptanz auf Basis des SFG 500-Lösungsansatzes ist nicht nur den etablierten Standards wie Profibus und Ethernet zu verdanken, die den Einstieg für den Normalanwender auf den zentralen Gerätezugriff geebnet haben sondern auch kleinen Zusatzfeatures: Die Komponente lässt sich ohne Rückwirkung auf eine laufende SPS in ein bestehendes System integrieren, eine Webvisualisierung inklusive der Messwert- und Diagnosefaceplates der detektierten Feldgeräte am Bus ist ohne Engineeringaufwand enthalten und die Gatewaymodule sind in ihrem IP-Bereich und über ihre DP-Adressierung kaskadierbar. Zudem wird die Gerätediagnose bereits in Richtung Condition-Monitoring-Anforderungen hinsichtlich Namur NE 107 herstellerübergreifend als Grafik und als Klartext visualisiert.

Das neue Ethernet Profibus-Gateway SFG 500 ist in Kombination mit der Asset-Health-Funktion in der Lage, den Weg zwischen der Gerätediagnose im Feld und dem Ethernet zu ebnen. Das Gerät ist bestückt mit einer SD-Karte und der dazugehörigen Asset Library. So können Instandhalter sämtliche Diagnosemeldungen der in der Anlage verbauten Feldgeräte auf einer Webseite ansehen, die Diagnose-Visualisierungsseite auf der Browseroberfläche ist sozusagen der Spiegel des Gerätedisplays. Die Gerätezustandsinformationen können genau zu dem Zeitpunkt, an dem sie benötigt werden zentral auf einem separaten Asset-Management-System erfasst und Namur NE107 konform visualisiert werden.

Im Zuge der fortschreitenden Vernetzung der Instrumentierung in übergeordnete Systeme greift der zentrale Maintenance-Server mit FieldCare auf zusätzliche Datenbankinformationen in W@M zu. W@M (web enabled asset Management) ist ein Endress+Hauser-Portal, das kundenspezifisch alle relevanten Informationen zur verbauten E+H-Messtechnik in der Anlage zur Verfügung stellt. So kann über die Anlagenansicht von FieldCare tagespezifisch auf Betriebs- und Montageanleitungen, Sicherheitshinweise, Baumusterprüfungen, Materialzertifikate, Kalibrierprotokolle und sogar gerätespezifische Parametereinstellungen aus der Inbetriebnahmephase zugegriffen werden.

«Ein entscheidender Vorteil», erläutert Udo Engl, «da mitunter die Feldgeräte einen spürbaren Einfluss auf das Instandsetzungsrisiko der Gesamtanlage haben.»

Archroma Management LLC 4153 Reinach, Tel. 061 716 34 01 www.archroma.com/


Endress+Hauser (Schweiz) AG
4153 Reinach, Tel. 061 715 75 75
info@ch.endress.com

In der Automatisierungstopologie bewährt sich das Fieldgate SFG 500 als ideale Schnittstelle zwischen Ethernet und Profibus DP. (Bilder: Endress+Hauser)


Das SFG 500 mit integriertem Web-Server und adaptiver Profibus-Master Klasse 2 für die Kommunikation mit intelligenten Feldgeräten.