Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01/2018, 18.01.2018

«Smart Maintenance von allen Seiten beleuchten»

David Henz bekleidet beim Messeveranstalter Easyfairs Schweiz seit 2015 die Funktion des «Head of Cluster Industrial». Damit ist er Leiter der Doppelmesse «Maintenance/Solids», die am 7. und 8. Februar in Zürich über die Bühne geht. Die «Technische Rundschau» wollte wissen, welches Konzept dahinter steckt und welche Themen heuer im Vordergrund stehen.

Autor: Markus Schmid

Herr Henz, welche Entwicklung hat die Maintenance beziehungsweise deren Konzept in der Schweiz seit ihrer ersten Auflage im Jahr 2008 genommen?

Während wir zu Beginn mit der Thematik Neuland im Schweizer Messemarkt betraten, hat sich die Maintenance Schweiz in der Zwischenzeit zur Leitmesse für die industrielle Instandhaltung in der Schweiz entwickelt und belegt einen festen Termin in den Kalendern unserer Besucher und Aussteller. Thematisch haben wir uns immer an der Branche orientiert und sind Trends nachgegangen, um die Messe laufend den aktuellen Entwicklungen im Markt anzupassen. So haben sich über die Jahre gewisse Themen ergeben und gefestigt, während andere mit der Zeit wieder in den Hintergrund getreten sind. Als Leitmesse versuchen wir natürlich künftige Entwicklungen in der Branche aufzuzeigen. Aktuell stehen sicherlich die Themen Data Monitoring und Predictive Maintenance im Fokus.

Was gibt es für die Ausgabe vom 7. und 8. Februar in der Messe Zürich speziell zu erwähnen?

Auch mit der 11. Auflage der Maintenance in diesem Jahr versuchen wir das gesamte Spektrum der industriellen Instandhaltung und die komplette Wertschöpfungskette abzudecken. Dazu gehören Inhalte wie Arbeitssicherheit, Anlagenverwaltung, Softwarelösungen und Facility Management bis hin zu Dienstleistungen rund um die technische Beratung und die Aus- und Weiterbildung. Wir blicken mit der Maintenance aber auch ganz bewusst in die Zukunft und rücken deshalb das Sonderthema Smart Maintenance in den Fokus. Dieses konzentriert sich auf alle Fragen rund um Predictive Maintenance, Data Analysis, Condition Monitoring, Computerized Maintenance Management Systems CMMS – also Instandhaltungsplanungs- und -steuerungssysteme – und Remote Maintenance sowie Retrofit. Diese und weitere spannende Trends werden auch in unserem ScienceCenter behandelt, das Besuchern in kostenlosen Kurzreferaten von Experten aus Instituten und Unternehmen Wissen vermittelt und so Mehrwert schafft.

Seit ein paar Jahren beherrscht das Thema Industrie 4.0 auch die Instandhaltungswelt. Wie handeln Sie diesen Megatrend auf der Messe ab?

Industrie 4.0 ist schon lange auch in der industriellen Instandhaltung präsent. Durch die Digitalisierung und die dadurch immer stärkere Kommunikation von Maschinen miteinander sehen sich Instandhalter heute in ihrer täglichen Arbeit mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Gleichzeitig schafft die Digitalisierung aber auch neue Möglichkeiten in der Instandhaltung, etwa die Effektivität und Produktivität zu steigern und dadurch wertvolle Ressourcen und Kosten zu sparen. Wir wollen die Smart Maintenance von allen Seiten beleuchten und so diverse Besuchergruppen ansprechen; zum einen natürlich über Anwendungen und Produkte, zum anderen aber auch über Beratung, Consulting und Planung. Wir versuchen also, das Trendthema Smart Maintenance auch von seiner Business-Seite zu sehen und die Managementebene anzusprechen.

Gehen Sie dabei speziell auf die Schweizer Branchengegebenheiten ein?

Ja, selbstverständlich. Schliesslich versteht sich die Maintenance Schweiz als nationale Branchenplattform. Wir stehen in permanentem Austausch mit unseren Partnern wie dem fmpro, dem grössten schweizerischen Verband für Facility Management und Maintenance, und pflegen einen regelmässigen Kontakt mit unseren Ausstellern und unterhalten uns mit ihnen über Trends, Möglichkeiten und Bedürfnisse der Branche.

Welche Zahlen erwarten Sie 2018?

Wir konnten bereits knapp 90 Unternehmen als Aussteller gewinnen, mit weiteren Interessenten stehen wir in Kontakt. So werden wir die letztjährige Ausstellerzahl also erneut toppen können. Gemeinsam mit den rund 60 Ausstellern der Parallelmesse Solids, die in Halle 4 stattfindet, werden wir wieder einen Branchenüberblick anbieten.

Welche Besucherzielgruppen wollen Sie ansprechen?

Grundsätzlich soll die Maintenance die Bedürfnisse der produzierenden und verarbeitenden Industrie in der Schweiz abdecken. Zudem haben wir seit Jahren Besucher aus dem Bereich öffentliche Hand, aus dem Gesundheits- und Dienstleistungssektor sowie aus der Energie- und Wasserversorgung. Wir sehen uns als klassische Fachmesse, bei welcher Spezialisten auf Spezialisten treffen. Wir sprechen dabei ausser Instandhaltern, Maintenance-Managern und -Ingenieuren auch Betriebsleiter, Produktionsleiter und Geschäftsführer an. Letztere möchten wir gerade über die Themen Smart Maintenance, Digitalisierung und Data Monitoring erreichen und ihnen konkrete Schritte auf dem Weg zu sinnvoller Digitalisierung im Instandhaltungsumfeld aufzeigen.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Maintenancebranche in der Schweiz über die Jahre seit der ersten Auflage der Messe?

Die Entwicklungen in der Instandhaltungsbranche hängen direkt mit den Entwicklungen in der produzierenden Industrie zusammen. Der Begriff Industrie 4.0 ist heute sehr präsent und sorgt durch den stetig wachsenden Grad an Digitalisierung für eine konstante Weiterentwicklung in der Instandhaltungswelt. Wir stellen jedoch auch fest, dass die Schweiz als typisches KMU-Land noch nicht in allen Bereichen auf diesen Zug aufgesprungen ist. Im Vergleich zum Ausland oder auch zu der von bekannten Schweizer Hochschulen skizzierten Idealsituation hinkt die Branche vielerorts noch ein, zwei Schritte hinterher.

Die Maintenance in Zürich darf man auf keinen Fall verpassen, weil ....

…sie einen idealen Treffpunkt für die komplette Instandhaltungsbranche darstellt, über Neuigkeiten, Trends und Lösungen informiert und dabei Raum für die Pflege des persönlichen Netzwerks bietet.

Bleibt das Konzept der zwei jährlich alternierenden Parallelmessen Solids beziehungsweise Pumps & Valves für die Zukunft bestehen?

Ja, wir halten an diesem Konzept fest. Das heisst, 2019 findet die Maintenance Schweiz wieder zusammen mit der Pumps & Valves statt und die Solids kehrt 2020 zurück. Selbstverständlich gehen wir aber auf die Bedürfnisse des Marktes, unserer Besucher und der Aussteller ein und erhalten uns die Flexibilität, das definierte Konzept bei Bedarf zu prüfen und anzupassen.



David Henz ist «Head of Cluster Industrial» bei Easyfairs Schweiz und damit der verantwortliche Kopf für die Maintenance und die Solids in Zürich. (Bild: Easyfairs)

Fact-Sheet

Maintenance/Solids

Was: Die «Maintenance Schweiz» ist die Schweizer Leitmesse für industrielle Instandhaltung und setzt Impulse und Trends für die gesamte Branche.
Die neu «Solids Zurich» benannte Fachmesse ist Nachfolgerin der Schüttgut/Solids Basel und richtet sich an nationale und internationale Anbieter von Technologien der Schüttgutverarbeitung, des Handlings, der Lagerung, der Verpackung und des Transports. Im Zentrum stehen Verarbeitungs- und Verfahrensschritte von grob- bis feinstkörnigen Materialien, dazu aktuelle Produkte zu den Themen Wiegen, Mischen, Filtern und Zerkleinern von Schüttgütern. Die Solids findet in Halle 4 statt.
Wo: Messe Schweiz Zürich, Oerlikon.
Wann: 7. und 8.2. , 9:00 bis 17:00 Uhr. (8.2. bis 16:00 Uhr).
Tickets: Zweitagesticket CHF 30.–
Weitere Infos unter:
easyfairs.com/de/maintenance-schweiz-2018/
easyfairs.com/de/solids-schweiz-2018/