Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG

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Fertigungsorganisation: Ausgabe 08/2019, 11.08.2019

«Durchgängig und anwenderfreundlich»

Wie kann die Produktivität im Hochlohnland Schweiz so gesteigert werden, dass man dem globalen Wettbewerbsdruck standhält? Vor dieser Frage, die sich jeder Schweizer Lohnfertiger nahezu täglich stellt, stand auch die Ypsotec AG. Mit dem Invest in die MES-Software mit Leitstand und BDE von Proxia konnte der Zulieferer seine komplexe Fertigung transparent gestalten, die Produktivität steigern und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Die Ypsotec AG produziert als Lohnfertiger hochkomplexe Dreh- und Frästeile für den Pharma- und Medizinalmarkt, die Automatisierungstechnik sowie die Bau- und -nebenindustrie. An die Konzernmutter Ypsomed AG liefert man rund 15 Prozent des Umsatzes, hauptsächlich mechanische Komponenten zur Herstellung von Insulinpumpen und Insulinpens. Heute fertigt das Unternehmen an zwei Standorten, am Hauptsitz in Grenchen mit etwa 100 Mitarbeitenden und in Tabor in Tschechien mit ebenfalls rund 100 Mitarbeitenden.

Mit seinem modernen Maschinenpark und dem hohen Ausbildungsstand der Mitarbeiter ist das Unternehmen bestens gerüstet im Zwei- und Dreischichtbetrieb im hart umkämpften Markt erfolgreich zu bestehen. Nebst stabiler Fertigungsprozesse, konsequenter Prozessoptimierungen und laufender Automatisierung ist dabei die Transparenz in der Produktion ein nicht mehr wegzudenkender Faktor.

«Unser ERP-System stiess mit diesen Anforderungen an seine Grenzen und musste durch Excel-Listen und Planer mit Turnschuhen ergänzt werden», wie Piero Tschanz, COO der Ypsotec AG, ausführt. Diese Tatsache führte dazu, sich intensiver mit dem Thema Manufacturing Excecution System (MES) zu befassen. Eine MES-Software bietet neben den Feinplanungsmöglichkeiten des Leitstandes in Verbindung mit einem Betriebsdaten-Erfassungssystem (BDE) auch einen detaillierten Einblick in die aktuelle und vergangene Situation der Produktion.

Nach eingehender Evaluation standen drei Anbieter in der engeren Wahl, aus welcher sich die Ypsotec AG für die Proxia Software AG entschied. «Proxia bietet für unsere Anwendungen das durchgängigste und anwenderfreundlichste System mit modularen Weiterentwicklungsmöglichkeiten für nahezu alle Bereiche eines produzierenden Unternehmens», erklären Piero Tschanz und Felix Haussener, Leiter Produktionsplanung bei Ypsotec. Die Bedienungsoberfläche sei anwenderfreundlich und logisch aufgebaut und kann mit der Einfachheit der Bedienung eines heutigen Smartphones verglichen werden.

Da Leitstand und Betriebsdatenerfassung die aktive Mitarbeit der Belegschaft erfordern, mussten die Mitarbeiter für das neue BDE-System gewonnen werden. «Wir wollen nicht unsere Mitarbeiter überwachen, wir wollen unsere Produktionsfortschritte in Echtzeit verfolgen, den einzelnen Teams einen Planungshorizont zum Mitgestalten aufzeigen und Störungen im Prozess aufzeichnen. Genau dies waren die Punkte zum Durchbruch des BDE-Systems bei unseren Mitarbeitern in der Produktion», wie Felix Haussener schildert.

Bereits nach kurzer Zeit konnten Problemkreise mit Auswirkungen in den Produktionen eindeutig und transparent aufgezeigt und den Verantwortlichen kommuniziert werden. Durch konsequentes Eliminieren von Störfaktoren und laufenden Verbesserungen steigerte man die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit deutlich, und das System gewann zunehmend an Vertrauen. Heute unterstützt der Proxia-Leitstand in Verbindung mit dem voll integrierten BDE-System das Führungsteam und die Planer bei Ypsotec auch technologisch.

«Wo unser ERP an seine Grenzen stiess, planen wir heute mehrstufige Produktionen mit über 5000 Produktionsaufträgen im Jahr, 9000 aktiven Arbeitsschritten und 120 Ressourcen transparent und in Echtzeit», führt Piero Tschanz aus. «Durch das Erweiterungsmodul ‹Proxia-Multiressourcenplanung› haben wir die neuen Möglichkeiten, Einrichtezeiten in anderen Schichtmodellen zu planen, als reine Bearbeitungszeiten sowie die maximal zur Verfügung stehenden Einrichter pro Gruppe festzulegen und als Rüstressourcen zu hinterlegen.»

Auch das Proxia-Personaleinsatz-Planungssystem «PEP» könnte zukünftig eine weitere Ergänzung zur Erhöhung der Planungsgenauigkeit sein. Dieses Modul beinhaltet Mitarbeiterfähigkeiten sowie deren Absenzenplanung.

Um die Transparenz in den Produktionen weiter zu erhöhen und die Qualität der Rückmeldungen zu steigern, haben sich die Verantwortlichen bei Ypsotec entschieden, einen grossen Monitor in der Haupthalle zu installieren. Er visualisiert, online über das Proxia-Monitoring, die aktuellen Zustände der Maschinen und den jeweiligen Produktionsfortschritt: «Dadurch sind Mitarbeiter und Vorgesetzte auf einen Blick über den aktuellen Stand in der Produktion informiert und können sofort reagieren.»

Die positiven Folgen der MES-Einführung machen sich deutlich bemerkbar. Durch Transparenz in der Produktion und Aufzeigen von Verschwendungen konnte die Produktivität bereits deutlich gesteigert werden. Felix Haussener resümiert: «Aus diesem Grund haben wir unsere BDE-Stati, welche wir täglich bemelden, im neuen Geschäftsjahr weiter verfeinert, um Verluste in der Produktion eine Stufe tiefer anzugehen.»

Die von Proxia-MES geschaffene Transparenz hat dazu geführt, dass Felix Haussener und sein Team in der Produktionsplanung eine verlässliche Planung geschaffen haben, somit die Liefertreue weiter steigern und im Gegenzug Bestände, WiP und Durchlaufzeiten deutlich reduzieren konnten. COO Piero Tschanz will in den nächsten Jahren weiter in neue Technologien und Automatisierungen in der Produktion investieren und so den Standort Grenchen sichern und weiter ausbauen: «Mit dem MES von Proxia haben wir dazu den richtigen Partner auch für unsere Zukunft.» (pi)

Ypsotec AG
2540 Grenchen, Tel. 032 654 97 11
info@ypsotec.com
ypsotec.com

Proxia Software AG
6203 Sempach Station, Tel. 062 748 10 00
info@proxia.com
proxia.com



Optimale Produktionsplanung und -steuerung: Über den Leitstand auf dem linken Monitor kann die Produktionsplanung Maschinen optimal belegen; rechts sind zeitgleich die zugehörigen ERP-Daten aus «Abacus» ersichtlich.


Piero Tschanz (links), Leiter des operativen Geschäftsbereichs (COO) bei Ypsotec, erklärt Martin Bass von Proxia die Auswertungen der BDE: «Durch den Einsatz der Module Leitstand und BDE sind die Einrichtvorgänge um rund 30 Prozent gesunken und das bei einer gleichzeitigen Zunahme der Arbeitsschritte von 4500 auf 7500 pro Monat innerhalb eines Jahres.»


Ypsotec plant und steuert mit Proxia-MES jährlich rund 5000 Aufträge mit über 9000 Arbeitsgängen. (Bilder: Proxia)

Auf einen Blick: Proxia-BDE- und -Leitstandsoftware

- Transparenz über die gesamte Produktion
- Erfassung realer Betriebsdaten in Echtzeit
- Aufzeigen von Verlusten und Steigerung der Produktivität
- Deutliche Reduktion der Durchlaufzeit
- Abbau von Beständen und WiP
- Einbindung der Produktionsmitarbeiter in die Feinplanung
- Planung von etwa 9000 Arbeitsschritten gleichzeitig
- Abbildung von rund 120 Einzelressourcen im System
- Planung von 5000 Produktionsaufträgen pro Jahr und 100 Kundenauslieferungspositionen pro Woche
- Kürzere Rüstzeiten sowie insgesamt raschere Auftragsbearbeitung