Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2017, 15.09.2017

Version 4.8 bringt Schwung in den Span

Jenseits der digitalen Offensive kümmert sich Siemens auch intensiv um die Optimierung seiner Automatisierungs- und Steuerungsplattform «Sinumerik». So soll sich mit der neuen Version 4.8 die Produktivität beim Fräsen steigern lassen, während das Modul «Safety Integrated plus» verspricht, die Zeit für eine Anlagenprojektierung um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.

Mit der Softwareversion 4.8 der Sinumerik-CNC stellt Siemens neue Funktionen bereit, die Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit der Werkzeugmaschine deutlich verbessern sollen. So ist es nun möglich, ungewollte Nickbewegungen der Achsen zu kompensieren und vor Kollisionen von Maschine, Werkzeug und Werkstück zu schützen.

Diese Nickkompensation («NoCo») dient zum Ausgleich von dynamischen Positionsabweichungen in einer oder mehreren linearen Maschinenachsen, die durch Beschleunigungsvorgänge verursacht werden. Somit wird eine bessere Bearbeitungsqualität bei gleichzeitig höheren Ruck- und Beschleunigungswerten erreicht. Die Nickkompensation ist technologieunabhängig einsetzbar, etwa beim Fräsen oder Gewinden, für Multitasking-Maschinen, Laser- oder Wasserstrahlbearbeitung.

Die neue Version 4.8 bietet laut Siemens zudem mit «Collision Avoidance Eco» und «Collision Avoidance Advanced» einen weiterentwickelten Kollisionsschutz. Die Eco-Variante ermöglicht einen einfachen, zuverlässigen Maschinenschutz und verhindert dabei Eigenkollisionen der Maschinenkörper im Arbeitsraum. Die Advanced-Variante dagegen beinhaltet einen vollumfänglichen Maschinen-, Werkzeug- und Werkstückschutz.

Ebenfalls weiterentwickelt wurde das Bedienkonzept für Sinumerik «Operate». Damit sollen Werkzeugmaschinen noch übersichtlicher und intuitiver bedienbar sein. Der Maschinenhersteller hat dabei die Möglichkeit, das jeweils gewünschte Design Corporate-Identity-gerecht aufzubauen und somit der Werkzeugmaschine ein modernes und individuelles Erscheinungsbild zu verleihen.

Die technische Basis für diese Neuerungen bildet die durchgängige Linie von Widescreen-Bildschirmen der Sinumerik «blackline plus»-Reihe im Format 16:9. Bei den Bildschirmen wurde auf separate Tasten verzichtet. Sie werden durch einen berührungssensiblen Bildschirm mit ein-und ausblendbarem Sidescreen ersetzt. Funktionen, die ehemals auf separaten Tasten zu finden waren, können bei Bedarf auf den Bildschirm gelegt werden. Zusätzlich können Maschinenhersteller den Sidescreen mit eigenen Inhalten erweitern. Die neuen Panels gibt es in den Grössen 15, 19, 22 und 24 Zoll.

Mit Simatic «WinCC» bietet Siemens Maschinenherstellern eine anpassungsfähige Basiskonfiguration samt intuitiv aufgebauten Softwarewerkzeugen. Damit lässt sich die Bedienoberfläche einfach per Drag-and-Drop gestalten. So können die OEM eigene Bedienkonzepte einfach umsetzen und um maschinenspezifische Funktionen anreichern.

Mit der steuerungsintegrierten Software «Safety Integrated plus» präsentiert Siemens eine neue Version der bewährten Safety-Integrated(SI)-Funktion für die Sinumerik «840D sI». Bislang musste je ein komplettes Programm für den NCK (Numerical Control Kernel) und die PLC (speicherprogrammierbare Steuerung) geschrieben werden. Künftig ist nur noch eines für die PLC notwendig. Mit der neuen Version Safety Integrated plus soll sich die Projektierungszeit um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen. Die Bedienoberfläche Sinumerik Operate verspricht zudem eine sehr komfortable Inbetriebnahme. Dazu bietet Safety Integrated plus grafische Masken, die eine Parametrierung der Sicherheitsfunktionen spürbar erleichtern sollen. Dadurch kann sich die Inbetriebnahme um bis zu 20 Prozent beschleunigen.

Safety Integrated plus wird ergänzend zur etablierten Safety-Integrated-Software angeboten. Für bereits am Markt eingeführte Maschinentypen empfiehlt Siemens keinen Wechsel, denn in der Anwendung versprechen beide Lösungen den gleichen Sicherheitsstandard. (pi)

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Das weiterentwickelte Bedienkonzept für Sinumerik «Operate» macht es für Maschinenhersteller einfacher, das gewünschte Design individuell zu gestalten. (Bilder: Siemens)


Mit der neuen Version Safety Integrated plus sollen sich die Projektierungszeit um 50 Prozent reduzieren und die Inbetriebnahme um 20 Prozent beschleunigen lassen.