Technische Rundschau mit polyscope' Schweizer Fachmagazin für Industrie-Technologien

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12,5 Meter gegen den Standard

Die erste 9-kW-TruLaser Tube 7000 der Schweiz im Einsatz bei der Firma Profilwerk

Im St. Galler Rheintal hat Martin Bischof mit Profilwerk eine Nische besetzt: die Bearbeitung von Rohren in Überlänge und mit kurzen Lieferzeiten. Jetzt steht in Sennwald von Trumpf die erste TruLaser Tube 7000 der Schweiz mit einem 9-kW-Faserlaser und 12,5 Meter Beladung. Ein Besuch.


Von Eugen Albisser (Text) und Michael Donadel (Bilder)


Wer zur Firma Profilwerk will, läuft erst einmal über hundert Meter durch eine Fabrikhalle, am hinteren Ende sind die letzten vierzig Meter gemietet, dort produziert der Firmengründer und Geschäftsführer Martin Bischof und sein Team. Das Büro hängt als Container in luftiger Höhe über dem Hallenboden, dreissig Meter weiter der Pausenraum, ebenfalls hoch oben. Von dort sieht man auf zwei Maschinen hinunter. Nicht zwanzig. Zwei. Um eine davon dreht sich diese Story: die erste 9-kW-TruLaser Tube 7000 der Schweiz von Trumpf.

Und diese Geschichte hat ein Dutzend guter Anfänge zu bieten. Die Halle wäre einer, mit ihren Containern in der Höhe und der Frage, wie wenig Infrastruktur ein Betrieb braucht. Die Zahlen wären einer: sieben Leute, zwei Maschinen, 357 Kunden in vier Jahren. Geschäftsführer, die ihre Fixkosten kennen, sollten diese Rechnung einmal nachvollziehen.

Oder man könnte mit Bischofs Satz über die Wichtigkeit des Service von Maschinenbauern beginnen: «Eine Maschine kann noch so gut sein, wenn der Service nicht stimmt, nützt dir alles nichts.»

Am besten beginnt man aber diese Geschichte mit dem Moment, an dem die Kaufentscheidung für diese Rohrschneidmaschine, die erste 9-kW-TruLaser Tube 7000 der Schweiz, gefallen ist. Maschinenhersteller sollten hier genau mitlesen.

Im St. Galler Rheintal hat Martin Bischof mit Profilwerk eine Nische besetzt: die Bearbeitung von Rohren in Überlänge und mit kurzen Lieferzeiten. Jetzt steht in Sennwald von Trumpf die erste TruLaser Tube 7000 der Schweiz mit einem 9-kW-Faserlaser und 12,5 Meter Beladung. Ein Besuch.


Von Eugen Albisser (Text) und Michael Donadel (Bilder)


Wer zur Firma Profilwerk will, läuft erst einmal über hundert Meter durch eine Fabrikhalle, am hinteren Ende sind die letzten vierzig Meter gemietet, dort produziert der Firmengründer und Geschäftsführer Martin Bischof und sein Team. Das Büro hängt als Container in luftiger Höhe über dem Hallenboden, dreissig Meter weiter der Pausenraum, ebenfalls hoch oben. Von dort sieht man auf zwei Maschinen hinunter. Nicht zwanzig. Zwei. Um eine davon dreht sich diese Story: die erste 9-kW-TruLaser Tube 7000 der Schweiz von Trumpf.

Und diese Geschichte hat ein Dutzend guter Anfänge zu bieten. Die Halle wäre einer, mit ihren Containern in der Höhe und der Frage, wie wenig Infrastruktur ein Betrieb braucht. Die Zahlen wären einer: sieben Leute, zwei Maschinen, 357 Kunden in vier Jahren. Geschäftsführer, die ihre Fixkosten kennen, sollten diese Rechnung einmal nachvollziehen.

Oder man könnte mit Bischofs Satz über die Wichtigkeit des Service von Maschinenbauern beginnen: «Eine Maschine kann noch so gut sein, wenn der Service nicht stimmt, nützt dir alles nichts.»

Am besten beginnt man aber diese Geschichte mit dem Moment, an dem die Kaufentscheidung für diese Rohrschneidmaschine, die erste 9-kW-TruLaser Tube 7000 der Schweiz, gefallen ist. Maschinenhersteller sollten hier genau mitlesen.

Die entscheidende Sekunde

Bischof sass bei einem Maschinenbauer, um sich eine Rohrschneidmaschine anzuschauen. Es ging um Länge, Gewicht, Belastungsgrenzen. Bischof stellte Fragen, auf die man einen Wert, eine Grenze, eine verbindliche Zusage erwartet. Noch während des Gesprächs schickte er dieselben Fragen per SMS an Trumpf. Die Antwort kam innert Kürze zurück: konkret, mit Zahlen, verwendbar. Sein Gegenüber im Raum formulierte es anders. Man könne sicherlich alles, was die Mitbewerber können. «Als dieser Satz fiel», sagt Bischof, «war die Entscheidung gefallen. Für Trumpf und für die TruLaser Tube 7000.»

Was in dieser SMS steckte, war mehr als eine technische Auskunft. Es war ein Versprechen, wie die Zusammenarbeit laufen würde. Bischof kennt diesen Ton. In jedem Betrieb, in dem er je gearbeitet hat, standen Trumpf-Maschinen. Laser, Stanzer, Abkantpressen, TruLaser Center, jede Baureihe, jede Steuerung. Die Mitarbeiter, die Reaktionszeiten, die Verlässlichkeit, das alles kannte er bereits. «Eigentlich habe ich immer von einer Trumpf-Maschine geträumt», sagt er.

Als er sich vor vier Jahren selbstständig machte, fiel der erste Kauf auf einen anderen Hersteller. Jetzt steht die Trumpf in seiner Halle.

Firmengründer und Geschäftsführer Martin Bischof:«Eigentlich habe ich immer von einer Trumpf-Maschine geträumt.»
Firmengründer und Geschäftsführer Martin Bischof:«Eigentlich habe ich immer von einer Trumpf-Maschine geträumt.»
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TruLaser Tube 7000 mit TruFiber 9001

  • 9 kW Faserlaser (TruFiber 9001)
  • Rundrohr bis Ø 273 mm, Rechteckprofil Hüllkreis bis 290 mm
  • Beladelänge bis 12,5 m
  • Baustahl bis 14 mm, Edelstahl und Aluminium bis 12,5 mm, Kupfer und Messing bis 5 mm
  • Schrägschnitte bis 45°
  • Integriertes Bohraggregat (Fliessbohren, Gewindeschneiden, Spiralbohren)
  • Mittlere Leistungsaufnahme: 14 kW

Warum alle dasselbe anbieten

Bischof und sein ehemaliger Partner kamen beide aus der Blechbearbeitung. Das Problem, das sie kannten, war konkret: Rohre in Überlänge. Wer die Schweizer Rohrlaser-Landschaft durchgeht, findet überall dasselbe Bild. 6 Meter Beladelänge, Hüllkreis 251,9 Millimeter. Was darüber hinausging, wurde geschweisst und das wiederum heisst: mehr Nähte, grössere Toleranzen, höhere Kosten, längere Lieferzeiten.

Am 1. April vor vier Jahren machten sich die beiden selbstständig. Profilwerk, wie Bischofs Betrieb heisst, zielte auf eine klare Lücke im Markt. Bischofs Ansage: «Wir kommen grösser als alle anderen.» Zuerst eine Maschine mit 12 Meter Beladelänge, die grösste Anlage ihrer Art im Land, eine solche gab es damals von Trumpf noch nicht.

In vier Jahren hat das 357 Kunden gebracht, von der Maschinenindustrie bis zum Metallbauer, der noch in 2D zeichnet. Für die Kleineren übernimmt Bischofs Team die Konstruktion: 2D in 3D überführen, Knotenpunkte optimieren, Schweissnähte durch Knick-Verbindungen ersetzen, die das Programmiersystem automatisiert erzeugt. Wer das annimmt, spart Arbeitsgänge.

1'000 Tonnen für den Solarexpress

Dass Bischof in eine zweite Maschine investierte, lag an einem Grossauftrag für das Solarexpress-Projekt. Rund 1'000 Tonnen Material, Produktion von April bis Oktober, parallel zum Tagesgeschäft. Die bestehende Maschine fuhr weit am Anschlag. Bischofs Team arbeitete sieben Tage die Woche: Montag bis Mittwoch Tagesgeschäft, danach Serienfertigung.

«Es steht alles auf dem Kopf, wenn so ein Auftrag kommt», sagt Bischof. «Aber deine Kunden wollen trotzdem das Schnelle haben und wir wollen das bedienen, das ist unser Versprechen.» Vier Jahre nach dem Sprung in die Selbstständigkeit gehört Profilwerk inzwischen zur Jörimann Stahl AG. Bischof führt das Werk weiter, jetzt mit dem zusätzlichen Rückenwind einer grösseren Gruppe. Beim Solarexpress-Auftrag schickte Jörimann Leute zur Verstärkung. Es reichte knapp. Also steht nun die TruLaser Tube 7000 in Sennwald.

1'000 Tonnen für den Solarexpress

Dass Bischof in eine zweite Maschine investierte, lag an einem Grossauftrag für das Solarexpress-Projekt. Rund 1'000 Tonnen Material, Produktion von April bis Oktober, parallel zum Tagesgeschäft. Die bestehende Maschine fuhr weit am Anschlag. Bischofs Team arbeitete sieben Tage die Woche: Montag bis Mittwoch Tagesgeschäft, danach Serienfertigung.

«Es steht alles auf dem Kopf, wenn so ein Auftrag kommt», sagt Bischof. «Aber deine Kunden wollen trotzdem das Schnelle haben und wir wollen das bedienen, das ist unser Versprechen.» Vier Jahre nach dem Sprung in die Selbstständigkeit gehört Profilwerk inzwischen zur Jörimann Stahl AG. Bischof führt das Werk weiter, jetzt mit dem zusätzlichen Rückenwind einer grösseren Gruppe. Beim Solarexpress-Auftrag schickte Jörimann Leute zur Verstärkung. Es reichte knapp. Also steht nun die TruLaser Tube 7000 in Sennwald.

Dreimal so schnell, und das ist erst der Anfang

Die TruLaser Tube 7000 schneidet mit einem 9-kW-Faserlaser, während bisher CO₂-Technologie lief. Bischof hat denselben Profilschnitt auf beiden Maschinen laufen lassen. Auf der TruLaser war er dreimal so schnell. «Fast ein wenig zu schnell», lacht er. «Die Mitarbeiter kommen mit dem Beladen fast nicht nach.» Eine Maschine, die ihrem eigenen Betrieb davonläuft, das ist ein Problem, das Bischof gerne hat.

Was er besonders schätzt, ist nicht eine einzelne Spezifikation, sondern dass die Maschine Arbeitsschritte aufnimmt, die bisher woanders stattfanden. Schweisskantenvorbereitungen zum Beispiel: Nun werden Schrägschnitte bis 45 Grad angebraucht direkt während des Schneidprozesses.

Noch deutlicher wird der Sprung beim Bohraggregat mit 8 Stationen: Fliessbohren, Gewindeschneiden, Spiralbohren, alles im selben Spannvorgang. Bischof hat Gewinde bisher manuell geschnitten, bei meterlangen Teilen, mit einem Gewindeschneider, der gelegentlich ausgerissen ist. Jetzt wandert dieser Schritt in die Maschine.

Eine vertraute Zusammenarbeit: Die Produktionsbegleitung durch Trumpf ist Teil des umfassenden Services.
Eine vertraute Zusammenarbeit: Die Produktionsbegleitung durch Trumpf ist Teil des umfassenden Services.
Für Martin Bischof war der Trumpf-Service sowieso der entscheidende Punkt.
Für Martin Bischof war der Trumpf-Service sowieso einer der ausschlaggebenden Punkte.

Gewindeschneiden direkt in der Maschine

Das Materialspektrum öffnet sich gleich mit. 12-Millimeter-Röhrchen, 500-Kilo-Träger, Edelstahl bis 12,5 Millimeter, Aluminium bis 12,5 Millimeter, Kupfer, Messing, alles durch denselben Schneidkopf, alles in derselben Schicht. Bei der alten Maschine endete Aluminium bei 5 bis 6 Millimetern Wandstärke. Was darüber hinausging, ging an einen anderen Lohnfertiger oder gar nicht.

Im Hintergrund läuft die Sensorik mit. Beispielhaft die Funktion ObserveLine. Sie prüft nach jedem Schnitt, ob die ausgeschnittenen Butzen wirklich aus den Konturen gefallen sind. Wenn einer hängenbleibt, meldet die Maschine, bevor der Schneidkopf den nächsten Ausschnitt anfährt. In Bischofs Halle, in der nicht ständig ein Bediener neben der Maschine steht, ist es der Unterschied zwischen sauberer Serie und Schrott in Serie. ScanLine, Quality Pilot, X-Blast und weitere Sensoren arbeiten still mit (siehe Box).

 

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Sensorik und Software in der TruLaser Tube 7000

  • ScanLine: vermisst Rohmaterialtoleranzen vor dem ersten Schnitt und kompensiert sie automatisch
  • ObserveLine Comfort und Edge: prüfen, ob Butzen aus den Konturen gefallen sind, und stoppen bei Hängern
  • Quality Pilot: steuert, wie häufig gemessen werden muss
  • RapidCut: vierfache Beschleunigung bei kleinen Konturen
  • X-Blast: 33 Prozent Stickstoffeinsparung beim Hochdruckschnitt

Wenn der Service die Entscheidung trägt

Erinnern wir uns an Bischofs Satz vom Anfang. Der Service als das Allerwichtigste. Klar: Wer einen Sieben-Mann-Betrieb führt, hat keinen eigentlichen Instandhalter, keinen Technologiechef, niemanden, der nachts an der Maschine steht und weiss, was zu tun ist. Wenn die Maschine steht, steht die halbe Firma.

Was Trumpf dagegen liefert, ist eine Mischung aus App, Telefon und Erreichbarkeit. Wenn nachts oder am Wochenende etwas hakt, schickt Bischofs Team Fotos und Fehlermeldungen über die Service-App. Am nächsten Morgen liegt eine Einschätzung vor, oft mit konkreten Anweisungen: Schaltschrank prüfen, Tastenkombination versuchen, ein Techniker wird informiert. Manchmal lässt sich ein Problem am Telefon klären, manchmal kommt jemand vor Ort. Was Bischof daran wichtig ist, ist die Verlässlichkeit der Antwort. Es kommt eine, sie ist konkret, sie hilft.

Die Verbindlichkeit, die Bischof in jener entscheidenden SMS erlebt hat, setzt sich hier fort. Andere Hersteller mögen vergleichbare Maschinen im Programm führen. Ohne das, was nach dem Kauf passiert, bleibt das für Bischof Papier. «Eigentlich ist es ein Partner, der für dich da ist, wenn du ein Problem hast», sagt er.

Wo die Präzision sich beweisen muss

Ob die TruLaser auch Prozesse ersetzen kann, die bisher auf Dreh- und Fräsmaschinen laufen, wird sich zeigen. Zwei grössere Abnehmer testen gerade, ob lasergeschnittene Rohre mit integrierten Bohrungen und Gewinden ihre bisherigen Prozesse ersetzen können. Wenn das gelingt, verschiebt sich Profilwerks Geschäft. Höhere Stückzahlen, engere Toleranzen, ein neues Kundensegment. Drehteilkunden, die heute woanders einkaufen.

Drei Wochen nach der Inbetriebnahme hatte die TruLaser Tube 7000 bereits über 200 Tonnen Material verschnitten. Die Produktionsbegleitung durch Trumpf läuft noch. Die alte Maschine schneidet weiter ihre Aufträge, jetzt mit weniger Druck im Rücken, denn die Trumpf-Maschine liefert – exakt so, wie in der SMS auch angekündigt.

Wo die Präzision sich beweisen muss

Ob die TruLaser auch Prozesse ersetzen kann, die bisher auf Dreh- und Fräsmaschinen laufen, wird sich zeigen. Zwei grössere Abnehmer testen gerade, ob lasergeschnittene Rohre mit integrierten Bohrungen und Gewinden ihre bisherigen Prozesse ersetzen können. Wenn das gelingt, verschiebt sich Profilwerks Geschäft. Höhere Stückzahlen, engere Toleranzen, ein neues Kundensegment. Drehteilkunden, die heute woanders einkaufen.

Drei Wochen nach der Inbetriebnahme hatte die TruLaser Tube 7000 bereits über 200 Tonnen Material verschnitten. Die Produktionsbegleitung durch Trumpf läuft noch. Die alte Maschine schneidet weiter ihre Aufträge, jetzt mit weniger Druck im Rücken, denn die Trumpf-Maschine liefert – exakt so, wie in der SMS auch angekündigt.

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Autor: Eugen Albisser

Fotos: Michael Donadel

Redaktionelle Bearbeitung: Technische Rundschau

Informationen

Trumpf
www.trumpf.com

Profilwerk AG
https://profilwerkag.ch

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Veröffentlicht am: 12.08.2026

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