Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2017, 15.06.2017

Komplexe Formen – per Mausklick messen

Mit den steigenden Qualitätsanforderungen in der Automobilindustrie wird es immer wichtiger, von Beginn der Prozesskette weg die Qualitätsmerkmale genauestens zu überwachen. Dazu setzt die Sammer Modell- und Formenbau GmbH auf die Messsoftware «FormControl» von Blum-Novotest. Sie ermöglicht die vollständige Werkstückkontrolle in einer Aufspannung.

Die Sammer Modell- und Formenbau GmbH aus dem österreichischen Eugendorf zählt Unternehmen wie BMW oder AVL zu ihren Kunden. Für sie fertigt man Grossteilformen wie Zylinderköpfe, Kurbel- und Getriebegehäuse. Jedes gefräste Teil wird im Bearbeitungszentrum mit der Messsoftware «FormControl» von Blum-Novotest vermessen, die auf sieben 3-Achs- und 5-Achsbearbeitungszentren installiert ist. Dabei werden Freiformflächen, Bohrungen, Winkel oder Abstände gemessen.

«Ein grosser Vorteil der Software ist, dass wir noch in der Originalaufspannung im Bearbeitungszentrum unsere Werkstücke messen können. Das spart viel Zeit, da wir bei Bedarf sofort nacharbeiten können», erklärt der Fertigungsleiter Johann Pucher. «Der zeitintensive Ablauf von früher – abspannen, Transport zur Messmaschine, messen, wieder aufspannen, ausrichten, nacharbeiten – ist Geschichte.»

Enge Toleranzen von fünf Hundertstel sind bei Sammer an der Tagesordnung. Um diese einhalten zu können, bietet die Messsoftware FormControl das ideale Gesamtpaket. Jeder Mitarbeiter in der Produktion konstruiert, bearbeitet und vermisst jedes Bauteil selbst. Erst werden die CAD-Daten in die Messsoftware eingelesen. Dort können die Messpunkte optimiert und per Mausklick am PC hinzugefügt oder verschoben werden. Die automatische Kollisionskontrolle am PC verhindert Zusammenstösse zwischen Werkstück und Messtaster. Dann wird das NC-Programm an die Steuerung übertragen und der Messablauf gestartet. Nach der Messung werden die Ergebnisse auf den PC zurückgeführt. Farbige Messpunkte kennzeichnen Toleranzabweichungen, die über Farbverläufe erkennbar sind. Am Ende kann ein Messprotokoll exportiert werden, in dem die einzelnen Messpunkte in tabellarischer Form dargestellt sind.

Dank FormControl können die Österreicher die Qualität der gefrästen Werkstücke nachweisen: Denn wenn früher ein Fehler im Giessprozess des Kunden aufgetreten ist, wurde die Form an Sammer zur Nacharbeit zurückgesendet. Heute dagegen hat der Modell- und Formenbauer mit dem Messprotokoll ein Dokument, das die Qualität der gefrästen Formen belegt. Daher ist das Protokoll mittlerweile unumgänglich; nicht zuletzt, weil es von einigen Kunden auch gefordert wird. Um im Nachhinein auf Anfragen reagieren zu können, wird in Eugendorf für jedes gefräste Werkstück ein Protokoll erstellt und gespeichert.

Trotz höchster Schnittgeschwindigkeiten befinden sich manche Kunststoffformen bis zu 50 Stunden zur Fräsbearbeitung im Bearbeitungszentrum. Solche Bauteile sind allein schon durch die lange Maschinenlaufzeit sehr teuer. Da gilt es zwingend, Bearbeitungsfehler zu vermeiden. Bei grossen Bauteilen kommen schnell über 100 Messpunkte zusammen, an denen gemessen wird. Im Falle von sehr eng tolerierten Massen setzen die Österreicher zusäztliche Punkte von Hand, um sich abzusichern.

Im Kunststoffbereich werden bis zu acht Formen pro Tag gefertigt. Die Kosten sind sehr unterschiedlich, da die Spezialisten von Sammer nicht nur Fräsdaten erhalten und fräsen, sondern oftmals die CAD-Daten aufbereiten, Teile konstruieren, fräsen und manchmal auch noch Schlitzdüsen, Auswerfer- oder Schiesssysteme fertigen und montieren. Es ist also zwingend nötig, sich bei so hohem Aufwand und den damit verbundenen Kosten abzusichern und die Qualität zu überwachen. Nicht zuletzt deswegen hat sich FormControl seit 2010 beim Modell- und Formenbauer absolut bewährt. Vor allem die einfache Bedienbarkeit der Software weiss zu beeindrucken. «Ich beherrschte die Software nach nur einem halben Tag Schulung und konnte anschliessend meinen Kollegen den Umgang mit ihr problemlos beibringen», zieht Johann Pucher ein positives Fazit. «Mit dem Service im Allgemeinen und der ganzen Zusammenarbeit mit Blum im Besonderen sind wir ebenfalls hochzufrieden.» (msc)

Sammer Modell- und Formenbau GmbH
AT-5301 Eugendorf, Tel. +43 6225 8239
modellbau-sammer@speed.at
Blum-Novotest GmbH
2543 Lengnau, Tel. 032 653 77 11
r.gasser@blum-novotest.com



Die grafische Darstellung des Werkstücks führt zu einer schnellen und einfachen Beurteilung der Bauteilqualität. (Bilder: Blum)


Der Infrarot-Messtaster «TC 50» von Blum-Novotest erlaubt eine blitzschnelle Messung der komplexen Formen.