Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2017, 15.09.2017

Perfekt integriert, Prozess optimiert

Bei LMT Kieninger, renommierter Hersteller von Präzisionswerkzeugen, arbeitete man schon bisher mit einer Auswuchtmaschine von Schenck RoTec. Um den steigenden Anforderungen in der Qualitätssicherung gerecht zu werden, entschied man sich nun zur Anschaffung eines zusätzlichen «Tooldyne»-Systems desselben Herstellers, das sich dank seines Leistungsumfangs perfekt in den Produktionsprozess einbinden liess.

LMT Kieninger aus DE-Lahr gilt als Spezialist für Sonderwerkzeugsysteme sowie Werkzeuge für den Gesenk- und Formenbau. Dazu gehören auch lange Reihenbohrstangen mit integrierten Schieberwerkzeugen zum Bearbeiten der Lagergassen grosser Dieselmotoren. LMT Kieninger ist einer von weltweit nur vier Anbietern, die solche angetriebenen Tooling-Systeme konstruieren und fertigen können. Das Gesamtangebot des Unternehmens deckt viele weitere Werkzeugtypen ab, mit denen sich hohe Genauigkeiten und exzellente Oberflächen realisieren lassen – etwa Kopierfräser, Planfräsersysteme und Stufenbohrer.

Die Herstellung solcher Präzisionslösungen bedarf einer ausgefeilten Qualitätssicherung. Bei rotierenden Werkzeugen spielt die Auswuchttechnik eine massgebende Rolle. Seit Jahren setzt Kieninger auf die Maschinen von Schenck RoTec, insbesondere auf die Horizontalauswuchtmaschine «HM 20», Jahrgang 2007, die 2015 im Rahmen eines umfassenden Upgrades mit dem neuen Messgerät «CAB 920» des Darmstädter Unternehmens ausgestattet wurde. Als man aufgrund des Erfolgs der Produkte in eine neue Anlage investieren musste, fiel die Wahl erneut auf eine Maschine von Schenck RoTec: Eine vollausgestattete Tooldyne des neusten Typs. Dieses kompakte Vertikalkomplettsystem ist seit den 1990er-Jahren zu einem Industriestandard für das sichere und wirtschaftliche Auswuchten von Highspeed- und Präzisionswerkzeugen und ihren Aufnahmen entwickelt. Es kommt sowohl in der Produktion zur Überprüfung der Werkzeuge zum Einsatz oder aber wie bei LMT Kieninger im Rahmen der Qualitätssicherung bei der Werkzeugherstellung.

In Lahr wird unmittelbar nach der Montage und vor der Endkontrolle jedes einzelne Werkzeug ausgewuchtet. Neben den eingangs erwähnten Werkzeugen gehören dazu auch Wendeschneidplatten, Rückwärtssenker sowie fertig montierte Fräsköpfe und Scheibenfräser. Die rein technischen Anforderungen bezüglich Flexibilität und Messgenauigkeit erfüllt die Tooldyne serienmässig. Denn die schlank designte Maschine ist konzipiert für viele Arten rotierender Werkzeuge. Diese dürfen bis zu 30 kg wiegen, mit Aufnahme bis zu 600 mm lang sein und maximale Durchmesser von 400 mm haben. Die Unwuchtmessung erfolgt in ein und zwei Ebenen bei Spindeldrehzahlen von bis zu 1200 min-1 mit für Präzisionswerkzeuge entsprechenden Ergebnissen: Die kleinstmögliche Restunwucht liegt bei 0,5 gmm/kg; das entspricht bei einem Werkzeug mit 1,0 kg Gesamtgewicht einer Schwerpunktexzentrizität von nur 0,5 µm.

Das Lastenheft von LMT Kieninger enthielt auch einige individuelle Wünsche: Es sollte sichergestellt werden, dass sich die Maschine schnell ins Produktionsumfeld einbinden lässt und die Prozessoptimierung unterstützt. Fragestellungen zu Datenmanagement und Prüfprotokollverwaltung wurden jedoch rasch ad acta gelegt, da die Tooldyne viele für das Datenhandling wichtige Features bereits ab Werk mitbringt: eine Ethernet-Schnittstelle, Statistiken im CSV-Dateiformat, den Export der Rotordaten oder ein Wuchtprotokoll. Als grosser Vorteil für die einfache System- und Prozessintegration erwies sich, dass Tooldyne auf der Basis von MS-Windows arbeitet. Diese Besonderheit ermöglicht eine schnelle und einfache Vernetzung der Maschine mit den IT-Systemen in der Produktion ohne aufwändige Konfigurationsarbeiten.

Um die Prüfprotokollverwaltung zu optimieren, pflanzten die Spezialisten von Schenck RoTec der Tooldyne bei LMT Kieninger kurzerhand einen Barcode-Reader ein. Damit können die Barcodes der Laufzettel direkt an der Auswuchtmaschine eingescannt und alle Auftrags- und Produktdaten ins Prüfprotokoll übernommen werden. Dadurch entfällt die manuelle Eingabe, was Zeit spart und eine Fehlerquelle eliminiert.

Seit etwa einem halben Jahr ist die Tooldyne in Lahr am Werk. Wie geplant wird sie für bestimmte Werkzeugtypen eingesetzt oder dazu, Nachfragespitzen und Engpässe abzufangen. Dabei zeigt sie sich gerade in punkto Effizienz von ihrer starken Seite. Ein Highlight ist die pneumatische Spann­aufnahme, die das Werkzeug nach dem Aufsetzen in den Adapter einzieht und präzise fixiert. Diese Lösung reduziert die Prozessdauer und ist zudem ein Garant für reproduzierbare, hochgenaue Unwuchtmessungen. (msc)

LMT Kieninger GmbH
DE-77933 Lahr, Tel. +49 7821 9430
info@kieninger.de

Schenck RoTec: RoViTec GmbH
8340 Hinwil, Tel. 043 843 13 13
info@rovitec.ch
EMO Halle 6 Stand B45



Nach der Unwuchtmessung zeigt das Tooldyne-System die Position für den Ausgleich gut sichtbar mit einem Linienlaser an. (Bilder: Schenck RoTec)


Das Messgerät der Tooldyne bietet eine Bedienoberfläche mit klarer Symbolsprache und intuitiver Menüführung.