Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Ausgabe 05/2018, 11.05.2018

«Die Maschinen dürfen nicht stillstehen»

Die Bigsteel AG ist mehr oder weniger ein Newcomer im hartumkämpften Schweizer Blechbearbeitungsmarkt, ein sehr erfolgreicher noch dazu. Kurze Lieferfristen zeichnen das Unternehmen aus; maschinenseitig setzt man immer mehr auf Produkte von Trumpf. Auch und gerade, weil deren Service für eine reibungslose Produktion sorgt.

Der Name scheint Programm: Als Oliver Frank 2011 die interne Blechabteilung einer Metallbaufirma übernahm und zusammen mit seinem damaligen Chef und jetzigen Partner als Bigsteel AG zur Eigenständigkeit führte, konnte wahrscheinlich noch niemand die Erfolgsstory dahinter erahnen. Er erkannte das Potenzial: «Big» sind nämlich nicht nur die Blechtafeln, die das Unternehmen bearbeitet, «big» ist auch der bisherige Werdegang des Unternehmens. Denn bereits nach kurzer Zeit war die Firma so stark gewachsen, dass die Produktion aus allen Nähten platzte.

Und Oliver Frank landete direkt den nächsten Coup: Er übernahm eine Firma für Fahrzeugeinrichtungen und weitete damit das Portfolio aus. 2016 erfolgte dann eine weitere Übernahme eines Unternehmens, das auf die Produktion von Lochblechen spezialisiert war. Inzwischen beliefert Bigsteel Kunden in der ganzen Schweiz mit Blechteilen.

Die Bigsteel AG mit Sitz in Hergiswil zählt sich zu den modernsten Blechbearbeitern der Schweiz. Das Unternehmen bietet von der Beratung über die Planung und Entwicklung bis hin zum Endprodukt eine umfassende Dienstleistung entlang der Prozesskette Blech. Zu den Kernkompetenzen gehören das Laserschneiden, Stanzen, Abkanten und Schweissen von Stahl, Aluminium und Chromstahl für Prototypen und Kleinserien genauso wie für Grossprojekte. Der Spezialist arbeitet für Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen wie Industrie, Maschinenbau und Metallbau. Verarbeitet werden Bleche bis 6 m Länge, 2 m Breite und 25 mm Dicke.

Mittlerweile beschäftigt der Unternehmer 35 feste Mitarbeiter und zwar fast nur gelernte Facharbeiter. Der Grund ist laut Oliver Frank einfach: «Das ist zwar teurer, aber es lohnt sich. So können wir eine hohe Qualität sicherstellen.» Wobei der umtriebige Firmenchef den Blick über den Tellerrand nicht vergisst. So arbeitet er flexibel mit einer anderen Firma zusammen, um bei Bedarf Mitarbeiter auszuleihen. Sogar zwei ehemalige Kollegen, die mittlerweile auf dem Bauernhof der Eltern arbeiten, werden von ihm gelegentlich kontaktiert, wenn bei Stosszeiten Not am Mann beziehungsweise der Maschine ist. Nicht umsonst, denn sein Unternehmen, so Frank, sei in der Branche bekannt für kurze Lieferzeiten. Dies erfordert neben einem ständigen Zweischichtbetrieb auch die eine oder andere mannlose Geisterschicht.

Ein Projekt, auf das Firmenchef Frank besonders stolz ist, bekleidet als Fassade die Universität Luzern: «Die Formgebung, das markante Aussehen stammt von uns.» Ausserdem waren Metallskulpturen von Bigsteel bereits im Kunstmuseum Luzern zu sehen.

Genauso konsequent wie sein Geschäft betreibt Oliver Frank die Bestückung seines Maschinenparks. Oberstes Credo ist: «Die Maschinen dürfen nicht stillstehen. Unter gar keinen Umständen.» Waren früher noch Maschinen anderer Hersteller im Einsatz, setzt man inzwischen immer mehr auf Produkte und den Service der Trumpf Schweiz AG. Im Maschinenpark bei Bigsteel befinden sich unter anderem eine Stanz-Laserkombi «Trumatic 7000» und eine Laserschneidmaschine «Trulaser 5060», die Oliver Frank auf seiner Homepage als «zurzeit schnellste Laserschneidmaschine der Welt bis 6 Meter Länge» bezeichnet.

Und natürlich sind die Maschinen optimal verkettet, um eine mannlose Bedienung in der dritten Schicht zu garantieren. Beispielsweise kommt auf der Trumatic 7000 ein «SheetMaster» zum automatisierten Be- und Entladen zum Einsatz. Er übernimmt gleichzeitig das Sortieren der Teile. Die in die Anlage integrierten Sauger und Saugfelder versprechen den sicheren Transport von bis zu 8 mm dicken Blechen. Ein weiteres, wichtiges Handlingselement ist der «GripMaster». Er entnimmt die Restgitter und Reststreifen, die beim Stanzen anfallen, ohne dass der Bediener eingreifen muss. Durch diesen automatischen Endladevorgang beschleunigen sich die Maschinenlaufzeit und die Auftragsbearbeitung; ausserdem erhöht sich die Prozesssicherheit.

Jenseits der Qualität der Anlagen und Automatisierungseinrichtungen von Trumpf war für Oliver Frank ein weiteres Kriterium mindestens genauso wichtig: «Der Service ist die Visitenkarte einer Firma. Und Trumpf hat eine besonders schöne.» Mit diesem charmanten Kompliment adressiert der Firmenchef vor allem die unter dem Begriff «TruServices» angebotenen Dienstleistungen des Laser- und Blechbearbeitungsspezialisten. Dazu gehörten Schulungen, Prozessoptimierungen, Software und Analysetools genauso wie die Bereitstellung von Originalwerkzeugen oder Funktionserweiterungen. Frank schätzt dabei vor allem die schnelle Erreichbarkeit und Verfügbarkeit der Trumpf-Servicetechniker. Christoph Höpli, Gruppenleiter Technischer Kundendienst bei der Trumpf Schweiz AG, weiss um die Wünsche seiner Kunden: «Natürlich versuchen wir einen Servicetechniker an die Seite zu stellen, der in der Nähe wohnt. Martin Hess ist zum Beispiel fast schon so etwas wie ein Haustechniker bei der Bigsteel AG, denn er wohnt nur 15 Minuten entfernt.»

Der Technische Kundendienst von Trumpf sieht sich grundsätzlich als Problemlöser. Er deckt in der Schweiz derzeit 400 Maschinentypen ab. Die meisten Servicetechniker kennen sich mit bis zu 70 Prozent aller Maschinen aus und besitzen gleichzeitig zwei Spezialgebiete. Die 30 Spezialisten betreuen 660 Kunden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Sie wissen auch um ihren Stellenwert im Unternehmen, wie Christoph Höpli bestätigt: «Natürlich haben wir bei Trumpf immer schon den Anspruch Technologieführer zu sein und Innovationen voranzutreiben. Aber der Wettbewerb schläft nicht. Da ist es wichtig, Alleinstellungsmerkmale zu haben. Und das ist bei uns unter anderem der Service. Wir haben ein Sprichwort: Die erste Maschine verkauft der Verkauf. Die zweite Maschine sozusagen der Service.» (Siehe auch untenstehendes Interview.)

Eigentlich kein Wunder, dass der agile Firmenchef Oliver Frank von Bigsteel auf Trumpf setzt. Denn auch ihn treiben ähnliche Emotionen an: «Irgendwann kommt man an einen Punkt, da ist man entweder zufrieden oder man geht weiter. Ich gehe eigentlich immer weiter.»(pi)

Bigsteel AG Blechtechnik 6052 Hergiswil, Tel. 041 632 62 42 mail@bigsteel.ch

Trumpf Schweiz AG 6340 Baar, Tel. 058 257 61 61 info@ch.trumpf.com



Maschine und Service müssen Hand in Hand gehen: Oliver Frank (links) von Bigsteel im Gespräch mit Trumpf-Servicetechniker Martin Hess. (Bilder: Trumpf)


Oliver Frank, Geschäftsführer Bigsteel AG: «Früher hatten wir Maschinen anderer Hersteller. Nach kurzer Zeit sind wir jedoch zu Trumpf gewechselt und dabei geblieben. Ein wichtiger Aspekt dabei war der Service.»

Fünf Fragen an Ivo Jordi, Trumpf Schweiz AG

«Wir verfügen über 450 Jahre Know-how»


Herr Jordi, was macht den Technischen Kundendienst von Trumpf in der Schweiz so besonders?

Wir sind nah am Kunden, das zeichnet uns aus. Viele kennen wir persönlich, vom Geschäftsführer bis zum technischen Mitarbeiter. Aber natürlich ist die Nähe zum eigenen Team genauso wichtig: Bei uns ziehen alle an einem Strang. Ich bin auch nicht der unantastbare Chef. Im Gegenteil. Mein Büro ist immer offen und ich versuche mir für jeden Mitarbeiter Zeit zu nehmen. Ich besuche zum Beispiel jeden Servicetechniker mindestens einmal im Jahr direkt vor Ort beim Kunden. Da ich früher selbst viel unterwegs war, weiss ich, wie anstrengend die Arbeit sein kann.

Nun ist das Betreuen der Kunden vor Ort die eine Sache; immer wichtiger werden aber auch digitale Angebote. Welche Rolle spielen die bei Ihnen?

Eine grosse! Wir versuchen mit kleinen Schritten stetig vorwärts zu gehen, denn es gibt keine standardisierte Vorgehensweise für die Digitalisierung. Das Wichtigste ist die Bereitschaft etwas zu tun – und die haben wir hier in der Schweiz.

Gibt es dazu konkrete Beispiele?

Aktuell versuchen wir mit Smart Glasses Fuss zu fassen. Und zwar nicht bei unseren Technikern, sondern bei den Kunden. Das ist besonders bei älteren Maschinen hilfreich. Ausserdem setzen wir auf die Trumpf-Service-App, bei deren Pilotprojekt wir dabei waren. Unsere Besprechungen laufen seit längerer Zeit schon online ab; dadurch müssen die Aussendienstmitarbeiter nicht immer nach Baar in die Zentrale kommen. Ein weiteres Herzensprojekt ist die Digitalisierung des Tätigkeitsberichts.

Um was handelt es sich da?

Wir sind seit einigen Jahren zwar mit einem Tablet unterwegs, aber das hat immer noch ein Kabel. Dieses möchten wir quasi abschneiden. Der Kunde soll den Servicebericht zukünftig direkt über das Smartphone unterschreiben. Völlig kabellos und digitalisiert.

Welche kurz- und langfristigen Ziele verfolgen Sie im Technischen Kundendienst?

Wir wollen unseren Kunden in der neuen Trumpf Schweiz AG den bestmöglichen Service bieten. Wir möchten vor allem bewusst machen, dass es in der Schweiz genauso weitergeht wie zuvor: Mit bestehenden Kräften bieten wir die gewohnte Leistung. Denn Stabilität und Zuverlässigkeit sind ein grosses Thema für uns, und das möchten wir auch unseren Kunden vermitteln. Langfristig wollen wir für jegliche Probleme kundengerechte Lösungen bieten. Und das können wir dank gut ausgebildeter, langjähriger Mitarbeiter: Die durchschnittliche Dienstjahreszugehörigkeit beträgt 15 Jahre. Damit verfügen wir über grosse Erfahrung und ein Know-how von beinahe 450 Jahren.