Bianca Braun übernimmt das Maxon-Präsidium
49 Dienstjahre, ein Umsatz von 595 Millionen Franken und jetzt der Wechsel an der Spitze: Bei Maxon übergibt Karl-Walter Braun das Verwaltungsratspräsidium an seine Tochter Bianca Braun. Das Geschäftsjahr 2025 schliesst der Antriebsspezialist trotz Gegenwind stabil ab.
Textquelle: Maxon
Redaktionelle Bearbeitung: Technische Rundschau
Wer bei Maxon arbeitet, bleibt dem Unternehmen oft über viele Jahre treu. Das durchschnittliche Dienstalter in den Schweizer Maxon-Gesellschaften liegt bei knapp über neun Jahren. Auch der Hauptaktionär der Maxon Gruppe, Dr. Karl-Walter Braun, trägt zu diesem Schnitt bei: Er ist 1977 offiziell in die Firma eingetreten und darf 2026 sein 49. Dienstjahr begehen; vergangenes Jahr feierte er zudem seinen 80. Geburtstag.
Nun ist für ihn der Zeitpunkt gekommen, den Generationenwechsel voranzubringen. Per Juni 2026 übergibt er das Verwaltungsratspräsidium an seine Tochter Dr. Bianca Braun, bleibt aber Mitglied des Verwaltungsrates. Dr. Karl-Walter Braun: «Ein gelungener Generationenwechsel ist keine Selbstverständlichkeit. Ich freue mich sehr, dass Bianca nun nachrückt. Sie hat dazu das nötige Rüstzeug und kennt das Unternehmen seit vielen Jahren aus verschiedenen Perspektiven.»
«Familiengeführte Firmen sind ein Erfolgsmodell»
Bianca Braun hat bereits vor und während ihres Studiums in den Produktionsabteilungen der Maxon ausgeholfen. Seit 2007 ist sie Mitglied des Verwaltungsrates, ab 2012 übernahm sie operative Verantwortung als Leiterin Group Audit and Consulting.
Bianca Braun, Jahrgang 1978, verbrachte ihre Schuljahre in Obwalden und Zug. Sie studierte Technology Management an der Hochschule St. Gallen und promovierte über familiengeführte Unternehmen. Dr. Bianca Braun: «Familiengeführte Firmen sind ein Erfolgsmodell, dafür ist die Maxon das beste Beispiel – denn wir denken langfristig. Das war auch die Devise meines Vaters, der das Unternehmen umsichtig entwickelt und gemeinsam mit dem Management zur heutigen Grösse geführt hat. Diesen Kurs will ich weiterverfolgen und gleichzeitig neue Akzente setzen.»
Im Verwaltungsrat der Maxon Gruppe kommt es zu einer weiteren Mutation: Nach 14 Jahren verlässt Kurt Kwapil das Gremium. Der Verwaltungsrat dankt ihm für sein Engagement und wünscht ihm alles Gute.
595 Millionen Franken trotz starkem Franken
Finanziell blickt die Maxon Gruppe auf ein stabiles Geschäftsjahr zurück. Der Jahresumsatz beträgt 595,2 Mio. CHF, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 0,1 Prozent entspricht (Vorjahr: 594,7 Mio. CHF). Der operative Cashflow betrug 75,5 Mio. CHF (Vorjahr: 73,9 Mio. CHF).
Das Resultat wurde insbesondere durch den starken Schweizer Franken beeinflusst. Die währungsbedingten Umsatzeinbussen beliefen sich 2025 auf 20,2 Mio. CHF. Über die letzten drei Jahre betrugen die Währungsverluste insgesamt 68,2 Mio. CHF. Die Maxon Gruppe geht davon aus, dass der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken anhält.
Seltene Erden, US-Zölle und die Folgen
Geopolitische Umstände prägten das Jahresergebnis zusätzlich. Sorgen machte Maxon im vergangenen Jahr etwa die Verfügbarkeit von Seltenerdmagneten aus China. Da China vorübergehend Exportkontrollen auf diese Magnete angeordnet hatte, war die Liefersituation sehr unterschiedlich, was zu einer schwankenden Produktionsauslastung führte. Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt. Zudem war Maxon vorübergehend auch von den US-Zöllen betroffen. Dank des hohen Anteils an Kunden aus dem vom Zollregime ausgenommenen Medizinbereich war Maxon weniger betroffen als andere Schweizer Industrieunternehmen.
Asien legt zu, Europa schwächelt
Nach Absatzgebieten konnten die Umsätze mit wenigen Ausnahmen gehalten oder verbessert werden. In Amerika blieb der Umsatz bei 181,7 Mio. CHF (Vorjahr: 181,8 Mio. CHF), in Europa sank er auf 283,8 Mio. CHF (Vorjahr: 294,0 Mio. CHF), in Asien und Ozeanien legte der Umsatz auf 128,9 Mio. CHF zu (Vorjahr: 118,4 Mio. CHF).
Maxon investiert weiter konsequent in Forschung und Entwicklung. Gegenüber 2024 wurden die Ausgaben leicht erhöht auf 52,4 Mio. CHF (Vorjahr: 47,8 Mio. CHF), was 8,8 Prozent des Umsatzes entspricht.
2025 hat die Maxon Gruppe insgesamt 4,6 Millionen Produkte ausgeliefert (Vorjahr: 4,9 Millionen, −6,2 Prozent). Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg leicht auf 2985 (Vorjahr: 2947, +1,3 Prozent); insgesamt arbeiteten per Ende 2025 3197 Personen weltweit für die Maxon.
Elmiger: «Wir sind glücklich, dass wir den Umsatz halten konnten»
Eugen Elmiger, CEO der Maxon Gruppe, zeigte sich mit dem erzielten Resultat zufrieden. «Natürlich würden wir lieber wachsen, aber 2025 war ein herausforderndes Jahr für uns, und darum sind wir glücklich, dass wir den Umsatz halten konnten», so Elmiger. Die US-Zölle und die Lieferschwierigkeiten bei den Magneten hätten den Mitarbeitenden einiges abverlangt. «Vom Management bis zur Produktionslinie war Flexibilität gefragt, weil wir immer wieder schnell auf die sich ändernde Situation reagieren mussten», so Elmiger. Einmal mehr habe sich gezeigt, dass Maxon-Mitarbeitende zupacken, wenn es nötig ist. «Dafür bin ich äusserst dankbar, denn die Belieferung unserer Kunden steht für uns immer an erster Stelle», so Elmiger.
Hauptaktionär Dr. Karl-Walter Braun ist ebenfalls zufrieden. Nach wie vor habe die Maxon Gruppe praktisch keine Bankschulden und eine ordentliche Liquiditätsreserve: «Maxon wird aber wie bisher vorsichtig planen und wir werden weiterhin flexibel auf sich ändernde Situationen reagieren müssen.»
Bestellungen ziehen an, Robotik wächst
Fürs laufende Jahr bleibt die Maxon Gruppe vorsichtig optimistisch. Die Bestellungen haben seit Jahresanfang deutlich angezogen, besonders in den Geschäftsbereichen Aerospace, Mobility, Medical und Robotik ist die höhere Nachfrage spürbar. Mit integrierten Antriebseinheiten, Motion-Control-Lösungen und kompletten mechatronischen Systemen entwickelt sich Maxon zunehmend vom Komponentenlieferanten zum Systempartner. Entsprechend werden in mehreren Bereichen zusätzliche Produktionskapazitäten aufgebaut.
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