Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2018, 07.06.2018

Elektronik bringt Schwung in die Hydraulik

Rexroth kommt mit einer neuen Generation von Einbauwegeventilen auf den Markt, die eigenen Angaben zufolge neue Massstäbe bei der Leistung und Kommunikationsfähigkeit hydraulischer Stellglieder definiert. Die Ventile vom Typ «WRC-4X» sollen durchgängig Volumenströme der nächsthöheren Nenngrösse erreichen und dank integrierter Elektronik auch bei analoger Ansteuerung über offene Schnittstellen Industrie-4.0-fähig sein.

Mit den neuen Blockeinbauventilen adressiert der Hersteller vor allem Anwendungen wie Pressen, Druckguss- oder Spritzgiessmaschinen, die hohe Anforderungen an Volumenstrom und Dynamik stellen. Unter Einsatz von Co-Simulationen mit Strömungsanalysen und Festigkeitsberechnungen haben die Entwickler die Kanalgeometrien so optimiert, dass die Volumenströme bei gegebenen Nenngrössen deutlich höher ausfallen als zuvor. Sie sollen durchgängig Werte erreichen, für die bisher jeweils die nächstgrössere Ausführung notwendig war. So können Maschinenhersteller bei gleichen Anforderungen eine kleinere Baugrösse verwenden oder bei gleichen Baumassen wie bisher mehr Leistung nutzen, verspricht der Anbieter.

Gleichzeitig wurde die Dynamik der Einbauwegeventile WRC-4X erheblich verbessert. Die Sprungantwortzeiten beginnen je nach Volumenstrom bei unter 10 ms. Durch die Kombination von höherem Volumenstrom und Dynamik sollen sich beispielsweise die Leistungsfähigkeit von Einspritzachsen und damit die Produktivität von Spritzgiessmaschinen entscheidend verbessern lassen.

Die Ventile können sowohl analog als auch digital angesteuert werden. In beiden Fällen gewährleistet die integrierte Elektronik (OBE) eine nahtlose Einbindung in digital vernetzte Automatisierungsumgebungen und Industrie-4.0-Anwendungen. Die Multi-Ethernet-Schnittstelle unterstützt alle gängigen Echtzeitprotokolle wie Sercos, EtherCAT und Varan. Das WRC-4X stellt darüber hinaus das «Open Core Interface for Drives» (OCI) zur Verfügung, eine offene Schnittstelle, welche die Kommunikation mit einer Vielzahl von Programmen ermöglicht. Damit schliesst der Hersteller den Kreis vom hydraulischen Aktor bis zur IT und zu Cloud-basierten Anwendungen. Die Ventile sollen sich auch in Conditon-Monitoring-Systeme einbinden lassen.

Bei der Inbetriebnahme sollen Wizards die Konfiguration der ab Werk geprüften und kalibrierten Ventile vereinfachen. Die Engineeringumgebung «IndraWorks Ds» führt Techniker logisch durch die notwendigen Schritte. Die Ventile sind zunächst in den Nenngrössen 32, 40 und 50 verfügbar und decken Nenn-volumenströme bis 2700 l/min ab. (msc)


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Dank integrierter Elektronik mit Multi-Ethernet-Schnittstelle und «OPC UA for Drives» fügen sich die Ventile auch bei analoger Sollwertvorgabe in vernetzte Umgebungen ein. (Bild: Rexroth)