Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 06/2018, 07.06.2018

Und wer bezahlt für die PSA?

Ein wichtiger Grundsatz für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist längst nicht allen bekannt: Arbeitgeber müssen die notwendige persönliche Schutzausrüstung (PSA) für ihre Mitarbeitenden bezahlen.

Das gibt zu denken: Viele Lernende glauben fälschlicherweise, dass sie ihre persönliche Schutzausrüstung (PSA) selber bezahlen müssen. Erwin von Moos, Kampagnenleiter «Sichere Lehrzeit» der Suva hat dies kürzlich bei Umfragen an verschiedenen Berufsfachschulen festgestellt. Dabei gaben viele Lernende an, dass sie in ihrem Lehrbetrieb für die Kosten der PSA selber aufkommen oder zumindest den nötigen Ersatz selber berappen müssen. «Von 600 haben sich etwa 100 so geäussert», sagt von Moos. «Das finde ich erschreckend.» Doch ganz überraschend ist der Befund nicht. «Wer bezahlt die PSA?» ist ein Dauerbrenner unter den Fragen, die den Sicherheitsexperten der Suva immer wieder gestellt werden. Was also gilt tatsächlich?

«Die Rechtsgrundlagen sind eigentlich ganz klar», betont Pius Arnold, Rechtsanwalt in der Abteilung Arbeitssicherheit der Suva. «Der Arbeitgeber hat die notwendige Ausrüstung zur Verfügung zu stellen und auch die Kosten zu tragen», so Arnold. Als Grundlage nennt er die Artikel 5 und 90 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV). Dies gelte selbstverständlich auch für Lernende oder Temporär-Mitarbeitende und schliesse den abnützungsbedingten Ersatz der PSA ein.

Warum also ist dies so wenig bekannt? Und warum gibt der Umgang mit Sicherheitsschuhen, Schutzbrillen und Schutzkleidung immer wieder zu reden? Zum einen vermuten Arnold und von Moos, dass die Formulierung «zur Verfügung stellen» manche Arbeitgeber glauben lässt, dass sie die PSA zwar zu beschaffen, nicht aber zu bezahlen hätten. Zum anderen können Details im Umgang mit der PSA auch durchaus privatrechtlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt werden. Zum Beispiel was übermässige Abnützung, zusätzliche private Nutzung oder mutwillige Beschädigungen betrifft. Und da kann der Teufel im Detail stecken.

Generell plädieren die Sicherheitsexperten der Suva für einen grosszügigen Umgang der Arbeitgeber mit dem Thema PSA. «Wer Geld sparen will, spart hier eindeutig am falschen Ort», erklärt Erwin von Moos. Die Suva ihrerseits werde künftig vermehrt darauf achten, ob die Betriebe ihren gesetzlichen Pflichten beim Thema PSA nachkommen.

Was also tun, wenn der Arbeitgeber die Schutzausrüstung nicht bezahlt? Es kann ja schon für gestandene Mitarbeitende schwierig sein, ein solches Thema bei den Vorgesetzten anzusprechen. Umso mehr gilt dies für Lernende. Die Suva-Experten raten Mitarbeitenden zu folgendem Vorgehen: Das Gespräch mit dem Vorgesetzten oder Berufsbildner im Betrieb suchen und, falls das Argumentieren schwierig wird, ihm zum Beispiel die Webseite der Suva zu diesem Thema und die Rechtsgrundlagen für PSA zeigen (http://t1p.de/h7my).

Fakt ist, dass Betriebe, die nicht für die Kosten der PSA aufkommen, gegen geltendes Recht und übrigens auch gegen das Obligationenrecht verstossen (siehe Art. 328 und 362).

Den Kontakt zur Suva können Interessierte anlässlich der Messe «ArbeitsSicherheit Schweiz» auf dem Gelände der Bernexpo auch direkt am Messestand der Suva in Halle 3.2, Stand F.07 aufnehmen – falls sie denn Einlass erhalten (siehe Kasten links). Die Suva ist übrigens auch Sponsor der Messe, die von der børding exposition SA veranstaltet wird. (msc)

Suva 6002 Luzern, Tel. 41 419 51 11 suva.ch

ArbeitsSicherheit Schweiz: Halle 3.2 Stand F.07

børding exposition SA 8835 Feusisberg, Tel. 022 733 17 50 info@boerding.com



So ist es richtig: Lernende erhalten an ihrem ersten Arbeitstag ihre PSA, kostenlos. (Bild: Suva)

Fact Sheet

ArbeitsSicherheit Schweiz 2018

Was: «ArbeitsSicherheit Schweiz 2018», 7. Fachmesse für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz & Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.

Achtung: Für den Zutritt zur Messe wird ein Fachbesuchernachweis verlangt, da sich ArbeitsSicherheit Schweiz ausschliesslich an Entscheider und Experten aus den Bereichen Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung und Management richtet. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Besuchern mit anderer Profession den Einlass zu verwehren.

Wo: Bern, Bernexpo

Wann: Dienstag 19. Juni bis Donnerstag 21. Juni, täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr 30, am Donnerstag bis 16 Uhr.

Tickets: Tagesticket vor Ort CHF 25 (Zweitagesticket CHF 50); E-Tagesticket online CHF 15 (zwei Tage CHF 30).

Ausstellungsschwerpunkte: Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz, Persönliche Schutzausrüstung, Prävention bei besonderer Gefährdung, Unfallverhütung, Umgang mit Gefahrenstoffen, Brandschutz, Arbeitshygiene, Gesundheitsschutz, Umweltsicherheit sowie Messtechnik zur Vermeidung von Stör- und Unfällen

Veranstalter: boerding exposition SA, 8835 Feusisberg, Tel. 022 733 17 52, info@arbeits-sicherheit-schweiz.ch

Weitere Informationen unter arbeits-sicherheit-schweiz.ch