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Autodesk: KI-Funktionen für CAD, CAM und PDM


Autodesk stellte kürzlich an der Autodesk University 2026 einen KI-Assistenten für Konstruktion und Fertigung vor. Für Konstrukteure liegt das Gewicht allerdings bei den Daten, mit denen er arbeitet.



Textquelle: Autodesk


Wenn bei Swissdrones ein unbemannter Helikopter entsteht, arbeiten die Mechaniker mit denselben aktuellen Konstruktionsdaten wie das Engineering. Das klingt selbstverständlich. Fehlt diese gemeinsame Basis, steigt aber das Risiko, dass eine falsche Baugruppe oder ein veraltetes Modell in der Werkstatt landet. Die Baugruppen gehören zu Fluggeräten, die das Unternehmen mit Standorten in Zürich und Buchs für die Inspektion kritischer Energieinfrastruktur entwickelt. Sie sollen gefährliche Einsätze bemannter Helikopter ersetzen. Auf wiederholbaren Flugrouten soll LiDAR, die laserbasierte Abstandsmessung, kleinste Veränderungen an den Anlagen sichtbar machen. Den CO₂-Ausstoss senken die Drohnen gegenüber bemannten Helikoptern nach Angaben von Swissdrones um bis zu 90 Prozent.

Auf einen Blick

  • Autodesk Assistant: soll Arbeitsschritte vorbereiten, vorhandene Teile finden und Fertigungsabläufe ableiten
  • Project Intelligence: Kontext aus Projektdaten und Erfahrungswissen, auf dem der Assistent aufsetzt
  • AutoTimeline in Fusion: soll importierte Geometrie in editierbare, parametrische Bauteile überführen
  • Inventor wird zum ersten Fusion Connected Client
  • Vault: Der Assistent soll ähnliche Bauteile und frühere Entwicklungsstände finden

Eine Datenbasis vom Carbonteil bis zur Wartung

Die Carbonteile der Helikopter programmiert Swissdrones in derselben Software, in der sie konstruiert werden: Autodesk Fusion. Dort laufen auch Wartung und Konfigurationskontrolle zusammen, bis hin zum digitalen Zwilling des Fluggeräts. Engineering, Test, Produktion und Logistik greifen so auf denselben Datenstand zu. Autodesk hat das Beispiel bereits an der Autodesk University im Vorjahr gezeigt. Ein Vorzeigeprojekt sozusagen, obwohl darin die neuen KI-Funktionen noch gar nicht vorkamen. Das Beispiel zeigt aber, worauf die Funktionen aufbauen: auf Produktdaten, die von der Entwicklung bis in den Betrieb verbunden sind.

Unbemannter Helikopter von Swissdrones: Konstruktion und CAM laufen über dieselbe Datenbasis in Autodesk Fusion.

Bild: Autodesk

Der Assistent soll Arbeit vorbereiten

Wer Bauteile konstruiert oder CNC-Prozesse vorbereitet, braucht eine KI mit technischem Kontext. Ein Sprachmodell alleine versteht Sätze, aber nicht, warum zum Beispiel eine Bohrung an einer bestimmten Stelle sitzt. Sie muss also Geometrie und Konstruktionsabsicht ebenso einordnen können wie Varianten und Fertigungsanforderungen. Autodesk fasst diesen Kontext aus Projektdaten und Erfahrungswissen unter dem Namen «Project Intelligence» zusammen. Darauf setzt der Autodesk Assistant auf. Er soll künftig Arbeitsschritte vorbereiten, etwa vorhandene Teile finden oder Fertigungsabläufe ableiten. Autodesk will damit wiederkehrende Aufgaben reduzieren und den Weg von der Produktidee zur fertigungsgerechten Umsetzung verkürzen. In einer Bildlegende der Mitteilung geht der Hersteller weiter: Dort soll der Assistent Aufgaben über Projekte und Fachdisziplinen hinweg koordinieren.

Fremde Geometrie wird wieder editierbar

Wer Fremddaten in einem neutralen CAD-Format erhält, bekommt in der Regel Geometrie ohne Konstruktionshistorie. Hier setzt die «AutoTimeline in Fusion» an: Die Funktion soll importierte Geometrie in editierbare, parametrische Bauteile überführen. Das betrifft auch ältere Modelle aus dem eigenen Archiv. Ob die Rekonstruktion Zeit spart, entscheidet sich bei der Kontrolle. Jedes rekonstruierte Bauteil muss ein Konstrukteur prüfen, bevor es in die Änderung oder an die Fertigung geht. Wie viel Prüfaufwand dabei bleibt, zeigt erst der Einsatz mit realen Lieferantendaten.

Inventor rückt näher an die Cloud

Für Betriebe, die mit Inventor konstruieren und ihre Daten in Vault verwalten, betrifft eine andere Ankündigung den Alltag direkter. Inventor wird zum ersten sogenannten «Fusion Connected Client». In Vault soll der Autodesk Assistant helfen, ähnliche Bauteile oder frühere Entwicklungsstände schneller zu finden. Das zielt auf ein Problem vieler Schweizer Industriebetriebe mit hoher Variantenvielfalt und Teams an mehreren Standorten: Ihr Know-how steckt in bestehenden CAD-Modellen und Stücklisten, nur ist es im richtigen Moment schwer wiederzufinden.

Der Hersteller betont, dass die KI Vorschläge macht und die technische Verantwortung beim Menschen bleibt. Für gute Vorschläge braucht sie allerdings Daten, die so sauber verbunden sind wie jene, mit denen die Mechaniker bei Swissdrones arbeiten.


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Textquelle: Autodesk

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Veröffentlicht am: 20.09.2026

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