Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 08/2018, 17.08.2018

Grand Prix Automatiker 2018: Ein Beruf gibt Gas

Der Wettbewerb «Grand Prix Automatiker» geht nach 2014 und 2016 in die dritte Runde. Am 29. August stehen sich auf der Messe «Sindex» fünf Automatikerprofis gegenüber und suchen den Besten ihres Berufsstandes. Die «Technische Rundschau» ist zusammen mit der SMC Schweiz AG und der Messe Sindex Organisator und Ausrichter des Wettbewerbs. Wobei der Beruf des Automatikers goldenen Zeiten entgegensieht.

Autor: Wolfgang Pittrich

Man kann mittlerweile bereits von einer Tradition sprechen: Der Wettbewerb «Grand Prix Automatiker» (GPA) erfährt nach 2014 und 2016 in diesem Jahr seine dritte Aufführung. Er wurde von der «Technischen Rundschau» 2014 ins Leben gerufen, um Werbung für den Beruf des Automatikers zu machen. Seither findet er mit wechselnden Industriepartner auf der Messe Sindex statt und hat sich mittlerweile zu einem begehrten Branchenevent entwickelt.
In diesem Jahr steht die SMC Schweiz AG mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, den besten Automatikerprofi der Schweiz zu küren. Für die Endausscheidung am 29. August in Halle 3.1 auf dem Stand F03 und gleichzeitig Ort der Sonderschau «Ausbildung 4.0», haben sich fünf Finalisten qualifiziert (siehe auch Bildkästen auf dieser und der nächsten Seite):
Johnny Jordi, W. Althaus AG
Yanik Kuster, Geberit Produktions AG
David Leu, Kuhn Rikon AG
Martin Ming, maxon motor ag
Till Moser, BFSL Langenthal.  

Sie mussten sich vorher durch einen schwierigen theoretischen Frageparqours kämpfen, der von Mitte April bis Mitte Juni auf der GPA-Homepage (technische-rundschau.ch/grandprix-automatiker-2018) freigeschaltet und für jeden Interessierten zugänglich war.
Mit der Qualifikation zum Finale war allerdings erst eine Hürde übersprungen, wie Wolfgang Pittrich, Chefredaktor der «Technischen Rundschau», betont: «Nun geht es für die Kandidaten erst richtig los. Am 20. August erfolgt eine kurze und knackige Schulung bei der SMC Schweiz AG in Weisslingen, um die Finalisten auf ein einheitliches Niveau für die Endausscheidung in Bern zu bringen. Und dort heisst es dann: Jeder gegen jeden und alle gegen die Uhr.»
Und die Zeit spielt eine wichtige Rolle, da sie sehr knapp bemessen ist. Der Wettkampftag am Mittwoch, den 29. August, beginnt um 9.00 Uhr mit einer kurzen Eröffnung. Im Anschluss erhält der erste Finalist – die Reihenfolge wird vorher ausgelost – einen Umschlag mit der abzuarbeitenden Aufgabe. Er hat eine Stunde Zeit im stillen Kämmerlein dazu eine Lösung zu finden und gleichzeitig mithilfe der Simatic S7-1500-Steuerung das Programm zu erstellen. Anschliessend geht es an die Arbeitsstation, die, wie auch die gesamte Aufgabenstellung, von SMC Schweiz konzipiert und umgesetzt wird. Gleichzeitig ist der nächste Kandidat mit Programmieren dran und so weiter.
An der Arbeitsstation hat der Teilnehmer wiederum einen Stunde Zeit, die Anlage zum Laufen zu bringen, live vor Publikum. «Nach dieser einen Stunde wird der Stecker gezogen und der Status quo beurteilt», erläutert Wolfgang Pittrich die knackigen Wettbewerbsbedingungen. Nachdem sich alle Finalisten diesem Procedere gestellt haben, heisst es gegen 17.00 Uhr: «Und der Sieger ist ...». Die Preisverleihung findet ebenfalls auf dem Sonderstand «Ausbildung 4.0» statt. Zeitdruck, Arbeiten vor Publikum, ungewohnte Umgebung: Mit diesen Stressfaktoren müssen sich die Finalisten neben der eigentlichen Aufgabenstellung also auseinandersetzen. Denn, so Wolfgang Pittrich: «Wir wollen ja die besten Automatikerprofis küren, und da gehört neben Kreativität und Know-how auch die Portion Nervenstärke dazu.»
Ganz so dramatisch wird es nicht werden, denn den Kandidaten steht qualifiziertes Betreuungspersonal zur Seite. Gerhard Bertschi, Berufsbildner bei der Ferag AG, sorgt zudem als Oberjuror für den ordnungsgemässen Ablauf und damit für die Seriosität der Veranstaltung. Und er freut sich darauf: «Der Automatiker ist in der Maschinen- und Gebäudeautomationsindustrie einer der vielseitigsten Berufe. Diese Erkenntnis motiviert mich, dieses Berufsfeld tatkräftig zu unterstützen.» (Siehe auch Interviewkasten).
Zumal der Automatiker in der Schweiz anscheinend goldenen Zeiten entgegengeht. Als die «Technische Rundschau» die Veranstaltung 2014 lancierte, um den Automatiker-Beruf zu fördern, war nicht absehbar, welchen Stellenwert er im digitalen Zeitalter einnehmen wird. Fritz Diebold, bei der SMC Schweiz AG, Industry Manager Training Systems und für den Grand Prix Automatiker zuständig, ist jedenfalls sehr optimistisch: «Der Beruf des Automatikers hat durch das Aufkommen der digitalen Transformation eine äusserst spannende Zukunft vor sich.»

Grand Prix Automatiker
technische-rundschau.ch/grandprix-automatiker-2018
Sindex Halle 3.1 Stand F03

Sindex: BernExpo AG
3014 Bern, Tel. 031 340 11 11
info@bernexpo.ch, sindex.ch

SMC Schweiz AG
8484 Weisslingen, Tel. 052 396 31 31
helpcenter@smc.ch
Sindex Halle 3.0 Stand B10

 




David Leu (35) arbeitet seit 2016 bei der Kuhn Rikon AG als Betriebselektriker. Der gelernte Elektromonteur kann auf eine wechselvolle berufliche Vita zurückblicken. Seine grosse Erfahrung ist sicherlich ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Zitat: «Es ist spannend zu sehen, was bei einem Automatikerwettbewerb gefordert ist. Ob ich da als Elektriker mithalten kann?»


Martin Ming (35): Der gelernte Automatiker EFZ hat einen Vertiefungslehrgang als Techniker HF Elektronik absolviert und arbeitet seit 2013 bei der maxon motor ag als Teamleiter «Muster/Retouren». Aufgrund seiner Zusatzqualifikation als Berufsbildner verantwortet er bei maxon auch die Ausbildung der Automatikerlernenden. Zitat: «Ich habe den Lernenden den Auftrag gegeben, an dem Wettbewerb mitzumachen und war dann überrascht, selbst ins Finale gekommen zu sein.»


Johnny Jordi (20) hat nach seiner Ausbildung zum Automatiker EFZ an der BFSL Langenthal und der W. Althaus AG seinen Platz in der Softwareentwicklung des Unternehmens gefunden. Er sieht seine Stärken vor allem im Bereich der Informatik. Zitat: «Ich freue mich, mein Können und meine Erfahrung vor Anderen unter Beweis zu stellen.»


Till Moser (noch 19) hat in diesem Jahr bei der Güdel AG seine Ausbildung zum Automatiker EFZ abgeschlossen. Seit August besucht er die BFSL Langenthal, wo er in Vollzeit seine Berufsmatura in der Fachrichtung Technologie anstrebt. Seine Stärken sieht er unter anderem im EDV-Bereich. Zitat: «Ich mache beim Grand Prix Automatiker mit, um mein Können unter Beweis zu stellen und meine eigenen Grenzen kennenzulernen.»


Yanik Kuster (19) ist der Youngster unter den Finalisten. Er absolviert aktuell noch eine Ausbildung zum Automatiker EFZ bei der Geberit Produktions AG und hat sich trotz seiner Jugend für das Finale qualifiziert. Als Stärken nennt er unter anderem Kreativität, Ehrgeiz und grosse Lernbereitschaft. Zitat: «Ich bin von den Themen rund um die Automation so fasziniert, dass ich ständig etwas Neues herausfinden möchte.»

Auf einen Blick

Grand Prix Automatiker 2018

Zusammen mit der SMC Schweiz AG und der Messe Sindex veranstaltet die «Technische Rundschau» den Wettbewerb Grand Prix Automatiker 2018. Gesucht wird der beste Automatikerprofi der Schweiz. Dazu treten am 29. August im Rahmen der Branchenmesses Sindex fünf Kandidaten im fairen und öffentlichen Wettkampf gegeneinander an. Startschuss ist um 9.00 Uhr in Halle 3.1, Stand F03 (Sonderschau «Ausbildung 4.0»).
Neben der Ehre, zu den Besten ihres Berufs zu gehören, gibt es für die Kandidaten wertvolle Preise zu gewinnen:
1. Sieger: CHF 3000 (gesponsert von SMC Schweiz AG); 2. Sieger: CHF 2000; 3. Sieger: CHF 1000; 4. Sieger: CHF 500 und 5. Sieger: CHF 500.
Die Veranstaltung beginnt am 29. August um 9.00 Uhr mit einer kurzen Eröffnung und endet um 16 Uhr. Die Preisverleihung findet am selben Tag, ab 17 Uhr, ebenfalls auf dem Sonderstand «Ausbildung 4.0» statt. Der Wettkampf ist frei zugänglich; jubelnde Fans sind ausdrücklich erlaubt.
Besonderer Dank gilt auch den weiteren Sponsoren der Veranstaltung: B&R, Baumer, Conrad, ifm electronic, Imhof, Kuka, Murrplastik und Siko.

Drei Fagen an Gerhard Bertschi, Ferag AG

«Automatiker sind sehr gefragt»


Gerhard Bertschi, Berufsbildner Ferag AG, ist Oberjuror des GPA. (Bild: Privat)

Herr Bertschi, was reizt Sie, den Wettbewerb „Grand Prix Automatiker“ als Juror zu begleiten?
Seit vielen Jahren bin ich in der Berufsbildung tätig und arbeite in dieser Funktion als Förderer und Forderer von jungen Spezialisten mit. Ich kann dabei feststellen, wie wichtig die Wettbewerbsfähigkeit weltweit ist. Diese Erkenntnis motiviert mich, dieses Berufsfeld tatkräftig zu unterstützen.

Welchen Stellenwert sehen Sie heute für die Automatiker in der Schweiz im Zeitalter der digitalen Transformation?
Die Automatiker sind die Generalisten der Automation. Mit der breiten Ausbildung im mechanischen, elektrischen und Informatikbereich sind sie bestmöglich positioniert, um all die Herausforderungen der digitalen Transformation erfolgreich zu meistern. Aus diesen Überlegungen resultiert die Bewertung, dass dem Automatiker eine Schlüsselstellung zukommt. Die Beobachtungen am Stellenmarkt bestätigen, diese Generalisten sind sehr gefragt und gesucht.

Müsste sich aus Ihrer Sicht die heutige Ausbildung zum Automatiker ändern, um den zukünftigen Aufgaben gewachsen zu sein?
Wenn ich die Ausbildung vieler Betriebe betrachte, sehe ich eine sehr hohe Qualität. Die Inhalte der Ausbildung des Automatiker sind vielseitig und praxisnah. Der Mix aus den drei Bereichen Mechanik, Elektrotechnik, Informatik ist für den Überblick sehr wichtig und muss beibehalten werden. Für die Förderung der Automationspezialisten erachte ich es als sehr wichtig, dass vielseitige Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden. Für die «Handwerker», also Automatiker ohne höhere Fachausbildung, sind die praxisnahen Weiterbildungen in Fachrichtungen oder Produktegruppen ein Bedürfnis, immer aktuell dabei bleiben zu können. Firmen und Fachschulen sollten gemeinsam Weiterbildung anbieten und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Automatiker fördern und unterstützen.