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Swiss Medtech Award 2022 geht an AlveoliX

Am heutigen Swiss Medtech Day, dem bedeutendsten Anlass der Schweizer Medizintechnikindustrie mit mehr als 550 Teilnehmenden, wurde das 2019 gegründete Berner Start-up AlveoliX mit dem Swiss Medtech Award im Wert von 75’000 Franken ausgezeichnet. AlveoliX hat die menschliche Lunge einschliesslich Atembewegung im kleinen Massstab nachgebaut (Lung-on-Chip). Nach Meinung der Jury hat die Organ-on-Chip-Technologie das Potenzial, sich als neuer Standard in der präklinischen Arzneimittelentwicklung und als führende Alternative zu Tierversuchen zu etablieren sowie die personalisierte Medizin voranzutreiben.

Das Berner Jungunternehmen AlveoliX wurde heute mit dem Swiss Medtech Award, dem begehrten Innovationspreis der Schweizer Medizintechnikindustrie im Wert von 75’000 Franken, für seine «Lunge-auf-Chip»-Technologie ausgezeichnet. Nina Hobi und Janick Stucki, Co-CEOs von AlveoliX, und ihr Team haben die Funktionsweise der menschlichen Lunge im kleinen Massstab nachgebaut. Das Lung-on-Chip-Modell simuliert die Mikroumgebung der Lunge einschliesslich Atembewegung. Die dünne, poröse Membran ermöglicht die Kultivierung von menschlichen Lungenzellen unter äusserst physiologischen Bedingungen. In dieser natürlichen Umgebung reagieren die Zellen so, wie sie es im menschlichen Körper tun würden. «Dank unserer Technologie wird die Arzneimittelentwicklung effizienter, sicherer und auch personalisierter, da die Tests mit Zellen eines bestimmten Patienten auf dem Chip durchgeführt werden können. In Zukunft hilft unsere Technologie, die Kosten und die Zahl der Tierversuche zu senken», beschreibt Stucki das Ziel des Jungunternehmens. «Wir arbeiten bereits mit grossen Pharmaunternehmen zusammen, die unsere Technologie nutzen, um ihre sich in der Entwicklung befindenden Medikamente zu testen. Wir vergleichen die Ergebnisse unseres Chips mit bestehenden Daten aus präklinischen und klinischen Studien», konkretisiert Hobi einen wichtigen Schritt von AlveoliX in Richtung Produktvermarktung. 

Peter Biedermann, Direktor von Swiss Medtech, ist nebst der erfinderischen Leistung beeindruckt, mit welcher unternehmerischen Klarheit die Firma den Durchbruch zur Vermarktung ihrer Technologie anpeilt. «In der Schweiz scheitern findige Ideen leider viel zu oft auf dem Weg vom Prototyp zum marktreifen Produkt. Beim Überwinden dieses Translation-Gap muss unser Land besser werden. Dazu braucht es nicht mehr Fördergelder, vielmehr müssen die vorhandenen Mittel gezielter auf Innovationsprojekte mit dem grössten Marktpotenzial umgeschichtet und auch direkt an Unternehmen ausbezahlt werden», beschreibt Biedermann ein Ziel, für das sich der Verband auf politischer Ebene einsetzt. Für Jury-Präsident Mirko Meboldt, ETH Zürich, hat AlveoliX mit seinem interdisziplinären Team ein Produkt geschaffen, «das neue Massstäbe in der Arzneimittelentwicklung setzt und das Potenzial hat, Wegbereiterin für die personalisierte Medizin zu werden».

Die Jury und das Publikum würdigten auch die Spitzenleistungen der beiden anderen Finalisten. Die Biospectal SA schaffte es mit einer Smartphone-Anwendung zur Blutdruckmessung und die Healios AG mit einer Smartphone-Technologie zur Überwachung neurologischer Funktionen von Multiple-Sklerose-Patienten ins Schlussrennen. 

swiss-medtech.ch