Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2017, 15.09.2017

Neu und nicht bloss weiterentwickelt

Nach dem Erfolg der ersten Einsteigermaschine von Tornos, der DT 13, präsentiert das Unternehmen aus dem Schweizer Jura jetzt das zweite Modell dieser Familie, die Swiss DT 26. Die Maschine nimmt zwar konzeptionelle Anleihen bei der kleinen Schwester, ist aber in wesentlichen Punkten eine Neukonstruktion.

Der durchschlagende Erfolg der DT 13 ist laut Tornos ihrer Werkzeugbestückung und Kinematik geschuldet. Diese beiden Merkmale garantieren die hohe Geschwindigkeit und Produktivität der robusten und genauen Maschine. Bei der Ausgestaltung der grösseren Version der Swiss DT 13 wollten sich die Entwicklungsingenieuren aber nicht darauf beschränken, die DT 13 mit grösserem Grundriss und grös-serem Stangendurchlass zu versehen. Um Stangen mit einem Durchmesser bis zu 25,4 mm mit der Geschwindigkeit der Swiss DT 13 bearbeiten zu können, aber gleichzeitig eine höhere Verwindungssteifigkeit zu erzielen und die Spanabführung zu optimieren, wurde die Kinematik überarbeitet.

Philippe Charles, Produktmanager für den Bereich Langdrehautomaten, bemerkt dazu: «Uns schwebte eine Hochleistungsmaschine mit ausgezeichneten Leistungsmerkmalen zum Drehen von Stangen mit Durchmessern bis 25,4 mm vor. Die Herausforderung bestand für die Entwicklungsingenieure darin, die hohen Kundenerwartungen zu übertreffen und doch eine Maschine zu entwickeln, die bei wettbewerbsfähigem Preis klar besser ist als vergleichbare Maschinen der Konkurrenz. Die Erwartungen, die der Markt an eine 13-mm-Maschine und an eine 25,4-mm-Maschine stellt, sind sehr unterschiedlich. Während andere Anbieter ihre 20-/26-mm-Maschinen von der konstruktiven Ausführung her sehr stark an ihre Maschinen mit einem kleineren Stangendurchlass anlehnen, verschafft die fein abgestimmte Kinematik der Swiss DT 26 Tornos einen Wettbewerbsvorteil in Sachen Leistung und Produktivität.»

Als Einstiegsdrehzentrum mit fünf Linear- und zwei C-Achsen teilt die Swiss DT 26 mit dem kleineren Schwestermodell das Design. An diesem Punkt hören die konstruktiven Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Die Neue verfügt über einen grösseren Bearbeitungsbereich, der dem Bediener bessere Sicht und einfacheren Zugang ermöglicht. Gleichzeitig bietet sie mehr Platz für die hier verstärkt anfallenden Späne. Anders als bei der DT 13, bei der die Tiefe mit 870 mm zugunsten eines kleinen Grundrisses gering gehalten wurde, ist die Swiss DT 26 1300 mm tief. Diese Bauweise garantiert höhere Steifigkeit und Schwingungsdämpfung. Damit ist die DT 26 im Vergleich in ihrer Leistungsklasse laut Hersteller präziser, erreicht eine höhere Oberflächengüte sowie längere Werkzeugstandzeit. Zudem ermöglicht sie die Schwerzerspanung mit höheren Vorschubgeschwindigkeiten.

Damit die Swiss DT 26 das geforderte Leistungslevel erreichen kann, sind ihre vordere und hintere Spindel jeweils mit einem 10,5-kW-Motor ausgestattet, der über den gesamten Drehzahlbereich bis 10 000 min-1 ein sattes Drehmoment aufbringt.

Wie bei Tornos üblich, weisen Haupt- und Gegenspindel identische Leistungs- und Drehmomentwerte und auch die gleiche Spannkraft auf, was zu hoher Gleichmässigkeit bei der Bearbeitung führt. Da beim Drehen die rückseitige Bearbeitung eine ähnliche Wertigkeit einnimmt wie die Bearbeitung an der Hauptspindel, können die Stationen für die Gegenbearbeitung ebenfalls mit angetriebenen Werkzeugen bestückt werden.

Mit dem modularen Werkzeugkonzept für Haupt- und Gegenbearbeitung kann der Anwender die DT 26 mit Gewindewirbeleinheit, Polygon-Fräsvorrichtung, Fräseinheit für Vorderseitenbearbeitung oder Nutenfräseinheit für Gegenbearbeitung bestücken. In Verbindung mit den fünf Linearachsen, zwei C-Achsen, 22 Werkzeugpositionen und bis zu acht angetriebenen Werkzeugen schafft dies eine Flexibilität, die laut Tornos kein anderer Hersteller an einer Einsteigermaschine bieten kann. Wahlweise kann mit oder ohne Führungsbuchse oder dank der vielfältigen Optionen wie Späneförderer, Ölnebelabsaugung, Werkstückauffangvorrichtungen und den Stangenladern «Robobar SBF 326» und «SBF 213» auch komplett autonom gearbeitet werden. (msc)

Tornos SA
2740 Moutier, Tel. 032 494 44 44
contact@tornos.com
EMO Halle 25 Stand B60



Aufgeräumt und übersichtlich: Der Bearbeitungsraum der Swiss DT 26. (Bilder: Tornos)


Am Rande bemerkt

Weltpremiere Tornos Swiss Deco 36

Auf der EMO 2017 findet auch die Weltpremiere der neuen Einspindel-drehmaschine SwissDeco 36 statt (Bild), die Tornos mit ihren verbesserten Bearbeitungs- und Werkzeugbestückungslösungen auf sehr anspruchsvolle Segmente wie die Automobilindustrie, Medizin- und Dentaltechnik, Elektronik sowei Luft- und Raumfahrt ausgelegt hat. Die ab Mitte 2018 verfügbare Maschine soll mit optimierten Programmierungstools und ausgefeilter Ergonomie die Teileprogrammierung beschleunigen und die Zeit für die Maschinenvorbereitung und -einrichtung verkürzen. Sie bietet einen Durchmesser von 36 mm und integriert einen Revolverkopf für 12 Positionen. Optionen wie Ölnebelabsaugung, Späneförderer, Wärmetauscher, Brandschutzsystem, Hochdruckpumpen oder Stangenlader ergänzen das attraktive Angebot.