Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 02/2018, 16.02.2018

Rekordmesse zum 20-jährigen Jubiläum

Mit der «GrindTec» findet die wichtigste Veranstaltung der Schleifbranche in diesem Jahr vom 14. bis 17. März im deutschen Augsburg statt. Mit dabei sind auch knapp 60 Schweizer Aussteller. Die «Technische Rundschau» wirft vorab einen Blick auf ausgesuchte Neuheiten.

Die wichtigsten Eckdaten der GrindTec sind schnell aufgelistet: Die nach Angaben des Messeveranstalters Afag GmbH «Weltleitmesse der Schleiftechnik» hatte die Rekordzahlen der letzten Veranstaltung von 2016 mit 577 Ausstellern bereits gut zwei Monate vor Messebeginn übertroffen. Auch die belegte Fläche wuchs um 3000 m² auf nunmehr 43 000 m². Mit neun Messehallen wird die GrindTec pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum die bislang grösste werden.

Auch die Internationalität der GrindTec steigt: 44 Prozent (2016: 40 Prozent) der Aussteller haben ihren Firmensitz im Ausland. Mehr als jeder vierte ausländische Aussteller kommt aus Asien. Einziger Wermutstropfen aus Schweizer Sicht: Traditionell bisher stärkste Auslandsnation, hat sich die Beteiligung von Schweizer Unternehmen an der GrindTec von 67 (2016) auf 58 reduziert.

Einen der grössten Stände auf der Messe belegt die United Grinding Group UGG (Halle 7, Stand 7033). Die UGG-Tochter Walter Maschinenbau zeigt unter anderem mit der neuen Hochleistungswerkzeugerodier- und -schleifmaschine «Helitronic Vision Diamond 400 L» wie rotationssymmetrische Präzisionswerkzeuge (Schaftfräser, Reibahlen, Stufenbohrer, Profilrundmeissel, Vollradiusfräser oder Bohrer) aus PKD, HM, HSS, Keramik, Cermet und CBN bearbeitet werden können. Dank des «Two-in-one»-Konzepts kann automatisch zwischen der Produktion von PKD- und Hartmetallwerkzeugen gewechselt werden. Zudem ist die Bearbeitung neuartiger PKD-Werkzeuge in einer Aufspannung mittels erodieren und schleifen machbar. Linearmotoren in den Linearachsen und Torqueantriebe in den Rundachsen sorgen für die notwendige Genauigkeit und Schnelligkeit bei der Bearbeitung. Es können Werkzeugen mit einer Länge von bis zu 420 mm sowie im Durchmesser von 3 bis 315 mm bearbeitet werden.

Für das Schleifen von Wendeschneidplatten hat Ewag, ebenfalss Mitglied im UGG-Verbund, die «Compact-Line» im Angebot. Das 6-Achsen-Bearbeitungszentrum kann Hartmetall und Cermet genauso bearbeiten wie Keramik oder PKB. Durch die neue, optionale 6. Achse ist die Maschine nun auch für das Peripherieschleifen effektiv einsetzbar. Das Anbringen von Schutzfasen an den Hauptschneiden der Wendeplatten wird über die optimierte Kinematik der Maschine sowie die neuentwickelte C-Achse sichergestellt. Für den Rundlauf der Schleifscheibe und damit für die Prozesswiederholgenauigkeit ist die «Three-in-one»-Abrichteinheit zuständig. Sie erlaubt das Abrichten, Regenerieren und Crushieren der Schleifscheiben auf nur einer Einheit.

Das UGG-Mitglied Studer nutzt die GrindTec sogar, um eine Weltneuheit zu präsentieren. Offiziell wird die Maschine am 14. März, pünktlich um 12.00 Uhr, auf dem UGG-Stand enthüllt.

Zu den Kunden der Haas Schleifmaschinen GmbH (Halle 7, Stand 7001) zählen unter anderem zahlreiche Hersteller von Profilstechplatten, die Wert auf maximale Masshaltigkeit und Oberflächenqualität legen. Das Schleifwerkzeug der Wahl bei der Bearbeitung von Profilstechplatten sind häufig Diamantspitzprofilscheiben, die allerdings regelmässig abgerichtet werden müssen. Haas setzt dazu das «Xing-Dressing»-Verfahren ein. Dabei steht die Abrichtscheibe um 90° gedreht zur Schleifscheibe und nicht wie bei anderen Verfahren parallel. Dadurch können übliche Siliciumcarbid- oder Korundscheiben zum Abrichten verwendet werden. Durch den NC-gesteuerten Prozess kann der Radius der Schleifscheibe mit dem Umfang der Abrichtscheibe erzeugt werden. Die Kontaktfläche und der Anpressdruck zwischen Abrichtscheibe und Schleifscheibe bleiben dabei konstant. Die Vorteile des Xing-Dressing sind laut Haas eine geringere Druckbelastung und eine höhere Profil­treue für die Schleifscheibe.

Seit der Neuausrichtung der GrindTec im Jahr 2014 mit Öffnung in Richtung allgemeine Schleiftechnik finden Hersteller wie Emag (Halle 5, Stand 5029) ebenfalls ihre Heimat auf der Messe. Der Spezialist für die Multifunktionsbearbeitung mit vertikaler Spindel stellt mit der «VG 110» eine Schleifmaschine für die Unrundbearbeitung von kleinen Futterteilen vor. Neben der Unrundbearbeitung von Innen- und Aussenkonturen kann die Maschine aber auch zum Rundschleifen oder für die Kombinationsbearbeitung mit einer Innenschleifspindel und einem Drehmeissel eingesetzt werden. Durch die vertikale Bauweise wird, so heisst es bei Emag, zudem ein sehr kompakter Schlittenaufbau und somit eine hohe Steifigkeit erreicht. Der Hersteller verweist weiter auf eine sehr gute Thermostabilität. Um die geforderten Bearbeitungsgenauigkeiten an kleinen Werkstücken erzielen zu können, sind die X- und die Z-Achse getrennt auf dem Grundkörper aufgebaut.

Jede Schleifmaschine ist nur so gut und genau wie es das Spannmittel zulässt. Wer Ringe, Flansche, Gehäuse oder andere dünnwandige Teile bearbeiten will, stösst mit konventionellen Futtern oder Planscheiben schnell an Grenzen. Der Spannmittelspezialist Schunk (Halle 8, Stand 8102) bietet eine ganze Palette an Lösungen für diese Herausforderung. Als regelrechter Rüstzeitkiller bei der deformationsarmen Werkstückspannung haben sich laut Schunk Magnetspannplatten mit elektrisch aktiviertem Permanentmagnet etabliert. Am gebräuchlichsten sind Radialpolplatten, bei denen die Magnetelemente strahlenförmig um das Zentrum angeordnet sind. Da das Magnetfeld bis in die äusserste Randzone wirkt, werden selbst grosse Werkstücke sicher und deformationsfrei gespannt. Aufgrund der flächigen Haltekraft erfolgt die Bearbeitung weitgehend vibrationsfrei. Zum Ausrichten der Werkstücke lässt sich die Haltekraft über die Steuerung beziehungsweise über die Haltekraftregulierung einstellen. Passend zur jeweiligen Anwendung bietet Schunk standardisierte Radialpolplatten in drei Ausführungen: Für Schleifoperationen als AlNiCo-Single-Magnet-System, für Drehoperationen als AlNiCo-Double-Magnet-System mit hohen Haltekräften und schliesslich für die anspruchsvolle Volumenzerspanung beim Fräsen und Drehen als extra starkes AlNiCo-Neodym-Magnet-System.

Was nutzt das beste Spannmittel, wenn das Werkzeug unwuchtig ist? Diese Unwucht bei Schleifscheiben zu bekämpfen, hat sich die Haimer GmbH (Halle 1, Stand 1030) auf die Fahnen geschrieben. Auf der Messe präsentiert das Unternehmen seine neue Wuchtmaschine «Tool Dynamic Preset Microset», die Auswucht- und Voreinstelltechnik kombiniert. Die Spannung des Werkzeugs erfolgt in der hochpräzisen Auswuchtspindel mit dem bewährten Adaptersystem von Haimer. Das spart Zeit und erhöht die Genauigkeit, weil das Werkzeug nicht mehr umgespannt werden muss. Um den Wuchtvorgang möglichst effizient und einfach zu gestalten, bietet man spezielle Zubehörteile an. Dazu gehört ein komplettes Sortiment an Schleifscheibenaufnahmen für Werkzeugschleifmaschinen aller gängigen Fabrikate. Aber auch für Multitaskingmaschinen, in die neben Fräs- und Dreh- auch die Schleiftechnologie integriert wurde, hat das Unternehmen mittlerweile ein Programm an passenden Schleifscheibenaufnahmen zu bieten.

Ein weiteres wesentliches Element für ein optimales Schleifergebnis ist der Einsatz des richtigen Kühlmediums. Der Kühlschmierstoffspezialist Blaser Swisslube (Halle 7, Stand 7003) nennt seine Produkte nicht umsonst «flüssige Werkzeuge». Auf der GrindTec präsentiert das Unternehmen das neu entwickelte Hochleistungsschleiföl «Blasogrind GTC 7». Die ausgeklügelte Formulierung des Schleiföles sorgt laut Unternehmensangaben für hohe Abtragsraten, lange Abrichtintervalle und eine sehr gute Oberflächengüte. Darüber hinaus soll der sehr schnelle Luftaustrag für eine optimale Kühlleistung sorgen, Mikrorisse im Werkzeug verhindern und den Einsatz kleiner Maschinentanks erlauben. Als weitere Vorteile seines neuen Produkts sieht Blaser ein schnelles Verschwinden von Schaum, die farblose Transparenz und den neutralen Geruch.

Wo geschliffen wird, fällt Schleifschlamm an. Viele Unternehmen lassen ihn teuer entsorgen. Das muss aber nicht sein, wenn man weiss, wie die wertvollen Kühlschmierstoffe und Öle zurückgewonnen werden können. Wie das funktioniert, zeigt die Ruf Maschinenbau GmbH (Halle 1 Stand 1015) mit ihrer Brikettieranlage für Schleifschlamm «4/2300/60S». Sie ist mit einem 4 kW starken Hydraulikaggregat ausgestattet und komprimiert Schleifspäne zu zylinderförmigen Briketts mit einem Durchmesser von 60 mm. Die Anlage erreicht einen spezifischen Pressdruck von 2295 kg/cm² und eine Durchsatzleistung bis zu 80 kg/h. Das Brikettiersystem trennt Kühlschmierstoffe vom Metallspan, wodurch weitgehend entölte Briketts entstehen und das wertvolle Schmiermittel meist wieder eingesetzt werden kann. Deshalb amortisieren sich die Anlagen laut Herstellerangaben schon nach kurzer Zeit; teilweise innert sechs Monaten.(pi)

blaser.com
brikettieren.de
emag.com
ewag.com
haas-schleifmaschinen.de
Haimer: dihawag.ch
schunk.com
walter-machines.com



Beim Xing-Dressing steht die Abrichtscheibe um 90° gedreht zur Schleifscheibe. (Bild: Haas Schleifmaschinen)


Die Helitronic Vision Diamond 400 L kann automatisch zwischen der Produktion von PKD- und Hartmetallwerkzeugen wechseln. (Bild: Walter Maschinenbau)


Die Wuchtmaschine Tool Dynamic Preset Microset kombiniert Auswucht- und Voreinstelltechnik. (Bild: Haimer)


Die VG 110 ist für abrichtbare keramische CBN-Schleifscheiben als auch galvanische CBN-Schleifscheiben geeignet. (Bild: Emag)