Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2018, 08.06.2018

«Packen wir die Chance!»

An der 49. Generalversammlung der Gesellschaft für Fluidtechnik (GOP) präsentierte Gabriel Richter, Bibus Hydraulik AG und in der GOP für die Marktforschung zuständig, die Ergebnisse der aktuellen Mitgliederbefragung. Und es herrschte Freude, denn erstmals seit Jahren des Krebsgangs zeigen die Zahlen wieder deutlich nach oben.

Herr Richter, wie präsentiert sich die aktuelle Marktsituation der Schweizer Fluidbranche?

Die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2017 kann durchaus positiv bewertet werden. In der Herbstausgabe der Konjunkturprognose des SECO sah man das internationale Umfeld als gefestigt. Alle Wirtschaftsräume zeigten sich stabil wachsend und alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass der Aufschwung, den wir in unserem unmittelbaren Umfeld wahrnahmen, weiterhin anhalten würde. Die schweizerische Exportwirtschaft stand eindeutig im Sog dieser Entwicklung. Während für 2017 noch ein etwas schwächeres Wachstum von 0,9 Prozent prognostiziert wurde, erwarteten die Experten für 2018 ein Wachstum von 2 Prozent.

Gut, das war jetzt der grosse Gesamtzusammenhang. Aber wie sieht es aktuell in der Fluidtechnik insgesamt aus?

Die Träger der positiven Entwicklung in der Schweiz fanden sich eher in der Pharma- und Chemieindustrie als in der MEM-Industrie. Dennoch fielen die Zahlen der Swissmem deutlich besser aus als auch schon. Betrachtet man den Mikrokosmos der schweizerischen Fluidtechnik, stellt man eine Stabilisierung auf tiefem Niveau fest, sogar ein minimales Marktwachstum kann verzeichnet werden. Nach sieben Jahren schrumpfenden Marktes sehen wir in 2017 einen leichten Erholungstrend.

Das tönt ja erfreulich und entspricht in etwa dem, was Sie an der GV vor einem Jahr noch als Hoffnung ausdrückten. Wie präsentieren sich denn die absoluten Zahlen pro Bereich?

Die Ergebnisse der Marktumfrage und die Veränderungen von 2016 zu 2017 innerhalb der 45 GOP-Mitglieder, die in beiden Jahren Meldungen abgegeben haben, kann so zusammengefasst werden: Im Bereich Pneumatik ist das Wachstum mit 6 Prozent am höchsten ausgefallen. Die Hydraulik hat nachziehen können, doch dort wirkt sich der Einfluss der Erholung in der Regel 4 bis 6 Monate später aus, sodass wir lediglich 2,8 Prozent Zunahme verzeichneten. Last but not least ist der Bereich Armaturen mit einem kleinen Rückstand von minus 2 Prozent gelistet, was sich allerdings nach unseren Erfahrungen im Verlauf des Jahres 2018 ebenfalls ins Positive ändern wird. Dies bestätigen auch die Erhebungen der GOP-Monatsstatistik nach dem ersten Quartal 2018. Ein erfreuliches Bild, welches in den Gesamtrahmen der Entwicklung der schweizerischen Wirtschaft passt.

Wird sich der Umschwung zum positiven Trend entwickeln?

Unsere Erwartungen für das laufende Jahr sind positiv. Aufgrund der aktuellen Konjunkturerwartungen und der allgemeinen Stimmung auf dem Markt sowie der Resultate des ersten Trimesters sollte das Jahr 2018, vorbehaltlich ausserordentlicher Ereignisse, ein erfreuliches Ergebnis ausweisen und das Vorjahr sogar übertreffen. Also: Packen wir‘s doch an und ergreifen wir alle Möglichkeiten, welche uns der Markt bietet! (msc)


GOP Gesellschaft für Fluidtechnik Schweiz
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Gabriel Richter ist im GOP-Verband verantwortlich für die Marktforschung. (Bild: GOP)


Das Marktvolumen 2017 der Schweizer Fluidtechnik hat die Vorjahresmarke um fast zehn Prozent überschritten und weist damit erstmals seit 2014 eine positive Tendenz aus. (Grafik: GOP)