Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 02/2018, 16.02.2018

Die AM Expo wird internationaler

Bereits mit ihrer zweiten Auflage, die am 6. und 7. März in der Messe Luzern über die Bühne geht, hat sich die AM Expo (AMX) in der Schweiz als einzige Fachmesse für Additive Manufacturing (AM) etabliert. Unter den Ausstellern finden sich heuer neben innovativen Unternehmen aus der Schweiz neu auch Global Player der Branche.

Nach der erfolgreichen ersten Austragung im September 2016 und der im März 2017 dazwischen geschalteten AMX-Tagung, folgt jetzt die zweite AM Expo. Die Messe Luzern als Veranstalter meldet eine Zunahme der Ausstellerzahlen gegenüber 2016 um rund 50 Prozent. Konkret heisst dies, dass rund 100 Aussteller aus den Bereichen Auftragsfertigung, Engineering, Software, Maschinen und Materialien auf der Messe ihre Innovationen präsentieren werden. Erstmals dabei sind in diesem Jahr die Trumpf Maschinen AG, Hewlett Packard, die Renishaw GmbH und die Stratasys GmbH.

Das Messekonzept wurde grundsätzlich von 2016 übernommen und weiterentwickelt. Neun Fokusthemen werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette relevante Bereiche für die Realisierung von AM-Projekten abbilden. Sie sollen den erwarteten 2000 Besuchern aufzeigen, wie AM in Unternehmen rentabel eingesetzt werden kann und bei der Orientierung auf der Messe helfen. Hier in der Folge die Fokusthemen und die Zusammenfassung der darin behandelten Fragen und Herausforderungen:

Design für AM: Hier erfährt der Besucher, wie das Design für additive Fertigung optimal funktioniert. AM eliminiert verschiedene Designeinschränkungen bestehender Fertigungsverfahren und macht so hochkomplexe Bauteile, die bis anhin nicht produziert werden konnten, realisierbar. Dies erfordert jedoch neue Denk- und Herangehensweisen bei der Konstruktion sowie die entsprechenden Softwareprogramme und deren korrekte Anwendung.

Neue Technologien und Materialien: Bietet einen Überblick über die grosse Palette unterschiedlichster Herstellungsverfahren, die sich rasant weiterentwickeln.

Performance-Steigerung, Leichtbau und spezielles Design: Mit AM können «bessere» Bauteile und Produkte produziert werden. Besser steht dabei für leichter, stabiler, aussergewöhnlicher oder zum Beispiel für eine fluiddynamische oder anderweitige Optimierung.

Kunden- und patientenspezifische Lösungen: In der AM werden die Bauteile direkt ab digitalen, individuellen Kundendaten produziert. Dies ermöglicht eine viel weiterreichende Produktindividualisierung als bis anhin und kann sogar bis zur Co-Kreation reichen, bei welcher der Kunde aktiv in den Designprozess integriert wird.

Kleinserien und digitales Ersatzteilmanagement: Anders als die traditionellen Fertigungsverfahren kennt die additive Fertigung keine oder nur geringe Skaleneffekte. Die Kosten pro Bauteil sind also nicht oder fast nicht von der Stückzahl abhängig. Deshalb können neu auch Kleinserien kostengünstig produziert werden. Damit eröffnen sich interessante Anwendungen wie das Digital Spare Parts Management. Dabei werden Ersatzteile digital gespeichert und erst bei Bedarf in Stückzahl 1 produziert.

Rapid Prototyping (RP) und Rapid Tooling: RP steht für verschiedene additive Fertigungsverfahren, die zur schnellen Herstellung von Musterbauteilen eingesetzt werden. Um das schnelle Erstellen von Produkten geht es auch beim Rapid Tooling, bei dem additive Fertigungsverfahren verwendet werden, um Werkzeuge herzustellen.

Nachbearbeitung und Qualitätssicherung: Die meisten additiv gefertigten Teile kommen nicht vollumfänglich einsatzbereit aus dem Drucker. Oft müssen sie nachbearbeitet werden. Eine weitere Herausforderung nach dem Produktionsprozess ist die Qualitätssicherung. Das Fokusthema vermittelt Wissen zu diesen nachgelagerten Prozessschritten.

Business Case, rechtliche Fragestellungen und Zulassungen: AM eröffnet neue Möglichkeiten, die Verfahren sind aber grundsätzlich teuer. Deshalb ist es wichtig, dass zu Beginn eine Nutzen-Kosten-Analyse erstellt wird. Zudem birgt die direkte Produktion ab digitalen Daten rechtliche Herausforderungen. Auch die Zulassung der Prozesse in regulierten Märkten, wie der Medizintechnik oder Luftfahrt, stellt eine grosse Herausforderung dar.

3D-Scanning und digitalisierte Prozesskette: Die Grundlage für die additive Fertigung sind 3D-Daten der entsprechenden Bauteile. Diese Daten müssen erstellt, bearbeitet, gespeichert und rückverfolgt werden können. Um den Umgang mit Daten zu meistern, müssen Unternehmen eine weitgehend digitale Prozesskette implementieren. Ein erster Schritt dazu ist das 3D-Scanning: Es ermöglicht die Digitalisierung bereits bestehender Bauteile.

Parallel zu den oben erwähnten Fokusthemen liefern konkret umgesetzte innovative Kundenprojekte – sogenannte Showcase-Präsentationen – auf den einzelnen Ständen der Aussteller den Besuchern Inspirationen für eigene AM-Projekte. Flankierend dazu stellen Referenten aus Wissenschaft, Forschung und Industrie in 42 Expertenvorträgen solche ausgewählten Showcases an einem nach Anwendungsgebieten gegliederten Innovation-Symposium vor.

Ein neuer Webauftritt der Messe mit Such-, Merk- und Vernetzungsfunktionen bietet Interessierten die Möglichkeit, sich auf die Messe vorzubereiten, um schon im Vorfeld Gesprächspartner in der AM-Community zu finden und Termine während der Messe zu vereinbaren.

Als Zielpublikum hat die AM Expo primär Entwickler, Konstrukteure, Produktmanager und Einkäufer aus der verarbeitenden Industrie im Auge, die sich informieren wollen, wie sie die additive Fertigung in ihrem Anwendungsbereich rentabel einsetzen können. (msc)

Messe Luzern AG
6005 Luzern, Tel. 041 318 37 00
info@messeluzern.ch



Ein spektakulärer «Showcase» auf der kommenden AM Expo ist diese Triebwerkdüse, gezeigt von Newemag / Schneider mc. Sie kann auf der Matsuura Lumex in hybrid-additiver Fertigung in einer Aufspannung hergestellt werden, indem alle Funktionsflächen der Düse HSC-gefräst werden, während der Laserschmelzprozess die Kanäle für den Treibstoff direkt ins Bauteil integriert. (Bild: Newemag)

Fact Sheet

AM Expo (AMX)

Was: AMX, AM Expo
Wo: Messe Luzern
Wann: 6. und 7. März; 9:00 bis 16:00 Uhr, AMX Night, 6. März 16:00 bis 18:00 Uhr
Wer: Messe Luzern AG
Tickets: Erwachsene CHF 25.–
Lernende und Studierende gratis
am-expo.ch