PreXcon: Präzisionstechnik-Messe mit fixen Sessions
Zwölf Sessions, aber nur zwei pro Tag, und gewählt wird schon beim Ticketkauf: Die neue Messe für Präzisionstechnik verlangt von ihren Besuchern früh eine Entscheidung. Die Veranstalterin begründet das Konzept und sagt, warum sie die Premiere an keiner einzelnen Zahl messen will.
Autorin: Selina Mathis, Technische Rundschau 10/2026
Anfang November geht die erste PreXcon an den Start. Katrin Meyerhans, Leiterin Produkte bei der Olma Messen St.Gallen AG, erläutert das Konzept der Messe und spricht über Erwartungen, Ziele und Zahlen.
Frau Meyerhans, die PreXcon ist bewusst als Kombination aus Fachkongress (Content Hub) und Fachausstellung (Marktplatz) konzipiert. Warum?
Katrin Meyerhans: Innovation entsteht nicht allein durch Wissensvermittlung. Neue Ideen entfalten ihren Wert, wenn sie mit konkreten Anwendungsfällen, Technologien und potenziellen Partnern zusammengebracht werden. Deshalb startet jede sogenannte Session (siehe auch Box) an der PreXcon im Content Hub mit Erkenntnissen und Fragestellungen aus Forschung und Industrie. Anschliessend führt sie auf den Marktplatz, wo passende Lösungen und Praxisbeispiele erlebbar werden. Dieses Zusammenspiel fördert den Innovations- und Technologietransfer, schafft neue Vernetzungen und trägt dazu bei, Innovationsvorhaben schneller voranzubringen.
Die PreXcon in Kürze
Die PreXcon versteht sich als Plattform für Innovations- und Technologietransfer in der Präzisionstechnik und positioniert sich am Anfang der Wertschöpfungskette der Hightech-Industrie.
- Wann und wo? 3. bis 5. November 2026, Olma-Gelände, St.Gallen.
- Schwerpunkte und Sessions: Die PreXcon gliedert ihr Programm in sechs Schwerpunkte: Optik, Photonik und Elektronik; Präzisionsfertigung und Messtechnik; Produktionsmanagement; digitale Transformation und Anwendung von KI; Innovation, Business und Wachstum; industrielle additive Fertigung. Innerhalb dieser Felder vertiefen zwölf Sessions konkrete Fragestellungen.
- Die Buchung: Pro Tag sind zwei Sessions wählbar (einmal Vormittag, einmal Nachmittag), die Auswahl erfolgt bereits beim Ticketkauf. Jede Session beginnt im Fachkongress und führt anschliessend auf den Marktplatz.
- Tickets unter: ticketshop.olma-messen.ch/content
Die Wahl der Sessions fällt schon beim Ticketkauf
Es gibt zwölf Sessions verteilt auf sechs Schwerpunktthemen, pro Tag sind zwei Sessions fix buchbar. Wer sich für die PreXcon entscheidet, legt also beim Ticketkauf gleich fest, was er alles verpasst. Ist das nicht eine Hürde für eine Veranstaltung, die viel Innovationstransfer verspricht?
Die Auswahl beim Ticketkauf ist Teil des bewussten Konzepts. Statt möglichst viele Inhalte oberflächlich zu konsumieren, stellen sich die Fachbesuchenden ihr Programm anhand ihrer Interessen und konkreten Herausforderungen zusammen. Dadurch bleibt innerhalb einer Session genügend Zeit für Wissensvermittlung, Diskussionen und Networking. Die Session-Auswahl dient dabei der Orientierung und schränkt die freie Nutzung der Veranstaltung nicht ein. Zudem gehen die fachlichen Inhalte der übrigen Sessions nicht verloren: Sie bleiben nach der Veranstaltung über den High Tech Innovation Hub zum Vertiefen oder Nachholen verfügbar.
Mit OST, CSEM und RhySearch bringen Sie viel wissenschaftliches Gewicht in den Content Hub. Wie stellen Sie sicher, dass die Vorträge nahe genug an der Praxis bleiben?
Praxisrelevanz ist ein zentrales Kriterium bei der Entwicklung aller Sessions. Die Inhalte entstehen gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern und orientieren sich an konkreten Herausforderungen und Anwendungsfällen aus der industriellen Praxis. Ein Beispiel ist die Session «Precision Manufacturing: Technologien für die Fertigung von morgen» von RhySearch. Dort erläutert Dr. Markus Mutter von SFS, wie Simulationen die Werkzeugauslegung für effiziente Kaltumformprozesse unterstützen. Weitere Beiträge befassen sich unter anderem mit industrieller Messtechnik und einem KI-basierten Assistenzsystem für die Fertigung. Die behandelten Themen werden anschliessend bei einer Guided Tour auf dem Marktplatz anhand konkreter Technologien und Lösungsansätze vertieft. Das Networking schafft zusätzlichen Raum für den direkten Austausch zwischen Forschung und Industrie.

Die Olma Messen St.Gallen lancieren mit der PreXcon ein neues Format für Präzisionstechnik. Die Premiere findet Anfang November statt. (Bild: Michael Huwiler)
Was Industriebetriebe und KMU an der Messe holen
Was bietet die PreXcon der Industrie somit konkret?
Die PreXcon bietet Unternehmen Zugang zu aktuellem Wissen aus Forschung und Entwicklung und bringt sie mit Technologieanbietern, Forschungsinstitutionen und potenziellen Kooperationspartnern zusammen. Dadurch können neue Anwendungsfelder erkannt und Innovationsvorhaben schneller vorangebracht werden.
Was bietet sie KMU?
Gerade KMU erhalten einen gebündelten Zugang zu Wissen, Kompetenzen und möglichen Partnern an einem Ort. Ein KMU kann beispielsweise in einer Session anhand konkreter Business Cases beurteilen, wo eine Technologie wirtschaftlichen Mehrwert bietet und wo etablierte Verfahren die bessere Wahl bleiben. Auf dem Marktplatz kann es anschliessend direkt mit Technologieanbietern, Forschungspartnern und Anwendern ins Gespräch kommen und Impulse für eigene Produkte oder Fertigungsprozesse gewinnen.
Der Erfolg zeigt sich erst nach den drei Messetagen
Wenn Sie nach den drei Messetagen Bilanz ziehen: An welcher einzelnen Zahl würden Sie selbst am ehesten festmachen, ob die Premiere ein Erfolg war?
Wir machen den Erfolg der PreXcon nicht an einer einzelnen Zahl fest. Entscheidend sind die Qualität der Kontakte und der vermittelten Inhalte sowie die Frage, ob aus den Begegnungen neue Kooperationen und Innovationsvorhaben entstehen. Wenn Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Technologiepartner den begonnenen Austausch nach der Veranstaltung weiterführen und gemeinsam Projekte voranbringen, hat die PreXcon ihr wesentliches Ziel erreicht.
- additive Fertigung
- CSEM
- Fachmesse
- Innovation
- KMU
- Messtechnik
- Präzisionstechnik
- preXcon
- Wissenstransfer
Veröffentlicht am: