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Plasmaschneiden: Ausgabe 10/2019, 11.10.2019

Dicke Bleche optimal bearbeiten

Der «Autogenrotator» von MicroStep verspricht bei der 3D-Dickblechbearbeitung deutliche Vorteile: Es können Materialstärken bis zu 200 mm bearbeitet und mit sehr flachen oder steilen Fasen versehen werden.

Der MicroStep Autogenrotator ist ein endlosdrehendes Fasenaggregat, welches speziell für die 3D‑Bearbeitung von Flachmaterial mit hohen Materialstärken entwickelt wurde. Fasen bis 65° können damit genauso realisiert werden wie das Anbringen von variablen Fasen sowie von einfachen V-Nähten, aber auch von komplexen X-, Y- oder K-Nähten, heisst es seitens des Herstellers. In Kombination mit einem Scanner kann der Rotator auch für die nachträgliche, hochpräzise Schweissnahtvorbereitung an bereits geschnittenen Teilen sorgen.

Der 2018 vorgestellte Autogenrotator basiert auf dem gleichen Funktionsprinzip wie der Plasmarotator des Herstellers, welcher laut MicroStep seit vielen Jahren weltweit bei mehreren Hundert Fertigungsunternehmen erfolgreich im Einsatz ist. So erfolgt der Kollisionsschutz beispielsweise durch die intelligente Brennerhalterung ITH (Intelligent Torch Holder). Und das selbstlernende, patentierte Kalibriersystem ACTG (Automatic Calibration of Tool Geometry) erkennt und kompensiert vollautomatisch geometrische Ungenauigkeiten, die sich beispielsweise aufgrund mechanischer Verstellungen am Brenner ergeben können.

Die Rotatoreinheit wird über eine hochsteife Konstruktion an einem Z-Achsensupport am Portal der Brennschneidanlage befestigt und verfügt durch den Aufbau mit einer drehenden B‑Achse und einer schwenkbaren A-Achse über eine äusserst hohe Dynamik und Agilität, heisst es. Ein spiralverzahnter Drehkranz verspricht dabei einen hochpräzisen und sanften Bewegungsablauf.

Als wichtigsten Pluspunkt nennt MicroStep die Möglichkeit, dass mit dem Autogenrotator Materialstärken bis hin zu 200 mm bearbeitet und mit Fasen versehen werden können, während die Grenze beim vergleichbaren Drei-Brenner-Aggregat in der Regel bereits bei 80 mm liegen kann. Ausserdem ist der Rotator in einem Bereich von 1° bis 67° schwenkbar; es können also flache als auch steile Fasengeometrien realisiert werden.

Und: Geht es um Fasen entlang einer nicht linearen Kontur, so können laut MicroStep mit dem Fasenaggregat ungleich kleinere Radien umgesetzt werden als mit dem Drei-Brenner-Aggregat; nicht unwichtig, wenn es darum geht, runde oder ovale Durchbrüche für das Verschweissen von Rohren mit Schweissnahtvorbereitungen zu versehen. Beim Schneiden von K-Fasen besitzt das Drei-Brenner-Aggregat allerdings Vorteile: Denn diese Fasengeometrie kann mit dem Autogenrotator lediglich an der Blechkante realisiert werden, was im Vergleich Zeit kostet, da hierbei nach jedem Schnitt zunächst der entstandene Schrott manuell entfernt werden muss. Allerdings soll man bei der Realisierung von K-Fasen mit dem Rotator wiederum Materialverluste minimieren können.

Ebenfalls eine Reihe von positiven Aspekten sieht MicroStep im Vergleich zur Bearbeitung mit einem Roboter:
Die komplette Bearbeitung wie 2D- oder 3D-Zuschnitt sowie nachträgliches Anfasen findet auf einer Maschine statt.
Die Investitionskosten für die zusätzliche Ausrüstung des Schneidsystems mit einem Autogenrotator sollen im Vergleich zur Einrichtung eines komplett neuen Roboterarbeitsplatzes überschaubar sein.

Das Schneidergebnis auf einer Portalmaschine verspricht aufgrund der höheren Steifigkeit des Systems eine deutlich höhere Präzision.
Der Rotator kann auf einer Portalschneidanlage mit zusätzlichen Technologien beispielsweise zum Markieren oder Beschriften oder einem Bohrsupport ergänzt werden.

Weltweit ist der Autogenrotator bereits in zahlreichen Fertigungen im Einsatz, betont der Hersteller. Beispielsweise verwendet ihn die deutsche Werft German Naval Yards in Kiel zur Schweissnahtvorbereitung bei Paneelen. Und bei der spanischen Solintal LRD soll der Autogenrotator die Produktionszeit von bis zu 160 mm starken Brennteilen mit komplexen Fasengeometrien an nichtlinearen Konturen deutlich reduziert haben, von früher 6 h auf mittlerweile nur noch 45 min.

Diese Beispiele zeigen, dass der Autogenrotator für unterschiedlichste Branchen einsetzbar ist. Beispielsweise für den schweren Maschinen- und Anlagenbau, bei der Konstruktion von Offshore-Anlagen, beim Schiffsbau oder bei der Konstruktion von Brücken- oder Stahltragwerkskonstruktionen. Der Rotator ist optional für die MicroStep-Schneidanlagen der Baureihen «MG», «CombiCut» und «DRM» erhältlich.   (pi)

MicroStep in der Schweiz: LWB WeldTech AG
3184 Wünnewil, Tel. 031 744 66 44
info@lwbweldtech.ch

microstep.com



Immer dann, wenn hohe Materialstärken nicht nur geschnitten, sondern auch mit komplexen Fasen versehen werden sollen, kann der Autogenrotator seine Vorteile voll ausspielen. (Bilder: MicroStep)


Hohe Präzision: Der Autogenrotator ist in einem Bereich von 1° bis 67° schwenkbar; es können also sehr flache als auch steile Fasengeometrien realisiert werden.