Laserfertigung in der Praxis
Laserfertigung in der Praxis: Beispiel einer Stent-Herstellung, bei der höchste Präzision und Prozessstabilität entscheidend sind. (Alle Bilder: Aerotech)

Die Laserbearbeitung zylindrischer Komponenten gewinnt in der Medizintechnik weiter an Bedeutung. Auf der Medical Technology Germany in Ulm präsentiert Aerotech kompakte Motion-Control-Plattformen, die Präzision, Durchsatz und Flexibilität gezielt verbinden.


Textquelle: Aerotech
Redaktionelle Bearbeitung: Technische Rundschau

Die Medizintechnik verlangt nach immer kleineren, komplexeren und zugleich hochpräzisen Bauteilen. Genau hier setzt Aerotech an: Der Motion-Control-Spezialist nutzt die Medical Technology Germany Expo and Conference Anfang Juli 2026 in Ulm, um seine Lösungen für die Laserbearbeitung in diesem anspruchsvollen Umfeld zu demonstrieren.

Kompakte Systeme für eine fragmentierte Branche

Die Messe selbst spiegelt die Struktur der Branche. Neben grossen OEMs prägen zahlreiche KMU und spezialisierte Fertiger das Bild. Entsprechend setzt das Veranstaltungskonzept bewusst auf kleine, standardisierte Standflächen. Für Aerotech ist das kein Nachteil, sondern ein strategischer Fit.

«Unter unseren Kunden im Medizintechnikumfeld finden sich sowohl grosse Hersteller als auch viele mittelständische Fertigungsbetriebe und KMU», erklärt Geschäftsführer Stephan Schech.

Gerade deshalb gewinnen kompakte, modular erweiterbare Systeme an Bedeutung. Sie ermöglichen es, auch auf begrenztem Raum komplexe Anwendungen darzustellen und reale Fertigungsszenarien greifbar zu machen.

LaserTurn 160 Gen2: Präzision für zylindrische Bauteile

Im Zentrum des Messeauftritts steht die zweite Generation der LaserTurn 160. Die Plattform kombiniert Linear- und Rotationsachsen und adressiert gezielt die Bearbeitung zylindrischer Werkstücke.

Der entscheidende Mehrwert liegt in der Integration: Materialhandling, Positionierung und Laserprozess greifen ineinander. Dadurch lassen sich typische Anwendungen der Medizintechnik effizient umsetzen, etwa die Fertigung von:

  • koronaren und neurovaskulären Stents
  • strukturellen Herzkomponenten
  • Instrumenten für minimalinvasive Eingriffe

Die Bauteile reichen laut Hersteller von wenigen Millimetern bis hin zu Längen über einem Meter.

Ein optionales Rotations-Upgrade erhöht die Bearbeitungsgeschwindigkeit und ermöglicht die präzise Fertigung von Rohren bis 4 mm Durchmesser. Gleichzeitig erlaubt die Plattform die gemeinsame Nutzung von Komponenten mit anderen Systemen, was die Integrationskosten reduziert.

 

Kompaktes Linear-Rotations-System für die zylindrische Laserbearbeitung
Kompaktes Linear-Rotations-System für die zylindrische Laserbearbeitung: Die LaserTurn 160 kombiniert präzise Positionierung mit integriertem Materialhandling für Anwendungen mit hohem Durchsatz.

 

Effizienz als Systemfrage

Die eigentliche Stärke liegt weniger in einzelnen Leistungsdaten als im Systemansatz. Durch die Kombination aus Dynamik, Wiederholgenauigkeit und modularer Erweiterbarkeit adressiert Aerotech zentrale Herausforderungen der Medtech-Produktion:

  • steigende Qualitätsanforderungen
  • wachsende Variantenvielfalt
  • Kostendruck in regulierten Märkten

Das Resultat ist eine verbesserte Prozessstabilität bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur, wie der Hersteller betont.

LaserTurn 280: Nächste Generation in Vorbereitung

Neben der etablierten Plattform zeigt Aerotech in Ulm erstmals einen Prototyp der LaserTurn 280. Die Markteinführung ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen.

Technisch zielt das System auf höhere Dynamik und gesteigerten Durchsatz. Basis ist ein Lineartisch-Design, das sich mit unterschiedlichen Drehstufenantrieben kombinieren lässt. Diese unterstützen verschiedene Spannzangenvarianten und erhöhen damit die Flexibilität im Produktionsalltag.

Zusätzlich integriert die Plattform optionale Drehstufenantriebe und Spannsysteme, die insbesondere bei komplexeren Geometrien Vorteile bringen. Auch hier steht neben der Performance die wirtschaftliche Skalierbarkeit im Fokus.

 

Die LaserTurn 280
Ausblick auf die nächste Generation: Die LaserTurn 280 soll ab 2026 höhere Dynamik und mehr Flexibilität in der Rohrlaserbearbeitung ermöglichen.

 

Anwendung: Wenn Präzision lebensrelevant wird

Die Relevanz der Technologie zeigt sich im Einsatz. Lasergeschnittene, zylindrische Komponenten übernehmen oft kritische Funktionen im menschlichen Körper. Sie ersetzen Herzklappen, stabilisieren Blutgefässe oder kommen bei der Behandlung von Aneurysmen zum Einsatz.

Entsprechend hoch sind die Anforderungen an:

  • Schnittqualität und Gratfreiheit
  • Wiederholgenauigkeit
  • Prozesssicherheit unter Serienbedingungen

Hier entscheidet nicht nur der Laser selbst, sondern das Zusammenspiel mit der Motion-Control-Technologie über die Bauteilqualität.

Fazit

Die Entwicklung in der Medizintechnik verschiebt die Anforderungen an die Fertigung kontinuierlich in Richtung höherer Präzision und Flexibilität. Aerotech adressiert diesen Trend mit kompakten, modularen Plattformen, die sich sowohl für grosse Hersteller als auch für spezialisierte KMU eignen.

Dabei zeigt sich: Entscheidend ist nicht mehr die Einzelkomponente, sondern das fein abgestimmte Zusammenspiel von Motion Control, Laserprozess und Systemintegration.

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