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Ausgabe 03/2018, 21.03.2018

«Höchste Wertschätzung für Werkplatz Schweiz»

Die neue Messe «Industrialis» (11. bis 14. Dezember, Bern) möchte das Vakuum füllen, das durch den Wegfall der Messen «Prodex» und «Swisstech» in diesem Jahr entstanden ist. TR-Chefredaktor Wolfgang Pittrich sprach exklusiv mit den Machern der Messe, Daniel Fritz und Sasa Tanasic, über die Intention der Veranstaltung, den späten Termin im Dezember und die Chancen, die eine neue Messe für die MEM-Branche bietet.

Autor: Wolfgang Pittrich

Herr Fritz, die Industrialis hat bereits im Vorfeld für viel Aufmerksamkeit und Wirbel gesorgt, obwohl bis jetzt kaum Informationen über die Messe nach aussen gedrungen sind. Wie sieht das Messekonzept der Industrialis überhaupt aus?

Fritz: Es freut uns, dass die Industrialis ein hohes Mass an Aufmerksamkeit erhält. Sie ist eine zeitgemässe Produktions- und Zuliefermesse der Schweizer MEM-Branche und setzt den Fokus dabei verstärkt auf Swissness. Auch auf die digitale Transformation im Zeitalter von Industrie 4.0 wird besonders grossen Wert gelegt. An der Industrialis finden Besucher die gesamte Produktions- und Handelskette unter einem Namen und einem Dach. Synergien können so optimal genutzt werden. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz und in dieser Form ist die Industrialis in der Schweizer Indu­striemesselandschaft einzigartig.

Welche Zielgruppe wird aussteller- und besucherseitig angesprochen?

Tanasic: Die Industrialis spricht direkt technische Einkäufer, Konstrukteure und Entscheider aus dem In- und Ausland an. Ausstellerseitig adressieren wir unter anderem folgende Kernbranchen und -themenbereiche: Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge, Fertigungsmesstechnik, Maschinenbauteile sowie Systembau und Komponenten. Aber auch die Zulieferindustrie und die Dienstleistungsbranche werden sich im Messekonzept wiederfinden. Und natürlich fokussieren wir uns auf die aktuell brandheissen Themen wie additive Fertigung und digitale Transformation.

Eine neue Industriemesse in einem eng begrenzten Markt wie der Schweiz zu etablieren, ist kein leichtes Unterfangen. Warum braucht es aus Ihrer Sicht noch eine neue Messe? Es gibt doch bereits etablierte Industrieveranstaltungen.

Fritz: Unsere Messe ist ja ganz neu und hat damit logischerweise keine etablierte Vergangenheit. Auch ohne diesen Bonus haben ein Höchstmass an Leidenschaft und die Wertschätzung für den Werkplatz Schweiz bei uns jedoch oberste Priorität. Die aktuelle Resonanz seitens der bereits angemeldeten und der potenziellen Aussteller ist sehr gut und bestätigt uns in unserer täglichen Arbeit.

Tanasic: Unsere Vorstellung einer ganzheitlichen Schweizer Industriemesse mit zeitgemässer Gestaltung und fairem Preisgefüge wird offenbar auch von vielen anderen geteilt, und das freut uns natürlich. Zusätzlich ist die Standortwahl entscheidend. In Bern erhoffen wir uns eine deutlich bessere Anbindung der Westschweiz. Unsere Partnerschaft mit dem Groupement Suisse de l'Industrie Mécanique GIM-CH (Schweizerischer Verband der Maschinenindustrie; Anmerkung der Redaktion) unterstreicht dieses Bestreben.

Es wurde seitens der Industrialis ganz bewusst der alte Veranstaltungstermin der «Prodex/Swisstech» in den geraden Jahren im November als Wunschtermin ins Auge gefasst. Warum?

Fritz: Der Termin wurde gewählt, weil er sich im nationalen und internationalen Messekalender etabliert und bewährt hat. Wir möchten ja das Rad nicht neu erfinden, sondern Gutes beibehalten und weniger Gutes verbessern.

Ein Wermutstropfen könnte sein, dass nun der Messetermin für die Erstveranstaltung erst auf den 11. bis 14. Dezember 2018 fällt. Warum dieser späte Termin?

Tanasic: Grundsätzlich ist auch für uns die erste Dezemberhälfte eher ein wenig zu spät. Die Terminwahl für 2018 war allerdings notwendig, weil wir uns nur so ab 2020 die strategisch wertvollen Zeitfenster im November sichern konnten.

Fritz: Die aktuelle Resonanz der Aussteller zeigt erfreulicherweise, dass die Akzeptanz für diesen einmaligen Dezembertermin und zu dieser gewissermassen notwendigen Pionierleistung vorhanden ist. Das Verständnis und der Zusammenhalt sind gross. Das fühlt sich gut an.

Ein geschickter Schachzug der Industrialis könnte sein, Bern als Veranstaltungsort ausgewählt zu haben. Was hat Sie bewogen, nach Bern zu gehen?

Tanasic: Bern ist unsere Hauptstadt, liegt geografisch im Herzen der Schweiz, und das Umfeld ist äusserst industrieaffin. Aus unserer Sicht ist Bern daher ein optimaler Standort für die Schweizer Industriemesse der Zukunft. Der Messeplatz ist logistisch perfekt angebunden, die Infrastruktur ist topmodern und wird auch künftig weiter ausgebaut werden. Die Bernexpo-Groupe hat faire Preise, und die handelnden Personen sind kompetent.

Fritz

: Zudem liegt hier eine optimale Kombination aus verfügbarer Fläche und möglicher Bodenbelastung vor, sodass auch schwere Maschinen problemlos ausgestellt werden können. Die Wertschätzung seitens der Bernexpo-Groupe für das Thema Schweizer Industrie ist fühlbar hoch. Die Schweizer MEM-Branche ist hier ein gern gesehener Gast.

Der Verband «Swissmechanic» lobt am Konzept der Industrialis unter anderem die Tatsache, dass man nun eine Schweizer Industriemesse unter einem Namen und einem Dach bekomme. Ist das so?

Fritz: Aus unserer Sicht braucht die Schweizer MEM-Branche in der Tat eine starke Messeplattform mit ganzheitlichem Ansatz. Die gesamte Produktions- und Handelskette sollte gemeinsam abgebildet werden, nur so kann in der Schweiz das volle Messevolumen und -potenzial ausgeschöpft werden. Für die Schweiz ist eine starke Industriemesse unter einem Dach und Namen daher der optimale Lösungsansatz. Die Haltung der Verbände – nicht nur von Swissmechanic – und das Vertrauen unserer Aussteller unterstreichen das.

Ist damit der direkte Wettbewerb mit den bestehenden Messen Prodex und Swisstech eröffnet?

Tanasic: Wir sehen das nicht so, und wir fahren generell gut damit, uns auf unsere Messe und auf unsere Stärken zu konzentrieren. Plakativ könnte man Ihre Frage, Herr Pittrich, möglicherweise mit ja beantworten. Allerdings ist das, wie gesagt, nicht unser Bestreben, und auch unser Anspruch ist ein anderer.

Fritz: Die Industrialis stellt die Schweizer Industrie in den Mittelpunkt und ist somit stets am Puls der Zeit, topmodern und bietet ein Höchstmass an Swissness. Der ganzheitliche Ansatz, ein faires Preisgefüge und die Wertschätzung für den Werkplatz Schweiz stehen für uns an erster Stelle.

Noch sind es rund neun Monate bis zum Start der Messe. Sind Sie mit dem bisherigen Stand der Ausstelleranmeldungen zufrieden?

Tanasic: Wir sind bislang wirklich sehr zufrieden. Wir haben zahlreiche namhafte Aussteller und Partner an Bord und es werden ständig mehr ...

Können Sie mir ein paar Namen nennen?

Tanasic: Sicher. Fix zugesagt haben unter anderem Urma, Wenzel, Wenk, Faro, Walter Schweiz, Binkert, Springmann – um nur ein paar Namen zu nennen. Auch die gebuchte Ausstellerfläche der einzelnen Unternehmen entspricht unseren Erwartungen. Es gibt Firmen, die 400 Quadratmeter und mehr geordert haben. Unsere Idee einer zeitgemässen Industrieplattform für den Werkplatz Schweiz wird sehr gut angenommen. Natürlich wünscht man sich als Veranstalter immer noch mehr Volumen, aber nicht um jeden Preis, denn die Qualität muss stimmen.

Fritz: Auf unserer Homepage www.industrialis.ch finden sich weitere Ausstellernamen und auch ein sehr aufschlussreiches Video zur und über die Industrialis, mit einigen bemerkenswerten Aussteller-Statements.

Mit wie vielen Ausstellern und Besuchern rechnen Sie?

Tanasic: Wir geben für 2018 keine quantitativen Ziele heraus; mittelfristig sind 400 bis 500 Aussteller und 20 000 Besucher jedoch eine realistische Grösse.

Seitens Swissmechanic wurde ebenfalls gerühmt, das «Messeteam der Industrialis sei fachlich kompetent und stecke voller Ideenreichtum». Wer steckt eigentlich hinter der Industrialis?

Fritz: Der Veranstalter der Industrialis ist die Expomech AG. Unser Team besteht zunächst aus Sasa Tanasic und meiner Person. Wir haben langjährige Erfahrung in der Schweizer Industriemesselandschaft und kennen die Branche bestens. Aussteller- und verbandsseitig sind wir gut vernetzt und das Feedback über uns und unsere Arbeitsweise fällt seitens unserer Geschäftspartner glücklicherweise mehrheitlich positiv aus (schmunzelt). Ab April werden wir von unserer neuen Projektleiterin Franziska Weibel unterstützt. Sie verfügt über mehrjährige Erfahrung sowohl auf Aussteller- als auch auf Veranstalterseite.

Tanasic: Darüber hinaus kooperieren wir mit weiteren hocherfahrenen Messeprofis, darunter Luigi Palma, welcher als Area Manager Italy für uns arbeitet oder Gregor Sieber, der für uns als Key-Account diverse Schweizer Kunden betreut. Herr Sieber hat besonders im Umfeld der Werkzeugmaschinenbauer, Präzisionswerkzeughersteller und Messtechnik­anbieter einen hohen Bekanntheitsgrad und geniesst ein hohes Ansehen. Diverse externe Partner mit höchster Kompetenz und langjähriger Erfahrung runden unser Team und das Leistungspaket für unsere Aussteller ab, so zum Beispiel die Syma AG als offizieller Standbauer der Messe.


Expomech AG
6340 Baar, 044 310 11 00
info@industrialis.ch

industrialis.ch



Gute Stimmung: Daniel Fritz (links) und Sasa Tanasic haben beim Besuch in der TR-Redaktion sehr offensiv dargelegt, warum die neue Messe Industrialis «stets am Puls der Zeit und topmodern ist sowie ein Höchstmass an Swissness bietet». (Bilder: Martin Beltinger)


Daniel Fritz: «Wir haben langjährige Erfahrung in der Schweizer Industriemesselandschaft und kennen die Branche bestens.»


Sasa Tanasic: «Aus unserer Sicht ist Bern ein optimaler Standort für die Schweizer Industriemesse der Zukunft.»


TR-Chefredaktor Wolfgang Pittrich im Gespräch mit Sasa Tanasic und Daniel Fritz.