Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2017, 15.09.2017

Grenzenlos vernetzte Automation

Auf der EMO zeigt Bosch Rexroth, wie Maschinenbauer relativ einfach die Gesamtanlageneffektivität steigern und gezielt Datenanalysen für Entwicklung, Vertrieb und Service nutzen können. Demonstriert wird dies mit einem «i4.0 Showcase», in dem zwei Maschinen und ein Produktivanlage technologieübergreifend vernetzt werden.

Die Live-Demonstration soll dem Messebesucher vor Augen führen, dass «Connected Automation» keine technologischen Grenzen kennt. Im Showcase vernetzt Bosch Rexroth elektrische Komponenten mit Hydraulik und Lineartechnik mit dem Ziel, die Gesamtanlageneffektivität (GAE) – englisch Overal Equipment Effectiveness (OEE) – zu steigern. Die massgebliche Software für zustandsbasierte Überwachung und Wartung bilden der neue Data Analytics Server (DAS) und das IoT-Gateway des Herstellers, sein «Performance Monitoring» soll die sichere Verbindung zur Cloud gestatten.

Die drei vernetzten RT- und PT-Rundtaktmaschinen von Pfiffner, eines OEM-Partners von Bosch Rexroth, sind für die Massenfertigung ausgelegt und werden vom individuell skalierbaren CNC-System «IndraMotion MTX advanced» gesteuert. Der auf einem gängigen Industrie-PC installierte Data Analytics Server sammelt in Echtzeit Daten wie Betriebsmodus, Zykluszeit oder Motortemperatur. Zur Kommunikation mit den Maschinen und den übergeordneten IT-Systemen nutzt der Server das Protokoll OPC UA. Am Messestand von Bosch Rexroth sammelt zudem das IoT-Gateway Sensor- und Maschinendaten. Mit dem Tool sollen sich auch Bestandsanlagen ohne Eingriff in die Automatisierungsinfrastruktur transparent darstellen lassen. Neben dem DAS unterstützt das IoT-Gateway auf der Auswertungsebene zahlreiche Cloud-Services.

Daten dienen zur Zustandsanalyse der Maschine

In einem Maschinenmodul liefert ferner der via Sercos angebundene IndraDrive-Spindelantrieb Echtzeitdaten an den DAS, ebenso das mittels Profinet angesteuerte Kompaktaggregat «CytroPac». Erfasst werden Drehzahl und Druck sowie Ölstand, -temperatur und Filterzustand. Der DAS berechnet, analysiert und visualisiert in der Live-Demo auf Basis der gesammelten Daten den Zustand und die Nutzung der Maschinen. In der Praxis bedeutet dies, dass die lokal gespeicherten Daten dem Maschinenhersteller zur Weiterentwicklung und Fehlersuche zur Verfügung stehen. Damit kann er die dem Endanwender vertraglich zugesicherte Produktivität sicherstellen. Für das standortübergreifende Monitoring werden vorverarbeitete Daten in die Bosch-IoT-Cloud gestreamt, wo sie durch den Production-Performance-Manager von Bosch Software Innovations ausgewertet werden können.

Auf der EMO werden weitere Daten vom Rexroth-Stand übermittelt und verarbeitet. Für den Bereich Lineartechnik sind dies Positions- und Beschleunigungsdaten aus dem integrierten Messsystem IMS-A. So lassen sich etwa qualitätsrelevante Kollisionen aufdecken. (msc)

Bosch Rexroth Schweiz AG
8863 Buttikon, Tel. 055 464 61 11
info@boschrexroth.ch
EMO Halle 25 Stand D94

K.R. Pfiffner AG
8800 Thalwil, Tel. 044 722 66 66
info@pfiffner.com
EMO Halle 14 Stand G02



Der «i4.0 Showcase» von Bosch Rexroth vernetzt eine Rundtaktmaschine von Pfiffner mit zwei weiteren Maschinen. (Bild: Pfiffner)