Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
04.12.2018

Deutsche Messe stellt "Cebit" ein

Angesichts rückläufiger Flächenbuchungen für die Cebit 2019 bereinigt die Deutsche Messe ihr Veranstaltungsportfolio. Die industrienahen Digitalthemen der Cebit werden in der "Hannover Messe" weitergeführt, für die übrigen Themenfelder der Cebit sollen inhaltlich "spitze Fachveranstaltungen" entwickelt werden. Der Vorstand der Deutsche Messe AG, Oliver Frese, verlässt zum 31. Dezember 2018 das Unternehmen.

Das neue Konzept der Cebit, das auf den Dreiklang aus Messe, Konferenz und Festival setzte, konnte den Abwärtstrends der Besucherzahlen nicht stoppen, heisst es in einer Pressemitteilung der Deutschen Messe AG. Da auch der Negativtrend bei den Flächenbuchungen über alle Themensegmente hinweg nicht aufgehalten werden konnte, werde die Cebit künftig nicht mehr ausgerichtet.

Die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre zeigte, so die Erklärung weiter, dass eine Horizontalmesse wie die Cebit in der digitalen Wirtschaft zunehmend auf rückläufige Nachfrage stößt. Da die Innovationsschritte durch die Digitalisierung vor allem in den Anwendungsbranchen greifen, ist Digitalisierung bei nahezu allen Branchenfachmessen das beherrschende Thema. Dies beeinflusst die Messepolitik der Unternehmen, die zu den klassischen Kernausstellern der Cebit gehören. Sie nutzen immer häufiger die Branchenmessen der Anwender als Plattform für Geschäftsanbahnung.

"Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder über die thematische Überschneidung von Hannover Messe und Cebit diskutiert. Wir werden daher die Themen überführen, die inhaltlich zur klaren Ausrichtung der Hannover Messe passen", sagte Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. In den nächsten Wochen werde zudem intensiv mit dem Digital-Markt geprüft, welche Themen Potenzial für fokussierte Fachmessen aufweisen.

Die Bedeutung der Cebit im Veranstaltungsportfolio und im wirtschaftlichen Ergebnis hatte sich bereits in den vergangenen Jahren relativiert. "Wir haben durch viele andere starke Veranstaltungen und das stringente Wachstum im Auslandsgeschäft die Deutsche Messe als Unternehmen sicher und solide aufgestellt", sagte Köckler. Die Marke Cebit soll bei den Veranstaltungen im Ausland weiter genutzt werden.

Zeitgleich mit der Absage der Cebit wurde bekannt, dass der Deutsche Messe AG-Vorstand Oliver Frese das Aufsichtsratspräsidium um Entbindung von seinen Aufgaben zum 31. Dezember 2018 bat. Das Gremium gab diesem Ersuchen statt.

Für die Deutsche Messe AG: handelskammer-d-ch.ch