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Neuer Werkstoff für KTL-lackierte Baugruppen

Spielfreie Mehrlenkerscharniere für Spoilerkinematiken, -Verdeck- und -Scharniersysteme kostengünstig herzustellen, gestaltet sich in der Praxis nicht einfach. Häufig nur grob gestanzte Bohrungen mit begrenztem Feinschnittanteil in den Lenkern, in Kombination mit Kaltfliesspressnieten, erfordern eine aufwendige Nachkalibrierung der eingesetzten Lager. Igus bietet mit seinen Gleitlagern aus tribologisch optimierten Kunststoffen wie dem neuen elektrisch leitfähigen Werkstoff «Iglidur F300» eine technisch bessere und günstigere Lösung für den Automotivebereich.

Fahrtwind, Sonnenschein und eine kurvige einsame Strasse – so stellt man sich eine entspannte Cabrio-Fahrt vor. Doch bei Wind, Regenwetter und Stadtverkehr ist der Fahrer froh, sein Verdeck schnell schliessen zu können. Damit das funktioniert sind unter anderem spielarme Mehrlenkerscharniere gefragt. Die Herausforderung bei den Aerodynamik-Bauteilen liegt in ihrer Herstellung. In der Praxis werden die Bohrungen in den Lenkern nur grob gestanzt, die Feinschnittanteile sind limitiert und dazu kommen auch noch Nieten und Gleitlager, die in einem ganzen System spielfrei arbeiten sollen, um Geräusche und Klappern zu vermeiden. Metallische gerollte PTFE-Lager kommen bisher standardmässig zum Einsatz, müssen jedoch sehr aufwendig nachkalibriert werden. Der Motion-plastics-Spezialist Igus setzt hier mit seinen Kunststoffgleitlagern, zum Beispiel aus dem neuen Werkstoff Iglidur F300, an. «Der Nachteil von Kunststoffgleitlagern, dass diese bei hohen Temperaturen fliessen, wird in diesem Fall zu unserem Vorteil», erklärt Markus Feth, Leiter Automotive bei Igus. 

Selbstkalibrierung durch hohe Temperaturen 

Die Buchse aus dem Material Iglidur F300 wird mit Vorspannung in der Lagerstelle montiert. Die Kathodische Tauchlackierung – ein Verfahren zur gleichmässigen Beschichtung von Oberflächen – wird durchgeführt. Dafür hat Igus das neue Iglidur F300 so entwickelt, dass es elektrisch leitfähig ist und die Einzelteile des Scharniers nicht voneinander isoliert. Die Leitfähigkeit ist so ausgelegt, dass diese für ein gutes Lackierergebnis ausreicht. Allerdings sind die Igus-Lager im Vergleich zu metallischen Gleitlagern eher isolierend, so dass es zu keiner nennenswerten Korrosion in den üblichen Salzsprüh- und Klimawechseltests der OEM kommt. Dies ist besonders bei Aerodynamik-Bauteilen wir Spoilerkinematiken und verstellbaren Diffusoren von Bedeutung. Zudem ist das Material extrem verschleissfest und hält den besonderen thermischen Anforderungen während des anschliessenden Einbrennens stand. Im Trocknungsprozess bei 180 bis 220 Grad kalibriert sich das Lager von selbst nach. So erhält der Kunde, trotz grob gestanzter Bohrungen und Kaltfliesspressen von Bolzen, eine leichtgängige und spielarme Lagerung.

igus.de