Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Ausgabe 08/2017, 17.08.2017

Vernetzt, automatisiert und flexibel

Die «Competence Days» markieren für Bystronic den grössten Inhouse-Event. In diesem Jahr machten sich über 1000 geladene Gäste aus der ganzen Welt nach Niederönz auf, um sich vom 12. bis 23. Juni über die Neuheiten aus den Bereichen Software, Schneiden, Biegen, Automatisierung und Digitalisierung zu informieren. Die «Technische Rundschau» mischte sich ebenfalls unter die illustre Gästeschar.

Integrierte Automation, flexible Prozesse und vernetzte Fertigung: So lauteten die Schlagworte, die für Bystronic die Zukunft der Blechbe- und -verarbeitung repräsentieren. Wohin die Reise geht und welche Tools und Anlagen dafür notwendig sind, zeigte der Schweizer Blechspezialist im Rahmen der Competence Days am Hauptstandort in Niederönz.

Es waren etliche Exponate, darunter auch viele Neuheiten, die in den Hallen auf die Besucher aus aller Welt warteten, um ausgiebig bestaunt, getestet und mit kritischen Fragen konfrontiert zu werden:

  • Die Laserschneidmaschine «ByStar Fiber» mit 10 kW-Laser und neuer Drehachse für die Rohrbearbeitung.
  • Das Automationssystem «ByTrans Cross» für das Be- und Entladen von Laserschneidanlagen. 
  • Die neue Abkantmaschine «Xpert 80» als Erweiterung der Xpert 40 mit optimierter Antriebssteuerung «ByMotion».
  • Die Biegemaschine «Xact», das Einstiegsmodell ins Abkanten.
  • Die «Mobile Bending Cell» als kompakte und mobile Automationslösung für das Biegen. 
  • Das neue Bystronic MES, eine MES-Lösung zugeschnitten auf die Blechfertigung, um die Produktion vom Auftragseingang bis zum fertigen Produkt planen, überwachen und steuern zu können.
  • Die App «ByCockpit», um Prozessdaten auszuwerten und zu visualisieren.

Werfen wir gleich einen Blick auf diese App. Mit ByCockpit hat Bystronic eine neue Software entwickelt, um Qualität, Zeit und Kosten einer Produktion transparent zu machen, damit der Anwender seine Prozesse einfacher optimieren kann. Für die Entwicklung der App haben sich die IT-Spezialisten von Bystronic deshalb bei Blechfertigern sehr genau umgeschaut.

Die wichtigste Frage dabei war: «Wie holen Anwender Informationen aus ihren Maschinen, um ihre Produktion zu analysieren und zu verbessern?» Das Ergebnis: Für viele Blechfertiger ist es umständlich, Daten aus ihren Maschinensystemen zu bekommen und diese anschliessend in brauchbare Informationen zu übersetzen. Die Lösung: Nach dem Start von ByCockpit steht eine Auswahl von rund 30 Widgets zur Verfügung. Nutzer können zwischen vordefinierten Übersichten und einer Favoriten-Übersicht wechseln. Im Favoriten-Modus kann die Ansicht individuell konfiguriert werden. Per Drag-and-drop stellt man sich dann die gewünschte Übersicht aus verschiedenen Widgets zu den einzelnen Maschinensystemen zusammen.

Visualisierung der Gesamtanlageneffektivität

Beispiel gefällig? Dann werfen wir einen Blick auf das «Sunburst»-Widget. Ein Kreisdiagramm präsentiert den Zustand der gesamten Fertigung auf einen Blick. Grüne Balken markieren Maschinen, die aktuell produzieren. Rote Balken zeigen Maschinen im Stillstand. Und blaue Balken fassen alle Systeme zusammen, die in einer Fertigungslinie vernetzt sind.

Mit einem Klick wechseln Nutzer dann in die Übersicht für den Prozessschritt «Laserschneiden». Hier informiert die Status-Ansicht darüber, mit wie viel Kilowatt das Laserschneidsystem arbeitet, wie lange es insgesamt im Einsatz ist und ob der nächste Service eingeplant werden muss. Ein weiterer Klick liefert den Wert zur Gesamtanlageneffektivität (OEE). Der Wert ergibt sich aus den Faktoren Maschinenverfügbarkeit, Teileausstoss und Qualität der Schneidteile. Zusätzlich bietet das OEE-Widget einen direkten Vergleich zu früheren Produktionszyklen.

Jenseits dieser Softwareoffensive hat Bystronic viel Aufwand betrieben, um seine Anlagen noch effektiver zu machen. So spendierte man der High-End-Laserschneidmaschine ByStar Fiber eine neue Drehachse fürs Rohrschneiden. Damit sollen die Anwender mit wenigen Handgriffen vom Flachbettlaserschneiden auf die Rohrbearbeitung wechseln können.

In der Standardversion können Rohre mit einem Umkreisdurchmesser von 30 bis zu 315 mm in verschiedenen Längen verarbeitet werden. Die ByStar Fiber wird dazu beim Neukauf mit einer integrierten Drehachse ausgerüstet. Die zu bearbeitenden Rohre führen Bediener durch eine seitliche Öffnung im Maschinengehäuse oder direkt durch die längsseitig geöffnete Schiebetür zu.

Durch den längsseitigen Zugang des Schneidbereiches über die Schiebetür haben Bediener jederzeit vollen Zugriff auf die zu bearbeitenden Werkstücke. Das erleichtert einerseits das Einrichten der Rohrbearbeitung und andererseits das schnelle Herausnehmen fertiger Werkstücke. Im Standardlieferumfang enthalten ist das Software-Modul «TubeCutting». Es erweitert die Programmiersoftware «BySoft 7». Damit konstruieren Anwender Teile für ihre Rohrbearbeitung, lesen bestehende CAD-Daten ein und bearbeiten diese. Das intuitive Software-Design verspricht ein einfaches Erstellen der Schneidpläne.

Für die Bearbeitung von längeren Rohren bietet ­Bystronic mit der Drehachsenbox eine mobile Erweiterung an. Diese Box wird einfach an die Laserschneidanlage angekoppelt. So können Rohre von bis zu 3 m Länge über die seitliche Öffnung im Maschinengehäuse zugeführt und bearbeitet werden. Die Drehachsenbox ermöglicht die exakte Positionierung langer Rohre und bietet eine sichere Abschirmung der Laserstrahlung. Wird sie nicht benötigt, koppelt der Maschinenbediener sie in wenigen Handgriffen wieder ab.

Ein weiterer Hingucker bei den diesjährigen Competence Days war die neue Abkantpresse Xpert 80. Sie ist die Erweiterung der Xpert 40 nach oben und bietet im Vergleich mehr Kraft für vielfältige Biegeteile, mehr Biegelänge für komplexe Einzelteile und grosse Serien sowie mehr Dynamik für schnelle Biegeabläufe. Dadurch erhöht sich das Anwendungsspektrum. Nicht umsonst sagt Bystronic-Produktmanager Karsten Trautvetter: «Der grosse Erfolg der Xpert 40 zeigt, dass viele Anwender beim Biegen Bedarf nach schnellen und gleichzeitig mobilen Biegesystemen haben.» Denn: Für Teile von bis zu etwa 1500 mm Biegelänge und einer Stärke von höchstens 20 mm benötigt man keine gross ausgelegte Biegestation, sondern eine kompakte und vielseitige Maschine.

Wie sehr sich Bystronic dabei um Details gekümmert hat, zeigt der Blick auf den Auflagetisch: Für komplexe Biegeteile oder spezielle Biegevorgänge können Anwender mehrere Biegestationen einrichten. Vor allem beim sogenannten «Kit-Biegen» – alle für ein Endprodukt benötigten Teile werden in Serie gebogen – ist das Einrichten mehrerer Biegestationen besonders hilfreich.

Auf einer Biegelänge von rund 1,5 m entfaltet die Xpert 80 eine Presskraft von 80 t. Die Stellfläche der Maschine beträgt dabei weniger als 3 m2. Diese Grösse macht es einfach, sie flexibel aufzustellen. So kann sie heute neben einem Laser stehen und morgen mit weiteren Abkantpressen für eine Serienfertigung eingesetzt werden.(pi)

Bystronic-Group
3362 Niederönz, Tel. 062 956 33 33
info.laser@bystronic.com



Vernetzte Fertigung: Mit dem ByCockpit-App können die Betriebszustände aller Maschinen in der Produktion vernetzt und visualisiert werden. (Bilder: Bystronic, TR)


Flexible Prozesse: Die Xpert 80 kann aufgrund ihrer kompakten Grösse mobil und vielseitig eingesetzt werden.


Integrierte Automation: Das Rohrschneidemodul lässt aus der Flachbettlasermaschine ByStar Fiber in wenigen Handgriffen eine vollwertige Rohrschneideanlage entstehen.