Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 03/2018, 16.03.2018

Digitalisierungsoffensive – startet durch

Mit ihrer traditionellen Hausausstellung im deutschen Pfronten läutete die DMG Mori AG das Messejahr 2018 ein. Für die rund 9000 Besucher aus aller Welt präsentierte das Unternehmen auf 8500 m2 Ausstellungsfläche 70 Maschinen; unter anderem mit dem Dreh-Fräszentrum «NTX 3000 (2. Generation)» sogar eine «Weltpremiere». Im Fokus stand zudem die Digitalisierungsstrategie des Global Players.

Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori AG, und Masahiko Mori, Präsident der DMG Mori Company, liessen es sich nicht nehmen, die anlässlich der Hausausstellung (30. Januar bis 3. Februar) ins deutsche Pfronten angereisten Fachjournalisten aus aller Welt persönlich zu begrüssen. Bei ihrer Präsentation stach vor allem die Fokussierung auf die digitale Transformation heraus, die das Unternehmen mit dem «Path of Digitization», weltweit vorantreiben möchte.

Dazu gehört das App-basierte Steuerungs- und Bedienumfeld «Celos» genauso wie die offene, digitale Plattform «Adamos», die DMG Mori mit seinen Partnern Dürr, Zeiss, ASM, Engel und Software AG weltweit anbietet. «Kurzfristig», so Christian Thönes, «werden über 100 Kunden an die neue IIoT-Plattform angeschlossen und alle Maschinen von DMG Mori über vollständige Konnektivität verfügen.»

Die Vorstandsriege präsentierte mit der WerkBliq GmbH auch gleich einen weiteren Mitspieler in der hauseigenen Digitalisierungsmannschaft. Die Bielefelder Softwareprofis wurden Ende 2017 von DMG Mori übernommen und bieten laut Christian Thönes eine herstellerübergreifende Plattform, auf der alle Beteiligten beim Instandhaltungsprozess miteinander vernetzt werden: «Mithilfe von individuellen Dashboards erhalten Maschinenbetreiber auf Knopfdruck alle wichtigen Informationen und Kennziffern auf der WerkBliq-Benutzeroberfläche. So wird der gesamte Wartungs- und Instandhaltungsprozess digitalisiert und deutlich beschleunigt.»

Aber auch hardwareseitig hatte DMG Mori in Pfronten einiges zu bieten. So gilt mit Beginn der Hausausstellung für alle Motorspindeln der «Master»-Serie eine Gewährleistung von 36 Monaten, ohne Stundenbegrenzung. Diese Massnahme ist Teil der «First Quality»-Strategie des Werkzeugmaschinenriesen, mit der man 2018 im Service «neue Benchmarks setzen und mit dem Customer-First-Programm zum Service-Excellence-Champion für die Kunden werden möchte», sagte Christian Thönes.

Ansonsten war, neben rund 70 weiteren Maschinen, mit der NTX 3000 (2. Generation) das jüngste Modell der kompakten Dreh-Fräszentren der NTX-Serie zu bestaunen. Diese «Weltpremiere» ist für einen grösseren Stangendurchmesser von 102 mm ausgelegt und bearbeitet auch komplexe Bauteile mit einem Drehmoment von bis zu knapp 1200 Nm (Hauptspindel). Der Arbeitsraum beträgt 675 mm in der ­X-Achse und ± 150 mm in der Y-Achse bei einer Stellfläche von 16,5 m². Die entscheidende Kernkomponente laut DMG Mori ist die B-Achse mit der eigenen «compactMaster»-Spindel für die 5-Achszerspanung mit bis zu 122 Nm Drehmoment.

Die Maschine addressiert aus Anwendersicht vor allem den Bereich der sechsseitigen Schwerzerspanung in der Aerospaceindustrie, dem Automobilbau oder der Medizintechnik. Shigetsugu Sakai, Operating Officer und im japanischen DMG-Mori-Werk in Iga verantwortlich für die Drehzentren, sagt dazu: «Mit der NTX 3000 2. Generation erweitern wir die umfangreiche Baureihe um noch grössere Stangendurchmesser und deutlich höheres Drehmoment. Damit reagieren wir erneut auf die hohe Nachfrage eines breit gefächerten Markts.»

Und natürlich reiht sich die neue Maschine nahtlos in die Digitalisierungsstrategie des deutsch-japanischen Unternehmens ein. So ist sie mit der App-basierten Steuerungs- und Bedienoberfläche Celos inklusive 21-Zoll-Multi-Touch-Display ausgestattet. Unter anderem sollen Apps wie «Condition Analyzer» oder «Performance Monitor» den Anwendern detaillierte Einblicke in die Bearbeitungsprozesse und den Status der Maschinen als Grundlage eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesse liefern. «Zudem», ergänzt Shigetsugu Sakai, «fungiert Celos in immer stärkerem Masse als IoT-Schnittstelle und schafft so die Basis für eine unternehmensübergreifende Interaktion in Produktionsnetzwerken der Zukunft.»(pi)


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Raumwunder: Auf einer Stellfläche von 16,5 m2 lassen sich mit der NTX 3000 (2. Generation) komplexe Werkstücke mit bis zu 102 mm Durchmesser fünfachsig bearbeiten. (Bild: DMG Mori)


Der Vorstandsvorsitzende der DMG Mori AG, Christian Thönes, (links) und Masahiko Mori, Präsident DMG Mori Company, eröffneten die Hausausstellung in Pfronten. (Bild: TR)