Technische Rundschau mit polyscope' Schweizer Fachmagazin für Industrie-Technologien

  • Suche
  • Themen
    • Fertigung
    • Automation
    • Digitalisierung
    • News
    • Content-Hubs
    • Specials
    • Magazin
      • Abo
      • Printmagazin
    • Newsletter
    • Über uns
      • Mediadaten
      • Dienstleistung
      • Impressum
      • Datenschutz
      • Kontakt & Team
  • Polyscope
  • Magazin
    • Abo
    • Printmagazin
  • Bezugsquellen
  • Newsletter
  • Über uns
    • Mediadaten
    • Dienstleistung
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Kontakt & Team
  • Abo
  • Mediadaten

20 Punkte, die ein echter Zerspaner erlebt haben muss


Sven Daniel postet auf LinkedIn eine Checkliste für Zerspaner, und innerhalb von Stunden antwortet die halbe Branche. Was in den Kommentaren entsteht, ist eine Art  Berufsarchiv. An alle Zerspaner also: mitmachen!



Autor: Eugen Albisser

Textquelle: Linkedinpost von Sven Daniel


Sven Daniel, Vollblut-Zerspaner und Fachbuchautor mit mehr als 5300 Follower auf Linkedin und mit über 200'000 Followern in den diversen Kanälen der Sozialen Medien unterwegs, hat auf LinkedIn eine Checkliste gepostet: 20 Punkte, die ein echter Zerspaner erlebt haben muss: U-Stahl gefeilt, Guss geschliffen, Inconel zerspant, den ersten CNC-Crash gebaut. Ein Ratespiel für die Branche, und innerhalb weniger Stunden meldet sich gefühlt jeder, der je Späne gemacht hat.

Was unter dem Post passiert, ist daher noch ergiebiger als die Liste selbst. In den Kommentaren entsteht eine Art Berufsarchiv, ungefiltert und zwischen zwei Kaffee erzählt.

Albert Fecht, Fertigungsleiter, hat «Meissel für den Langhobler geschliffen und sogar bei einem Kurzhobler die Führungen von Hand tuschiert und geschaut». Er kommt auf über 20 Punkte. Die Liste reicht für ihn hinten und vorne nicht.

Jörg Pfister liefert zu Punkt 12 einen Tipp, der in keinem Lehrmittel steht (und in keines gehört): «Zeitungspapier mit Spucke ankleben und die Finger sind safe. Und 0,05 korrigieren.» Simon Eder, Anlagenbauer, hakt alle 20 Punkte ab und legt nach mit einer Ergänzungsliste, bei der einem die Suva die Ohren langziehen würde: «Teile mit Tri und ohne Handschuhe entfettet. Asbesthaltiges Material ohne Mundschutz gedreht. Schlüssel im Drehfutter stecken lassen.» Was heute eine Gefährdungsbeurteilung auslöst, war damals halt Dienstag.

Fast niemand prahlt. Der Ton ist eher der eines Maschinisten, der den Lappen über die Führung zieht und beiläufig erzählt, was er mit der Kiste alles angestellt hat. Martin Abendschein hat noch «Lochstreifen manuell korrigiert und Nocken an der Fräsmaschine eingestellt». Aron Kannemann erinnert sich an seine erste Steuerung, «eine gute alte Dialog 11», die nichts anderes konnte als Zyklen. Armin Adam hatte keinen Crash wegen G41, dafür einen wegen G0 Z-100, weil an der Tastatur seiner FP4 gelegentlich die Null klemmte. Wer je eine Z-Achse hat runterfallen hören, vergisst das Geräusch nicht.

Wunderbar trifft es selbst Thomas Meyer-Dethlefs, der nur fragt: «Zählt es auch als Punkt, wenn ich eine Frage verstanden habe?» Sven Daniels Antwort: «Das reicht leider nicht für den Recall. Übe fleissig weiter.»

Dass eine Checkliste auf LinkedIn zum kollektiven Berufsgedächtnis wird, sagt einiges über die Generation, die jetzt in Rente geht oder zumindest davon redet. Die Maschinen, an denen sie gelernt haben, stehen längst im Museum oder auf Ricardo. Die Geschichten sicher noch lange nicht.


Also, auf wie viele Punkte kommt ihr? Hier geht es zum Post von Sven Daniel.


Technischer Wortschatz

G41 / G0 Z-100: G-Codes in der CNC-Programmierung. G41 aktiviert die Werkzeugradiuskorrektur, G0 fährt im Eilgang. Beides kann bei Fehlern zur Kollision führen, im Jargon schlicht: «Crash».

Dialog 11: Steuerung, ursprünglich von Deckel, verbreitet in den 1980er und 1990er Jahren. Die Steuerung ist für ihre dialoggeführte Programmierung bekannt.

Tri: Trichlorethylen, ein heute verbotenes Lösungsmittel zur Metallentfettung.


technik-und-wissen-newsletter
Ihr zukünftiger Werbeplatz? Unsere Mediadaten

+

Weitere Informationen:

Die 20 Punkte, die ein echter Zerspaner erlebt haben muss

  1. U-Stahl von Hand gefeilt
  2. Konventionell gedreht
  3. Passung auf Uraltmaschine auf den 0,01 getroffen
  4. Gewindebohrer abgebrochen und herausgepopelt
  5. Meissel oder Bohrer freihand nachgeschliffen
  6. Mit Bügelsäge gesägt, bis der Arm brennt
  7. Getränk über das Tabellenbuch geschüttet
  8. G-Code direkt an der Steuerung eingetippt
  9. Crash wg. G41 gefahren
  10. Ein Programm am CAM geschrieben
  11. Nullpunkt falsch gesetzt
  12. Werkzeuglänge mit einem Papier angekratzt
  13. Minischraube in die Späne fallen lassen
  14. Ein grenzwertiges Teil bei den Gut-Teilen gelassen
  15. Guss trocken geschliffen
  16. KSS gewechselt, das massiv gestunken hat
  17. Inconel bearbeitet
  18. KSS an einer Schleifmaschine gewechselt
  19. Hart gedreht oder gefräst
  20. 5-Achs simultan gefräst
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • E-mail

Impressum

Autor: Eugen Albisser

Textquelle: Linkedinpost von Sven Daniel

Informationen

ID-Reader der Serie ID-600: Qualitätsprüfung

Für anspruchsvolle Codelese-Aufgaben


Der Design-to-Cost-Ansatz in der Blechbearbeitung


Qineo ArcBoT von Cloos

Schweiss-Cobot: Nahtverfolgung mit Lichtbogensensorik


Veröffentlicht am: 19.06.2026

Übersicht

Technik und Wissen
Unsere weiteren Fachmagazine
  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB
Wenn Sie Cookies akzeptieren, können wir Ihnen die bestmögliche Erfahrung auf dieser Website bieten.