Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 05/2018, 10.05.2018

«Agile Fertigungssysteme sind Realität»

Der finnische Automatisierungsspezialist Fastems hat in der Schweiz einen guten Namen und ein starkes Standing. Im Gespräch mit der «Technischen Rundschau» geht Heikki Hallila, Geschäftsführer der Fastems Systems GmbH, unter anderem auf die Auswirkungen der digitalen Transformation ein. Zudem blickt er voraus auf die «Open House»-Ausstellung Ende Mai in Deutschland, die unter dem Motto «agile Fertigung» steht.

Herr Hallila, auf der Fastems-Homepage werben Sie damit, «der führende unabhängige Hersteller von Systemen für die Fabrikautomation» zu sein. Worauf beruht diese Einschätzung?

Fastems ist seit 1982 in der Fabrikautomation aktiv und hat die zerspanende Industrie insbesondere mit der Entwicklung flexibler Fertigungssysteme geprägt. Seither wurden über 4000 Systeme weltweit installiert. Der Rekord in der Auslastung von spanabhebenden Werkzeugmaschinen, die mit Systemen von Fastems automatisiert wurden, liegt bei mittlerweile 8200 Stunden pro Jahr. Hinzu kommt, dass Fastems einer der ganz wenigen Anbieter auf dem Markt ist, dessen Lösungen von Werkzeugmaschinenherstellern unabhängig simd. Das heisst auch, dass mit unserer Hilfe unterschiedliche Werkzeugmaschinenmarken übergreifend miteinander kombiniert und automatisiert werden können.

Als wie bedeutend erachten Sie in diesem Zusammenhang den Schweizer Markt für Fastems?

Neben Deutschland ist die Schweiz für Fastems ein sehr wichtiger Markt innerhalb Europas. Zum einen hängt dies mit der Marktgrösse für Automatisierung in der Schweiz zusammen, und zum anderen betrifft dies die typischen Lösungsanforderungen in der Automatisierung bei Unternehmen in der Schweiz. Beide Aspekte machen diesen Markt für Fastems besonders attraktiv.

Ein wichtiges Thema, das aktuell auch die Schweizer Fertigungsindustrie bewegt, ist die digitale Transformation. Wie bildet Ihr Unternehmen diese Thematik mit seinen Lösungen ab?

Am besten lässt sich dieses Thema mit unserer digitalen Lösung «MMS» – Manufacturing Management Software – erklären. Mithilfe von MMS werden die Fertigung und das Ressourcenmanagement von spanabhebenden Werkzeugmaschinen effizient geplant, prognostiziert, gesteuert, visualisiert und überwacht. Die Vernetzung der angebundenen Maschinen und unterschiedlichsten Softwareebenen, wie ERP- oder CAD/CAM-Systeme, wird sichergestellt, denn nur dann können alle genannten Funktionen von der effizienten Planung bis hin zur Überwachung eines automatisierten Fertigungssystems realisiert werden.

Gilt diese Aussage nur für grösse Unternehmen, oder werden Ihrer Meinung nach auch kleinere Betriebe diesem Trend zur Digitalisierung folgen können oder sogar folgen müssen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben?

KMU können und müssen dem Trend zur Digitalisierung folgen. Der Markt und der Wettbewerbsdruck lassen auf Dauer keine Alternative zu. Fastems hat insbesondere für diese Unternehmen wirtschaftliche Automationslösungen im Angebot, die sowohl die Fertigung kleiner und mittlerer Lösgrössen bei einem gleichzeitig hohen Teilespektrum zulassen.

Worauf sollte ein Unternehmen achten, wenn es jetzt verstärkt in die digitalen Prozesse investieren will?

Die Investition in digitale Prozesse bedeutet nicht nur einen technologischen Wandel, sondern zugleich immer auch einen gewissen Kulturwandel im Unternehmen. Das Management muss diesen Wandel unterstützen und begleiten, da sonst die Potenziale solcher Prozesse nicht gehoben und die Vorteile nicht konsequent ausgeschöpft werden.

Welche fertigungstechnischen Trends beobachtet man bei ­Fastems sonst noch? Und welche Schlüsse zieht man daraus für die eigene Positionierung?

Das soeben angesprochene Thema der zunehmenden Teilevielfalt und die damit verbundene Komplexität bei gleichzeitig kleinen Losgrössen bis hin zur Stückzahl eins ist ein deutlicher Trend. Hinzu kommt der Zwang zur Steigerung der Fertigungsproduktivität. Dies alles hängt zusammen mit der Anforderung nach vorausschauender Planung der Ressourcen und der Fertigung bis hin zur Überwachung und zur vorausschauenden Instandhaltung. Fastems bietet für alle diese Themen Lösungen an.

Um welche Lösungen handelt es sich dabei?

Das Angebot umfasst Beratungsdienstleistungen im Umfeld des Materialhandlings bis hin zu flexiblen Fertigungssystemen, roboterbasierten Automationslösungen, Software für die Fertigungsplanung und -steuerung, Portal- und Verkettungssysteme sowie ein umfangreiches Serviceangebot.

Wobei das Motto der Hausausstellung am 29. und 30. Mai im deutschen Issum etwas ungewöhnlich klingt: «Agil – ist flexibel nicht genug?» Was hat es damit auf sich?

Die Beherrschung der Fertigungsherausforderung von Kleinserien und hohen Stückzahlen in Kombination ist inzwischen wirtschaftlich möglich. Agile Fertigungssysteme, die flexible Fertigungssysteme nicht ersetzen, sondern ergänzen, sind keine theoretischen Gedankenmodelle mehr. Dies ist etwas Neues für die Fertigungsindustrie und für die ersten Unternehmen schon Realität. Fastems will hier erneut seiner Vorreiterrolle gerecht werden und praktische Lösungen präsentieren. Begleitet wird die Hausausstellung, oder auch «Open House», wie wir sie nennen, durch hochkarätige Vorträge zu diesem Thema.

Es lohnt sich aus Ihrer Sicht also auf jeden Fall, diese Open House zu besuchen?

Es gibt in dieser Form keine vergleichbare Hausausstellung in Deutschland. Zum einen wird den Besuchern ein hochkarätiges Vortragsprogramm aus Theorie und Praxis geboten – und das kostenlos. Hinzu kommt eine Ausstellung mit namhaften Unternehmen wie Kuka, Fanuc, Sick oder Schunk, um nur einige zu nennen, die das Vortragsprogramm anschaulich begleitet. Darüber hinaus werden viele Projekte «live» präsentiert, wodurch unsere Besucher die zukünftige Fertigungspraxis hautnah erleben können. In Summe kann jeder Besucher somit eine Menge an zukunftweisendem Automatisierungs-Know-how und auch wertvolle Anregungen für sein eigenes Unternehmen von der Open House mitnehmen.(pi)

Fastems Systems GmbH
DE-47661 Issum, Tel. +49 2835 92 44-0
info.fastems@fastems.com, fastems.de



Heikki Hallila, Geschäftsführer Fastems Systems GmbH: «KMU können und müssen dem Trend zur Digitalisierung folgen. F­astems hat insbesondere für diese Unternehmen wirtschaftliche Automationslösungen im Angebot.» (Bild: Fastems)

Auf einen Blick

Open House Fastems

Unter dem Motto «Agil – ist flexibel nicht genug?» beschäftigt sich Fastems während der Open House am 29. und 30. Mai, DE-Issum, mit den zentralen Herausforderungen der spanabhebenden Industrie: Die wirtschaftliche Produktion von hohen Stückzahlen und Kleinserien bis hin zu Losgrösse 1. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Potenziale von agilen Fertigungssystemen im Sinne einer zukunftsweisenden Produktionsstrategie. Die Keynote mit dem Titel «Anstiftung für agiles Denken im modernen Maschinenbau» hält der Bestsellerautor Lars Vollmer. Darüber hinaus werden Vorträge von Rolls-Royce, Schunk und Allmatic erwartet. Begleitet wird die Veranstaltung mit einer Ausstellung von nahmhaften Branchenunternehmen. Partner der Veranstaltung ist die IndustryArena. Nähere Informationen gibt es unter

Das niederländische Unternehmen präsentiert während der Open House bei Fastems verschiedene Versionen seiner Roboter-gestützten Automationslösung für CNC-Maschinen «LoadAssistant». Dabei handelt es sich um eine universelle Automationslösung für die Be- sowie Entladung von Dreh- und Fräsmaschinen, die sich für CNC-Maschinen sämtlicher Hersteller eignet. Alle Modelle verfügen über einen rotierenden Beladetisch zur Aufnahme der Werkstücke. Der LoadAssistant verspricht eine leichte Bedienung und Inbetriebnahme. Zudem kann er als mobiles, verfahrbares System flexibel an mehreren Maschinen eingesetzt werden.

de.industryarena.com/openhouse

Nebenbei bemerkt

Halter CNC Automation zeigt robotergestützte Lösungen

Das niederländische Unternehmen präsentiert während der Open House bei Fastems verschiedene Versionen seiner Roboter-gestützten Automationslösung für CNC-Maschinen «LoadAssistant». Dabei handelt es sich um eine universelle Automationslösung für die Be- sowie Entladung von Dreh- und Fräsmaschinen, die sich für CNC-Maschinen sämtlicher Hersteller eignet. Alle Modelle verfügen über einen rotierenden Beladetisch zur Aufnahme der Werkstücke. Der LoadAssistant verspricht eine leichte Bedienung und Inbetriebnahme. Zudem kann er als mobiles, verfahrbares System flexibel an mehreren Maschinen eingesetzt werden.

haltercnc.com