Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2018, 07.06.2018

«Verlässliche Versorgung wäre gefährdet»

Der Lebensmittel- und Tierfutterproduzent Herbert Ospelt Anstalt nutzt für seine Produktion zu 40 Prozent die Wasserversorgung im Liechtensteiner Unterland. Das Unternehmen setzt auf Druckschlagdämpfer der Olaer (Schweiz) AG, um die Versorgungssicherheit im öffentlichen Netz und im eigenen Betrieb zu gewährleisten. Franz Kainz, Energiebeauftragter der Herbert Ospelt Anstalt, und Peter Schneider, Verkaufsdirektor Wasser bei der Olear (Schweiz) AG, geben Auskunft über die Wirksamkeit der Massnahme.

Autor: Das Interview führte Martin Wohlgenannt, Technischer Fachredaktor

Herr Schneider, warum musste Herbert Ospelt Anstalt in eine Druckschlagdämpferanlage von Olaer investieren?

Schneider: Produktionsbedingt treten im Wasserversorgungsnetz dieses Unternehmens grosse Druckschwankungen und Druckschläge auf, die sich sowohl innerhalb des Betriebes als auch im kommunalen Netz des Liechtensteiner Unterlandes nachteilig bemerkbar machen könnten. Drei zusätzliche neu installierte Autoklaven hätten dies noch verstärkt.

Kainz: Die wassergekühlten Autoklaven verursachen durch schnell benötigte grosse Wassermenge grosse Schwankungen im Verbrauch und Druckverlauf des Netzes. Die Druckschlagdämpfer vermindern die Druckausschläge auf ein geringes Mass und tragen so erheblich zum reibungslosen Ablauf unserer in vier Schichten laufenden Produktion bei.

Wie hoch könnten die Druckschläge ohne Dämpfung ansteigen?

Schneider: Die Spitzenbezüge liegen zwischen 500 und 3000 Litern pro Minute, die Drücke zwischen sechs und elf bar. Ungedämpft könnte dies sowohl im innerbetrieblichen als auch im öffentlichen Netz kostenintensive Schäden verursachen. Die grossen Druckschwankungen könnten ausserdem die Interessen anderer Verbraucher im öffentlichen Netz beeinträchtigen.

In anderen Bereichen des Unternehmens bewähren sich schon seit Jahren mehrere kleinere Druckschlagdämpfer. Hätten diese nicht gereicht?

Schneider: Die früher eingebauten Druckschlagdämpfer befinden sich direkt in der Nähe von schnell schliessenden und öffnenden Ventilen. Sie haben ein kleineres Volumen und wären nicht in der Lage, die durch die Autoklaven verursachten Druckschwankungen auszugleichen. Der neue Druckschlagdämpfer ist verfahrenstechnisch optimal wirksam im Bereich des im Untergeschoss installierten Verteilers «Tiernahrung 2». Mit seinen fünf Kubikmetern Inhalt sorgt er innerbetrieblich und im öffentlichen Versorgungsnetz für weitgehende Druckstabilität.

Warum fiel die Wahl auf den Druckschlagdämpfer des Typs «OLD 0560 DDV–CE Forced Flow»?

Schneider: Aufgrund von Druck- und Mengenmessungen sowie dem Volumen des innerbetrieblichen und kommunalen Netzes fiel die Wahl auf diesen Druckschlagdämpfertyp. Sein Behälter hat ein Gesamtvolumen von 5000 Litern und kann bei einem Anfangsdruck von 8,5 bar innerhalb weniger Sekunden ein Austauschvolumen von 1000 Litern ins Netz einspeisen. Auch bei schnellem Öffnen und Schliessen der Ventile und hohem Wasserbedarf bleiben die Druckschwankungen nun in einem Band von etwa 1,5 bar um den Mittelwert von 8,5 bar.

Lässt sich der Nutzen dieser Investition auch in Zahlen fassen?

Kainz: Druckmessungen, die unsererseits nach der Inbetriebnahme durchgeführt wurden, zeigen das schmale Druckband, welches uns der Druckschlagdämpfer verschafft. Die Schwankungen verlaufen auch wesentlich sanfter als vorher. Für eine kostenmässige Aussage liegen uns derzeit allerdings noch zu wenige Zahlen vor. Ohne den Druckschlagdämpfer würden jedoch die drei neuen Autoklaven die Druckschwankungen im Wasserversorgungsnetz erheblich verstärken und die Lebensdauer aller angeschlossenen Armaturen und Geräte verkürzen.

Schneider: Zum Vergleich könnten wir eine Alternative für einen Druckschlagdämpfer heranziehen, nämlich die Trennung des innerbetrieblichen Netzes vom öffentlichen Netz durch einen drucklosen Behälter. Dieser Behälter müsste allerdings wesentlich grösser sein als unser Druckschlagdämpfer. Ausserdem würde er höhere Betriebskosten verursachen, denn das vom öffentlichen Netz in den drucklosen Behälter eingespeiste Wasser müsste sehr schnell über gross dimensionierte Pumpen mit hohem Energieverbrauch wieder in das Netz eingespeist werden. Dies wäre in diesem Betrieb hier ziemlich häufig der Fall. Unser Druckschlagdämpfer hingegen verursacht keine Energiekosten.

Wäre der Betrieb der Anlage ohne Druckschlagdämpfer überhaupt möglich?

Kainz: Wie sich im Zuge des Anlagenausbaus und des Betriebs der drei neuen Autoklaven gezeigt hat, wäre die verlässliche Wasserversorgung des Unternehmens ganz sicher gefährdet. Die Autoklaven benötigen nämlich innerhalb kurzer Zeit grosse Wassermengen, deren Zulauf auch sehr schnell wieder abgeschaltet werden muss.

Schneider: Ospelt fordert für seine in vier Schichten produzierenden Anlagen eine höchstmögliche Verfügbarkeit. Produktionsausfälle würden ausserdem hohe Folgekosten nach sich ziehen. Da der Druckschlagdämpfer die Druckspitzen und Druckschwankungen auf ein schmales Druckband reduziert, trägt er erheblich zur hohen Verfügbarkeit der Anlagen bei.

Herbert Ospelt Anstalt FL-9487 Bendern, Tel. +41 58 377 10 00 info@ospelt.com

Olaer (Schweiz) AG 3186 Düdingen, Tel. 026 492 70 00 info@olaerschweiz.ch, olaer.ch



Imposante Anlage: Peter Schneider, Olaer (Schweiz) AG, steht vor der Druckschlagdämpferanlage bei der Herbert Ospelt Anstalt. (Bilder: Olaer)

Auf einen Blick

Funktionsweise der Druckschlagdämpferanlage OLD 0560 DDV-CD Forced Flow von Olaer

GInnerhalb des 5000 Liter fassenden Druckbehälters ist eine elastische Gummiblase aufgehängt. Unten ist diese Blase offen und über einen gross dimensionierten Flanschanschluss mit dem Wassernetz verbunden. Wegen der grossen Nennweite reagiert der Druckschlagdämpfer sehr schnell auf alle Druck- und Volumenänderungen. Der Zwischenraum zwischen Blase und Behälterwandung enthält eine Stickstofffüllung, die gegenüber dem Netz einen Anfangsdruck von 5,3 bar aufbaut. Ein Siebblech oberhalb des Flansches verhindert, dass im Falle einer Gesamtentleerung des Austauschvolumens die Blase in die Flanschöffnung gedrückt wird. Eine Zwangsdurchströmung sorgt dafür, dass immer frisches Wasser durch das Austauschvolumen strömt. Der Druckschlagdämpfer verfügt zudem über eine elektronische Niveauanzeige, um das Betriebspersonal jederzeit über den Wasserstand im Dämpfer zu informieren.