Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 05/2018, 11.05.2018

Mensch-Roboter-Team zur Elektronikfertigung

Nach einer Pilotanwendung in der eigenen Greifermontage zeigt Schunk anhand einer Demonstrationsanlage des Tochterunternehmens Schunk Electronic Solutions wie Nutzentrenner für die Elektronikindustrie kollaborationsfähig gemacht werden können, und welche Vorteile dies bringt.

Die Anlage setzt sich zusammen aus dem Nutzen-trenner «SAR 1700» und einem sechsachsigen Roboterarm «UR5» von Universal Robots, der mit einem Greifer vom Typ «Co-act EGP-C» von Schunk ausgestattet ist. Während bislang Stand-Alone-Maschinen wie der SAR 1700 von Mitarbeitern einzeln von Hand mit den Elektrobaugruppen bestückt werden mussten, genügt es nun, das Nutzenmagazin für den Roboter manuell nachzufüllen. Alles Weitere übernimmt die Maschine: Der Roboter greift ins Magazin, entnimmt einen Nutzen, legt ihn in die Maschine, schliesst die Tür und drückt die Starttaste. Sobald die Leiterplatten getrennt sind, legt der Roboter die Teile auf ein Förderband, und der Prozess beginnt von vorn. Das Magazin bietet Platz für bis zu 32 Nutzen.

Trotzdem ist die Anlage flexibel. Der Mitarbeiter kann bei Bedarf jederzeit übernehmen und die Maschine von Hand bestücken. «Mit dem kollaborativen Konzept lässt sich die Effizienz in der Elektronikproduktion erheblich steigern», erläutert Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter der Schunk GmbH. «Statt einer oder zwei Maschinen, können Bediener nun beispielsweise bis zu fünf Nutzentrenner gleichzeitig bedienen. So macht sich die Lösung innerhalb kürzester Zeit bezahlt.» Da der SAR 1700 speziell für kleinere Unternehmen konzipiert und der Invest vergleichsweise gering ist, können Elektronikproduktionen sukzessive mit zusätzlichen Maschinen ausgebaut werden. Jede lässt sich passend zum individuellen Bedarf flexibel manuell oder automatisiert bestücken, heisst es.

Der in der Anwendung eingesetzte Greifer ist der weltweit erste inhärent sichere Industriegreifer, der von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV für den kollaborierenden Betrieb zertifiziert und zugelassen ist. Der 2-Finger-Parallelgreifer, der über digitale I/O angesteuert wird, deckt ein breites Einsatzspektrum ab – von der Kleinteilemontage in der Elektronik- und Konsumgüterindustrie bis zu Montageanwendungen im Automotivesektor.

Der 24-V-Greifer erfüllt die Anforderungen der ISO/TS 15066 und ist so konstruiert, dass ein Menschen nicht verletzt werden kann. Dazu zählt eine Schutzhülle ebenso wie eine sichere Strombegrenzung. Um die Kollaboration mit dem Bediener möglichst flüssig und intuitiv zu gestalten, ist er mit einer LED-Beleuchtung in Ampelfarben ausgestattet. Über diese kann sich der Anwender den jeweiligen Zustand des Moduls signalisieren lassen. Er wird als komplett vormontierte Einheit mit passender Schnittstelle für die Cobots von Kuka, Fanuc oder Universal Robots geliefert.

Darüber hinaus sind auf Anfrage Schnittstellen für Roboter anderer Hersteller möglich. Die komplette Regelungs- und Leistungselektronik ist im Inneren des Greifers verbaut, sodass dieser keinerlei Platz im Schaltschrank beansprucht. Um den Inbetriebnahmeaufwand weiter zu minimieren, plant der Hersteller Programmierbausteine für alle gängigen Cobots. (msc)


Schunk Intec AG
8307 Illnau-Effretikon, Tel. 052 354 31 31
info@ch.schunk.com



Der Schunk Co-act-EGP-C-Greifer ist als weltweit erster Industriegreifer von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV für den kollaborierenden Betrieb zertifiziert und zugelassen. (Bild: Schunk)