Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Ausgabe 05/2018, 11.05.2018

Lange Werkstücke liegen im Trend

Die «GrindTec» hat die bereits im Vorfeld prognostizierten Rekordwerte nun auch im Nachhinein mit einem Bestwert an Besuchern bestätigt: Mehr als 19 000 Schleifprofis pilgerten nach Augsburg, um sich über Neuheiten und Trends der Branche zu informieren. Auch die «Technische Rundschau» war dabei und wirft einen Blick zurück auf ausgewählte Produkte.

Joachim Kalsdorf, Projektleiter GrindTec beim Messeveranstalter Afag, bringt es auf den Punkt: «Mit der GrindTec 2018 spielen wir endgültig in der Champions-League der Metallbearbeitungsmessen.» Grund: Nach einem Rekord bei Ausstellern und Fläche konnte die Messe (14. bis 17. April, DE-Augsburg) auch eine neue Bestmarke bei den Besuchern verzeichnen: 19 100 Schleifprofis aus 66 Nationen kamen nach Augsburg, um sich aus erster Hand zu den Neuheiten und Trends rund um die Schleiftechnik zu informieren.

Natürlich stand bei vielen Ausstellern – wie mittlerweile fast überall bei produktionslastigen Messen – das Thema «digitale Transformation» wenn nicht im Mittelpunkt, so doch auf der Agenda. Ein weiteres wichtiges Thema war die Erhöhung der Produktivität. Entweder durch Automatisierung der Schleifprozesse über Roboter oder integrierte Laderlösungen, oder durch Einsatz innovativer Verfahren wie den Laserstrahl. Und: Die Bearbeitung grosser Werkstücke scheint sich zu einem Trend zu entwickeln, denn zwei grosse Anbieter stellten auf der Messe dazu Weltpremieren vor.

Auch das spricht zunehmend für die GrindTec als Branchenevent: Nicht mehr EMO oder AMB werden für die Präsentation von Maschinenneuheiten genutzt, sonder zunehmend der Messeplatz Augsburg. Kein Wunder, wenn bei der offiziellen Befragung 92 Prozent der 645 Aussteller ihre Messeteilnahme mit «sehr gut», «gut» oder «befriedigend» werten. Da gerät es fast schon zum schmückenden Beiwerk, dass laut Afag «mindestens 3400 Aufträge, im Durchschnitt wenigstens 5 je Aussteller», direkt von den Besuchern auf der Messe gezeichnet wurden.

Für Interessierte, die nicht nach Augsburg kommen konnten, im Folgenden ein geraffter Überblick zu ausgewählten Neuheiten.

Agathon: Im Zentrum des Messeauftritts stand die Bearbeitung von Superhartstoffen mit der Lasermaschine «Neo». Für die Schweizer Schleifspezialisten ist die Kombination von Laser und Schleifen die effizienteste Methode, um Superhartstoffe wie beispielsweise polykristallinen Diamant (PKD) oder polykristallines kubisches Bornitrid (PCBN) zu bearbeiten. Dazu wird in einem ersten Schritt mit der Neo gelasert. Dabei macht man sich den Umstand zunutze, dass pro Zeiteinheit rund 100-mal mehr Material abgetragen wird, als dies mit einer Schleifmaschine möglich wäre. Um die benötigte Präzision zu erzielen, wird das Teil anschliessend mit einer Schleifmaschine endbearbeitet. Laut Agathon kann das Teil dadurch rund 60-mal schneller produziert werden und der Verschleiss an Verbrauchsmaterialien auf der Schleifmaschine soll um bis zu 75 Prozent sinken.

agathon.ch

Alesa Maschinen AG: Die neu gegründete Alesa Maschinen AG, eine Tochter der Alesa AG, präsentierte die neue Kreissägenschleifmaschine «ReDent 400». Laut Anbieter ist damit besonders im Bereich kleiner Kreissägendurchmesser von 20 bis 400 mm «erstmals eine Maschine verfügbar, welche bereits mit der Grundausstattung dem Anwender einen massiven Mehrwert bietet». Dazu gehört unter anderem das Neuverzahnen und Nachschärfen auf einer Maschine sowie das Anfasen oder Schleifen der Spanteilernut in der gleichen Aufspannung wie das Schärfen oder Verzahnen. Die Maschine ist sowohl für die Bearbeitung von HSS- wie auch VHM-Kreissägen geeignet und verspricht aufgrund der thermischen Stabilität und Schwingungsdämpfung eine hohe Wiederholgenauigkeit.

alesa.com

Danobat Group: Gezeigt wurde mit der «VG-8002» ein neues Modell an Vertikalschleifmaschinen. Aufgrund ihrer Kapazität zur Aufnahme unterschiedlicher Technologien für Schleif-, Dreh-, Bohr-, Ausdreh-, Fräs- und Messtätigkeiten kann die Maschine individuell an die Bearbeitungsbedürfnisse der Anwender angepasst werden. Sie verfügt über einen Hauptspindelstock, einen Hochfrequenzspindelstock für Innenschleifen und eine Planschleifspindel; alle Aggregate wurden von Danobat entwickelt. Die C-Achse ist hydro­statisch ausgeführt, um bei der Bearbeitung eine Rundheit unter einem μm zu erreichen.

Parallel dazu zeigte die Unternehmensgruppe noch ihr Angebot zur digitalen Transformation. Dazu gehört «Smart HMI», ein intuitives Bedienungsinterface, genauso wie «Data System», die Plattform für die Sammlung, Speicherung und Bearbeitung von Daten. Dadurch soll das Monitoring verschiedener Maschinenstatus visualisiert werden.

danobatoverbeck.de

Haas Schleifmaschinen: Erstmals wurde das Hightech-Schleifzentrum «Multigrind CB XL» vorgestellt für die 5-Achs-Komplettbearbeitung grosser Werkstücke. Es zeichnet sich laut Haas durch besondere Präzision und Stabilität aus und bearbeitet in vier Längenvarianten Werkstücke von 1400 bis 3200 mm Länge.

«Seit einigen Jahren erleben wir im Markt einen Trend zur Bearbeitung grösserer Werkstücke in einer Aufspannung. Die Grossteilebearbeitung aus einem Stück hat den Vorteil, dass Schnittstellen und dadurch Ungenauigkeiten wegfallen», begründet Thomas Bader, Geschäftsführer bei Haas, die Neukonstruktion.

Die Multigrind CB XL eignet sich vor allem für die Herstellung grosser Werkzeuge wie Abwälzfräser, Zahnstangen oder Verzahnwerkzeuge. Auch zur Bearbeitung von langen, schlanken Teilen für die Aerospace-Industrie wie Fahrwerksteile für Flugzeuge, Turbinenkomponenten, Kugelgewindeantriebe oder Führungsbahnen für Maschinen ist sie einsetzbar.

multigrind.com

Num: 31 Jahre nach ihrer Einführung hat die Werkzeugsoftware «Numroto» nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. So bietet die aktuelle Version 4.0 zahlreiche neue Funktionen und Erweiterungen, die zur Produktivitätsteigerung beim Werkzeugschleifen beitragen sollen. Neben Verbesserungen bei Kugel- und Eckradiuswerkzeugen, beim Zeichnungs- und Dokumentationstool «Draw» und den 3D-Simulationsfunktionen dürfte auch die Unterstützung für adaptives Schleifen für Benutzer von hochwertigen Werkzeugschleifmaschinen attraktiv sein.

Durch eine kontinuierliche Überwachung der Schleifspindelleistung ermöglicht die Software eine automatische Optimierung der Vorschubgeschwindigkeit, ohne dass zusätzliche Hardware montiert werden muss. Dadurch, so Num, lässt sich die Produktivität bestimmter Schleifprozesse äusserst kostengünstig

steigern.num.com

Okamoto: Die Kombination von hohen Verfahrgeschwindigkeiten, kurzen Schleifzeiten, hohen Oberflächenqualitäten und minimierten Nebenzeiten – kurz: Produktivität, war das beherrschende Thema des japanischen Herstellers. Ein Beispiel dafür war die Präzisionsprofilschleifmaschine «UPZ 52 Li». Sie steht für ein leistungsfähiges Anlagenkonzept zum hochgenauen Profilschleifen etwa im Werkzeug- oder Formenbau. Linearmotorentechnik sowie Maschinenelemente zur Reduzierung von Wärme und Vibrationen sind die Voraussetzungen, Beschleunigungswerte mit Tischgeschwindigkeiten von bis zu 40 m/min und Pendelbewegungen von 500/min liefern die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung. Weitere Vorteile, so Okamoto, sind die geringe Schleifzeit durch Mehrfacheinstechschleifen sowie die hohen Schleifgeschwindigkeiten auch beim Konturschleifen.

binkertag.ch

Studer: Mit einer Weltpremiere überraschte Studer auf der Grindtec: Die «favorit» ist eine wirtschaftliche Lösung (O-Ton Studer: «Eine sehr preisgünstige Maschine») für die Bearbeitung grosser Werkstücke. Die CNC-Universalrundschleifmaschine mit einer Spitzenweite von 1600 mm ist für das Schleifen in der Einzel- und Serienfertigung konzipiert. Mit verschiedenen Optionen wie Messsteuerung, Auswuchtsystem, Anschlifferkennung und Längspositionierung lässt sie sich nachträglich an unterschiedliche Schleifaufgaben anpassen. Sie ist zudem automatisierbar. Wie bei allen Studer-Rundschleifmaschinen steht auch hier ein Mineralgussbett für Präzision, Leistung und Sicherheit. Die Vollverkleidung bietet einen vollen Blick auf den Schleifprozess. Der Schleifspindelstock, der sich in 3°-Schritten automatisch positionieren lässt, kann je eine riemengetriebene Aussen- und Innenschleifspindel aufnehmen.

Durch die praxisorientierte Schleifsoftware, mit dem «StuderPictogramming», können auch weniger geübte Anwender Schleif- und Abrichtzyklen schnell und praxisorientiert programmieren. Zusätzlich ist optional die Software «StuderGrind» erhältlich.

studer.com

Vollmer: Die erstmals präsentierte Schleifmaschine «CHX 840» eignet sich für die Bearbeitung von hartmetallbestückten Kreissägeblättern mit Durchmesser bis 840 mm, die beim Sägen von Holz, Aluminium oder Metall zum Einsatz kommen. Ergänzt wird das Portfolio durch die zweite Variante «CHX 1300», mit der sich Kreissägeblätter mit Durchmesser bis zu 1300 mm bearbeiten lassen. Mit fünf CNC-gesteuerten Achsen kann die CHX 840 Sägeblätter mit allen gängigen Zahngeometrien komplett bearbeiten; das gilt auch für Sägen mit Achswinkel und Gruppenverzahnung.

Dank einer Doppelschleifscheibe erfolgt das Schärfen von Span- und Freiflächen in nur einer Aufspannung, wodurch sich die Rüstzeiten der Maschine verkürzen. Eine quer eingebaute Vorschubklinke mit pneumatischer Aushebung erlaubt auch eine Bearbeitung von Spanersegmenten und Spanerringen. Vollmer bietet die CHX 840 mit unterschiedlichen Automatisierungsgraden. So verfügt die Schleifmaschine optional über einen automatischen Einrichtvorgang, der aus dem Einfahren der Säge, der Durchmessererkennung sowie einem akustischen Sensor zum Antasten besteht.

vollmer-group.com

Zoller: Der Messmittelspezialist hat sein High-Speed-Gerät «pomBasic» noch schneller gemacht. Dieses einfach bedienbare, kostengünstige manuelle Gerät für eine universelle Werkzeuginspektion kann jetzt bedienerunterstützt, automatisiert Messungen durchführen. Zur automatischen Wiederholung von immer gleichen Messabläufen an beliebigen Werkzeuge werden ganz einfach Messmakros in der Messgerätesoftware «pomSoft» erstellt und der entsprechenden Werkzeug-ID zugewiesen: Einfach Werkzeug aufrufen (zum Beispiel durch Scannen des Werkzeug-Barcodes auf den Auftragspapieren), das Werkzeug anhand eines Transparentbildes ausrichten und schon wird die Messung automatisiert durchgeführt. springmann.ch

(pi)



Mit der Multigrind CB XL mit bis zu 3,2 m Aufspannlänge bedient Haas Schleifmaschinen einen aktuellen Trend hin zum Schleifen grosser Teile. (Bild: Haas)


Die Kombination von Laser (Bild) und Schleifmaschine soll in der Bearbeitung von superharten Werkstoffen einen deutlichen Schub bringen. (Bild: Agathon)


Preiswert, flexibel und wirtschaftlich: Die Weltpremiere «favorit» ist für das Schleifen grosser Teile in der Einzel- und Serienfertigung konzipiert. (Bild: Studer)


Numroto Draw zeigt jetzt automatisch die Geometrie von Schleifscheiben und Schleifscheibenpaketen an. (Bild: Num)


Mit fünf CNC-gesteuerten Achsen kann die CHX 840 Sägeblätter mit allen gängigen Zahngeometrien komplett bearbeiten. (Bild: Vollmer)