Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Ausgabe 06/2018, 08.06.2018

Fräsen in einer neuen Dimension

Auf der EMO im letzten Herbst zeigte Fanuc mit der «Robonano α-NMiA» erstmals in Europa eine Fräsmaschine mit einer Befehlsauflösung im Sub-Nano-Bereich. Damit werden gefräste Oberflächen mit einer Rauheit von wenigen Nanometern (nm) möglich, womit dieses Bearbeitungszentrum schlagartig in den Fokus der Uhren- und Medizintechnikbranche rückt. Nur logisch, dass Fanuc Schweiz keine Mühen gescheut hat, um die Maschine auf der Branchemesse EPHJ-EPMT-SMT vom 12. bis 15. Juni in Genf den Besuchern vorzustellen.

Fanuc verspricht für die Robonano α-NMiA, dass sie «Ultrapräzision für die Massenproduktion» ermöglicht. Damit soll sie sich unter anderem besonders für die Bearbeitung von komplexen Formkernen und Werkstücken eignen und darüber hinaus natürlich ganz generell für eine ganze Reihe von Anwendungen, die Präzision im Nanobereich erfordern. Das Bearbeitungszentrum vereint hochmoderne Bearbeitungstechnologie. Die Programmiereinheit entspricht dem neusten CNC-Standard von Fanuc, dasselbe gilt für die Motoren. Als Lagertyp für alle Achsen kommt eine hydrostatisch versorgte Lagertasche zum Einsatz, weiter verfügt das Bearbeitungszentrum über ein aktives Dämpfungssystem.

Zu den Achsen: Die maximalen Verfahrwege betragen für die Achsen X, Y und Z 450 × 300 × 200 mm, die B- und C-Achse bieten 360° kontinuierliche Drehung auf ihrem jeweiligen Rundschalttisch mit Durchmesser 220 mm. Die Befehlsauslösung beträgt 0,1 nm auf den Achsen X, Y und Z sowie 0,000001° auf den Achsen B und C.

Kommen wir zu den Geschwindigkeiten: Die maximale Vorschubgeschwindigkeit beträgt in der X- und Z-Achse 1000 mm/min, in der Y-Achse 200 mm/min und in der B- und C-Achse jeweils 3600 °/min. Die maximale Spindeldrehzahl liegt bei 50 000 min-1. Die Frässpindel ist an der C-Achse befestigt.

Das Standardzubehör der 3,6 t wiegenden Maschine umfasst den CNC-Schaltschrank, das Bedienfeld, einen MMS-Bildschirm für die Bedienung der Peripheriegeräte, dazu die Frässpindel, eine Optionshalterung, das Hydraulikaggregat, die aktive Dämpfereinheit, die KSS-Einheit und ein Präzisions-Drucklufttemperatursteuersystem. Als Option gibt es einen Ölnebelabscheider und ein intelligentes Messpaket mit einem Mikroskop, einem elektrischen Mikrometer und dem Messgerät zum Auswuchten.

Die Installationsanforderungen verlangen einen Aufstellbereich von 5 × 5 m; die elektrische Versorgung benötigt eine Spannung von 200-220 VAC bei 50/60 Hz und 7 kVA (20A). Eine weitere Voraussetzung ist eine konstante Raumtemperatur von 23 °C, wobei eine maximale Abweichung im Bereich von ± 1 cJ je nach angestrebter Bearbeitungsgenauigkeit zulässig ist; dies bei 50 Prozent Feuchtigkeit, 0,7 ± 0,01 MPa und 1 m3/min Druckluft. (msc)

Fanuc Switzerland GmbH 2504 Biel, Tel. 032 366 63 63 info@fanuc.ch

EPHJ-EPMT-SMT: Stand B117



Die Robonano α-NMiA von Fanuc setzt neue Massstäbe in Sachen Genauigkeit beim Fräsen. (Bilder: Fanuc)



Fünf Fragen an Gianluca Tristo, Technical Support Engineer Robonano bei Fanuc

Herr Tristo, welche Bedeutung hat die Robonano für das Portfolio von Fanuc?

 

Die Robonano repräsentiert in ihrem Bereich die Spitzentechnologie und ist gleichzeitig das Schaufenster für die besten und neuesten Standardtechnologien von Fanuc.

Was macht die Robonano so einzigartige in der Zerspanungstechnik?

In der Robonano α-NMiA wurde die Auflösung der Programmierbefehle auf 0,1 Nanometer verbessert, um eine reibungslose Bewegung der Achsen zu gewährleisten. Damit liegt sie im Moment in den Bestwerten im Markt. Mit dieser Maschine ist es zudem möglich, die engen Form- und Oberflächentoleranzen von kleinen und grossen optischen Komponenten bis zum Format A4 einzuhalten, ohne Kompromisse bei Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Benutzerfreundlichkeit einzugehen. Damit ist das Bearbeitungszentrum die Lösung der Wahl für die Massenproduktion von Ultrapräzisionskomponenten.

Welche Branchen profitieren am meisten von der Einführung dieser Bearbeitungstechnologie?

Die Ultrapräzisionsbearbeitung wird typischerweise dann eingesetzt, wenn es darum geht, hohe Genauigkeit oder eine hohe Oberflächengüte oder beides zugleich zu erreichen. Anwendungen finden sich häufig in der Herstellung von Automobilkomponenten wie Head-up-Displays, von Leuchtensystemen wie Scheinwerfer, und von Markenemblemen. Hinzu kommt die Bearbeitung von Werkzeugeinsätzen zum Spritzgiessen von Glas- und Polymerlinsen, von Spiegeln und anderen optischen Komponenten. Weitere Felder sind die biomedizinischen Komponenten, etwa die Mikrofluidik für Point-of-Care-Tests, aber auch Spezialwerkzeuge und die Uhrenindustrie. Darüber hinaus gibt es ein grosses Potenzial in noch nicht identifizierten Anwendungen.

Erhielten Sie schon Feedback von Kunden zur Technologie?

Die Robonano war bis jetzt in Europa noch nicht erhältlich. Fanuc verfügt jedoch über langjährige Erfahrung und viele zufriedene Kunden in Japan, welche die Integration der Robonano-Technologie in ihre Prozesskette als einen soliden Wettbewerbsvorteil sehen. Nach sorgfältiger Entwicklung und Erprobung wird die Robonano α-NMiA nun in Kürze auch in anderen Märkten, unter anderem in Europa, eingeführt.

Wie war die Resonanz auf der EMO im letzten Herbst?

Das Besucherinteresse an der Robonano α-NMiA war gross, und sie weckte Interesse sowohl bei Forschungsinstituten als auch in der Industrie. Die Präsentation der Maschine in Hannover war also ein voller Erfolg.