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Fehlmann: Bearbeitungszentren: Ausgabe 09/2018, 04.10.2018

Auf Vertrauen und clevere Technik gesetzt

Mit einer chaotischen Einzelteilfertigung soll bei der Körber & Körber Präzisionsmechanik in DE-Birkenwerder durch bessere Auslastung der vorhandenen Betriebsmittel eine Verkürzung der Durchlaufzeiten erreicht werden. Wesentlich Anteil am deutlich effektiveren Produktionsfluss haben die 5-Achs-Bearbeitungszentren «Versa 825» und «Versa 645» von Fehlmann.

Es war ein Neubeginn in 2010, nach den Wirren der Finanzkrise 2007. Peter Körber, der 1977 begann Teile für die Autoindustrie zu fertigen, verkaufte die Firma und startete mit seinem Sohn Benjamin Körber neu. Fokussiert auf komplexe, äusserst präzise Bauteile und Losgrössen bis 50 Stück investierte das Unternehmen Körber & Körber Präzisionsmechanik 2015 erstmals in ein Bearbeitungszentrum von Fehlmann. Die Versa 825, mit einer standardisierten Automation. Aber bereits 2017 waren damit die Kapazitäten ausgeschöpft und man musste sich mit einer weiteren Automationslösung beschäftigen. Mit der Versa 825 war man ausgesprochen zufrieden und so orientierten sich Peter und Benjamin Körber wieder an den Standards von Fehlmann. 
Für Benjamin Körber war das eine selbstverständliche Konsequenz aus den Erfahrungen: «Unserer primären Anforderungen waren Präzision, Prozesssicherheit, Flexibilität bei der Auslegung beziehungsweise Automation sowie der Service, denn bei solch einer Investition konzentrieren wir uns nicht allein auf technische Fakten. Es geht auch um die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Maschinenhersteller. Unsere Erfahrungen mit Fehlmann waren da ausgesprochen positiv. Auch deshalb haben wir uns für diese Lösung entschieden.» 
Diese Lösung ist seit September 2017 eine automatisierte Fertigung, bestehend aus den 5-Achs-Bearbeitungszentren Versa 825 und Versa 645 linear, die von einem Regalmagazin bestückt werden. Eine Kombination, die ursprünglich nicht so geplant war, denn zunächst wollte man die vorhandene Versa 825 nur mit der Versa 645 ergänzen. Versa 645 linear deshalb, weil das Bearbeitungszentrum mit gekühlten Torque-Motoren und hochpräzisen Winkelmesssystemen, also hochdynamisch bis 50 000 min-1 und mit höchster Präzision dem Produktportfolio der Berliner Zerspanungsexperten entsprach. Die Verbindung mit der vorhandenen Versa 825 wäre zwar möglich gewesen, allerdings aus Platzgründen nur mit einem verhältnismässig grossen Aufwand. Und so wurde kurzfristig einfach in eine weitere Versa 825 investiert. Nun waren vor dem Invest das Produktspektrum und die Paletten-Grössen von den Körbers klar definiert. Deshalb empfahl Fehlman zur Bestückung der beiden Maschinen den Erowa Robot Compact 80. 
Selbst wenn in Birkenwerder eine vertrauensvolle Zu-sammenarbeit mit dem Maschinenhersteller Grundvoraussetzung war und ist, hat man bei der Investition durchaus den Schwerpunkt auf fertigungstechnische Details gelegt. Die Versa 645 wurde es, weil man hochdynamisch durch die Linearantriebe Durchlaufzeiten reduzieren wollte. Nicht dass man die Sekunde sucht, aber die Tatsache, ein Bauteil statt in 55 Minuten in 45 Minuten fertigen zu können, konnte man nicht vernachlässigen. Die Versa 825 dagegen steht für grössere Bauteile und mit der Kugelrollspindel für die etwas robustere Bearbeitung, denn zerspant wird Aluminium, Edelstahl, CrMo4-Stähle bis hin zu Titan. 
Wirklich begeistert aber ist Peter Körber von der Zugänglichkeit der Maschinen: «Seitdem wir mit Fehlmann arbeiten, fällt mir immer wieder positiv auf, dass man trotz Automation mit Einzelmaschinen arbeitet. Das heisst, das Konzept mit der komplett freien Maschinenseite rechts für die Automation ist durchdacht. Für den Mitarbeiter ist so der Arbeitsraum für Einrichtarbeiten und zur Prozessüberwachung von vorne frei zugänglich. Das kenne ich so von keinem anderen Hersteller. Andererseits scheint es wegen der Schnittstellenproblematik nicht unbedingt selbstverständlich, dass man zwei unterschiedliche Maschinen miteinander automatisiert.» 
War nun eingangs von der chaotischen Einzelteilfertigung die Rede, so trägt dazu auch das Leitrechnersystem «MCMTM» von Fehlmann bei, denn dieses ist nicht nur für die Serienfertigung, sondern bereits ab wenigen Werkstücken wirtschaftlich einsetzbar. Dazu werden Bearbeitungsreihenfolge, Nullpunkte und so fort eingegeben und die Reihenfolge oder einzelne Parameter lassen sich bei laufender Anlage per Mausklick ändern. Bei Körber & Körber wird so derzeit in zwei Schichten und nachts mannlos – dann mit fünf Maschinen – gefertigt. Das Leitrechnersystem verfügt unter anderem über eine Werkzeugbruch-Überwachung. Der Clou: Bricht ein Werkzeug, schaltet die Maschine im Normalfall ab. Nicht bei Fehlmann. Es werden diejenigen Paletten weiter bearbeitet, für die das gebrochene Werkzeug nicht notwendig ist. 
Dass man in Birkenwerder aber mittlerweile noch über drei weitere Maschinen, sowohl für den manuellen wie den CNC-Einsatz von Fehlmann verfügt, hat einen anderen Grund. Die zwei Präzisions-Fräsmaschinen «Picomax 56 L Top» werden genutzt, um die Rückseitenbearbeitungen, also die sechste Seite, durchzuführen. In eine Picomax 21-M wurde zu Ausbildungszwecken investiert. 
Nun ist das Unternehmen Körber & Körber in Birken-werder kein «unbeschriebenes Blatt». Peter Körber war mit der Präzisionstechnik für den Bereich Automotive bereits ein Begriff. Heute macht das Unternehmen mit zahlreichen Auszeichnungen Schlagzeilen. Zum wirtschaftlichen Erfolg, und da sind sich Vater und Sohn einig, hat auch Fehlmann einen wesentlichen Beitrag geleistet: «Wir haben uns auf Bauteile spezialisiert, die andere auf Grund ihrer Komplexität und Präzision nicht haben wollen. Und so hat Fehlmann neben der Qualität auch mit Präzision und Produktivität zwangsläufig Anteil an diesem Erfolg. Unabhängig davon verfügen wir inzwischen damit auch über den modernsten Maschinenpark in Brandenburg.» 
Nun investiert Körber & Körber gezielt auf der Basis der Auslastung. Aktuell ist man da allerdings schon wieder beim Stand vor der letzten Investition. Die Fehlmann-Maschinen sind voll ausgelastet, die Lieferzeiten werden länger und deshalb informiert man sich bereits wieder im schweizerischen Seon.   (msc) 

Körber & Körber GmbH Präzisionsmechanik
DE-16547 Birkenwerder, Tel. +49 3303/50654-11
info@koerber-koerber.de

Fehlmann AG
5703 Seon, Tel. 062 769 11 11
mail@fehlmann.com, www.fehlmann.com



Die Berliner Zerspanungsexperten bei Körber & Körber konzentrieren sich vorrangig auf Bauteile, die andere auf Grund der Komplexität und Präzision nicht haben wollen. (Bilder: Fehlmann)


Die automatisierte Fertigung mit den 5-Achs-BAZ Versa 825 und Versa 645 linear entspricht dem Produktportfolio von Körber & Körber.


Peter (li.) und Benjamin Körber (re.): «Unsere Investitionen in die Fehlmann-Maschinen waren eine Konsequenz aus unseren Erfahrungen. Sowohl bei den fertigungstechnischen Details wie beim Service haben wir ausschliesslich positive Erfahrungen gemacht.»


Mit der hoch dynamischen und präzisen Versa 645 linear konnten die Durchlaufzeiten nochmals messbar reduziert werden.