Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Ausgabe 07/2018, 06.07.2018

Ölstürmen, Spänehagel und Vibrationen trotzen

Für die hochpräzise Drehbearbeitung ihrer Leichtmetallräder setzt die BBS GmbH auf Funkmesstaster von Blum-Novotest. Um den extremen Bearbeitungsbedingungen mit KSS, Späneflug und starken Vibrationen erfolgreich standzuhalten, sind die Messtaster mit speziell entwickelten Schwingungsdämpfern ausgerüstet.

Die BBS GmbH gehört zu den führenden Herstellern von sportlichen Aluminiumfelgen. Das Unternehmen wurde im Jahr 1970 von Heinrich Baumgartner und Klaus Brand am Standort DE-Schiltach gegründet. Der Name leitet sich ab von der Kurzform für Baumgartner Brand Schiltach. Mittlerweile sind an den beiden Standorten in Schiltach und Herbolzheim über 500 Mitarbeiter beschäftigt; produziert wird ausschliesslich in Deutschland. Heute ist BBS mit einem Produktprogramm im Aftermarket präsent. Daneben ist die Erstausrüstung führender Automobilhersteller ein Kernsegment, das auf die hohen Qualitätstandards und die langjährige Expertise von BBS zurückzuführen ist. Zu den Kunden zählen unter anderem Audi, Porsche und AMG, aber auch Mazda und Hyundai.
Bei der mechanischen Bearbeitung der Gussräder stellt die exakte Bearbeitung der Felgenmitte die wichtigste Herausforderung dar. «Hier wird zum einen die Zentrierbohrung in der Mitte der Felge auf einen Hundertstelmillimeter genau ausgedreht. Zum anderen wird die Nut, in die später der Felgendeckel eingesetzt wird, eingebracht, wobei höchste Präzision gefordert ist», erklärt Oliver Kalmbach aus der Betriebsmittelbeschaffung. «Die Lagetoleranz der Felgenmitte am Rohling ist grösser als die Toleranz, die wir bei der Deckelnut zur Verfügung haben, so dass wir jede Felge vor der Bearbeitung neu vermessen müssen. Deshalb nutzten wir schon immer Messtaster in den Drehmaschinen.»
Anders als bei einer Fräsmaschine, die den Messtaster nur bei Bedarf einwechselt und während der Bearbeitung gut geschützt im Werkzeugmagazin verstaut, verbleibt der Messtaster immer auf dem Revolver. Er ist daher permanent dem vollen Strom des Kühlschmierstoffs und einem wahren Beschuss von Spänen ausgesetzt. BBS fährt sehr hohe Schnittparameter mit 3 mm Schnitttiefe, und Drehzahlen von 1000 bis 2500 min-1 sind keine Seltenheit. Deshalb können bei der Drehbearbeitung starke Vibrationen auftreten; beispielsweise, wenn der Drehstahl noch nicht komplett ins Material eingetaucht ist. Diese Vibrationen übertragen sich über den Revolver auf den Taster, wo sie im schlimmsten Fall eine Fehlmessung auslösen.
«Mit den Tastern eines anderen Herstellers gab es regelmässig Probleme. Immer wieder traten während der Bearbeitung Fehlauslenkungen auf, teilweise mussten Bearbeitungen sogar mehrmals neu gestartet werden», erläutert Oliver Kalmbach. «Ausserdem waren die Taster teils nach wenigen Tagen defekt. Das ist bei einer Serienfertigung, die unterbrechungsfrei rund um die Uhr laufen soll, sehr ärgerlich und nicht zu tolerieren.»
Der Hersteller der Taster konnte nicht helfen und musste eingestehen, keine Lösung für die Ausfälle und Fehlmessungen zu haben. Abhilfe brachte der Kontakt zu Erhard Strobel. Der Vertriebstechniker von Blum-Novotest erkannte die aus­sergewöhnlich hohen Anforderungen von BBS und schlug daher den Einsatz des grösseren, etwas robusteren Mess­tasters «TC 60» vor. Es zeigte sich jedoch, dass der kleinere Taster «TC 62» durch seine geringere Masse den Vibrationen bei der Bearbeitung besser standhielt. Schliesslich wurde die T-Variante ausgewählt, bei der im Vergleich zur Standardausführung für Fräsmaschinen die Messkraft höher ist, um Fehlauslenkungen aufgrund der extremen Revolverbewegungen zu verhindern.
Durch die erhöhte Messkraft kann ausserdem das zähe Öl, welches in den Drehmaschinen als Kühlschmierstoff verwendet wird, bei der Antastung zuverlässig verdrängt werden. «Und schliesslich ist der Messtaster nach Geräteschutzklasse IP 68 geschützt, wodurch eindringende Feuchtigkeit oder Späne kein Thema sind», sagt Erhard Strobel. Trotzdem hielt auch der kompaktere Messtaster «TC 62 T» nur wenige Monate den enormen Bedingungen stand, bis er den Dienst quittierte. «Deshalb setzten wir hier erstmals einen neuentwickelten Schwingungsdämpfer zwischen Werkzeugaufnahme und Messtaster ein. Dieser schützt die Messelektronik vor den grössten Vibrationsspitzen. Damit haben wir ein wirklich zuverlässiges Setup gefunden.» Was Oliver Kalmbach nur bestätigen kann: «Der neuentwickelte Schwingungsdämpfer funktioniert in Kombination mit den robusten Messtastern nun seit über eineinhalb Jahren reibungslos.»
Der Funkmesstaster TC 62 T zeichnet sich laut Erhard Strobel durch eine äusserst schnelle und robuste Datenübertragung aus. Anstatt der auf dem Markt üblichen Übertragung via Kanalsprungverfahren oder Kanalzuordnung sendet er die erfassten Daten mittels BRC-Funktechnologie zum Empfänger. «Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass jedes einzelne Bit eines Funksignals über die gesamte Breite des verwendeten Frequenzbandes läuft, was die Übertragung besonders unempfindlich gegen Störeinflüsse macht. Die Daten werden dann schnell und sicher an den Funkempfänger RC66 übertragen.»
Weil der Messtaster bei BBS im Revolver direkt neben einem Schruppwerkzeug sitzt, musste er zum Schutz vor Spänen mit einem Schutzschild versehen werden. Das wäre laut Blum-Vertriebstechniker Strobel bei einer Infrarotsignalübertragung nicht möglich gewesen. Die Funkübertragung ist auch an den Maschinen mit Minimalmengenschmierung wichtig, erklärt er weiter, «weil hier mit der Zeit das Kühlmittel mit Aluminiumstaub einen schmierigen Film bildet, der die Infrarotübertragung stören würde.»
Die Funkmesstaster von Blum-Novotest verkürzen bei BBS die Messzeit um 70 Prozent, weil die Messpunkte mit 2000 mm/min angefahren werden können, während die früher eingesetzten Taster maximal 300 mm/min erlaubten. «Bei gerade einmal 120 bis 150 Sekunden Gesamtbearbeitungszeit, mit zwei Drehbearbeitungen in zwei Aufspannungen, einer Bohrbearbeitung sowie dem automatisierten Transport der Werkstücke von einer Maschine zur anderen, wirken sich die kürzeren Messzyklen durchaus positiv aus», weiss Oliver Kalmbach. Unter anderem diese hohe Antastgeschwindigkeit hatte ihn und seine Kollegen schliesslich von der Umrüstung aller vorhandenen Messtaster auf Blum überzeugt.
Auch der Service der Ravensburger Messspezialisten fand bei BBS Anklang. So überrascht es nicht, dass man in Schilt­ach mittlerweile komplett auf die robusten Taster umgestellt hat und auch neue Maschinen nur noch damit ausstatten möchte. «Mit den Blum-Messtastern haben wir nicht nur eine Technologie gefunden, die extrem zuverlässig funktioniert, sondern auch unser Problem wurde innerhalb weniger Wochen gelöst», zieht Oliver Kalmbach ein positives Fazit. «Dazu war der vorherige Lieferant nicht einmal nach einem Jahr in der Lage.»(pi)

BBS GmbH
DE-77761 Schiltach, Tel. +49 78 36 52-0
info@bbs.com
Blum Novotest GmbH, Vertriebsbüro Schweiz
2543 Lengnau, Tel. 032 653 77 11
r.gasser@blum-novotest.com



Einsatz unter härtesten Bedingungen: Der Funkmesstaster TC62T trotzt Ölstürmen, Spänehagel und schweren Vibrationen. (Bild: Blum)


Doppelter Schutz: Um schädliche Vibrationsspitzen zu eliminieren wurde ein Schwingungsdämpfer installiert, und die Späneschürze schützt den Messtaster vor Späneflug.


Oliver Kalmbach, BBS (links, mit Blum-Vertriebstechniker Erhard Strobel): «Mit den Blum-Messtastern haben wir nicht nur eine Technologie gefunden, die extrem zuverlässig funktioniert, sondern auch unser Problem wurde innerhalb weniger Wochen gelöst.»