Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2017, 15.06.2017

Mehr Maschinen- – stunden pro Mitarbeiter

Um die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, setzt die Jossi AG aus Islikon auf Automatisierung: Sie arbeitet in ihrer mechanischen Fertigung unter anderem mit einem Robotsystem und der Spanntechnik von Erowa.

Das typisch schweizerische, mittelständische Familienunternehmen Jossi ist seit fast 60 Jahren am Markt. Es hat sich auf Fertigungsdienstleistungen spezialisiert. Heute gehören schwerpunktmässig Komponenten, Baugruppen und Systeme aus der Medizintechnik zum operativen Geschäft. Bei der Jossi AG Systembau sind es in erster Linie die Entwicklungen und der Bau von Systemen für Kunden aus dem Bereich der Medizin- und Labortechnik.

Der Maschinenpark der mechanischen Fertigung in Islikon umfasst unter anderem zwei Hermle-BAZ, mit denen Fräsarbeiten im 5-Achsbereich realisiert werden. Um den Maschinenpark auszulasten, hat man Bearbeitungsprozesse automatisieren müssen, sagt Peter Hoelzel, Leiter Produktion der Jossi AG Systembau: «Wir haben dazu klare Vorgaben erhalten: 1,7 Maschinenstunden müssen mit einem Mitarbeiter herauskommen». Deshalb hat man sich entschieden, eine Hermle «C 40 U», mit einer Automatisierungslösung der Erowa AG auszustatten.

Diese besteht aus einem «Robot Compact»-System, bietet in der Jossi-Konfiguration 36 Palettenplätze für vorgerüstete Werkstücke und erlaubt es, die geforderte Aufgabenstellung umzusetzen. «Wir haben zum Beispiel einen Auftrag, der bei Vollbestückung des Robot Compact 13,5 Stunden läuft. Dies erschliesst uns viele Maschinenlaufstunden ohne Mitarbeitereingriff», bemerkt Peter Hoelzel zufrieden. Von der konstruktiven Auslegung könnte das Handlingsgerät sogar noch ein zweites Hermle-BAZ mit bedienen.

Heute zeigen sich die Beteiligten zufrieden mit der gefundenen Lösung. Sie erlaubt sowohl das mannlose Abarbeiten von Aufträgen wie auch flexibles Arbeiten, bei dem der Maschinenbediener das Rüsten übernimmt. Der Robot Compact mit seiner Grundfläche von 2 m² gleitet auf in den Boden eingelassenen Metallschienen und lässt sich so leicht verschieben. Das Handling übernimmt die integrierte X-Achse mit einer maximalen Reichweite von 1200 mm. Das Handlinggewicht beträgt 30 kg. Im Fall von Jossi wurde das Automatisierungssystem so konfiguriert, dass sich 30 Paletten vom Typ «ITS 148» und sechs Stück «PowerChuck 210» – beide von Erowa – einsetzen lassen. Als Schnittstelle zwischen Maschinentisch und Palette dient ein Erowa-Kombispannfutter «ProductionChuck 210» für beide Palettengrössen.

Die Repetiergenauigkeit der Werkstückträger liegt bei 0,002 mm. In die Paletten integrierte Chips rufen die für das Werkstück benötigten Bearbeitungsdaten und Platzzuweisungen im Magazin beziehungsweise die Fertigungsprogramme ab. Das Datenhandling übernimmt das Prozessleitsystem «Erowa Manufacturing Control». Ein weiterer Punkt, der für den Einsatz des Robot Compact mit dieser Spannmittelkonfiguration sprach, war die Möglichkeit, auch Einzelteile und Kleinserien automatisiert über das BAZ laufen zu lassen. Abgerundet werden die Rationalisierungseffekte dieser Automationslösung durch den Einsatz von über zehn Zentrumspanner von Erowa mit integrierter Palette mit P-Zentrierung. (msc)

Jossi AG
8546 Islikon, Tel. 052 369 22 00
info@jossi.ch
Erowa AG
6233 Büron, Tel. 041 935 11 11
info@erowa.com
EPHJ/EPMT/SMT Stand E98



Die Erowa-Schnittstelle für die Palettensysteme «PowerChuck» ermöglicht den automatisierten Werkstückwechsel.