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Fritz Studer holt weitere Marktanteile

44 Prozent Neukunden, ein Drittel aller Aufträge aus Aerospace, und im vierten Quartal 2025 stieg die Maschinenstückzahl deutlich.

Journalisten aus der ganzen Welt, zwei Alphörner und ein CEO, der optimistisch in die Zukunft blickt. In Steffisburg zeigt Fritz Studer, wie Schweizer Präzisionsmaschinenbau globale Krisen meistern können.


Von Eugen Albisser, Chefredaktor Technische Rundschau

In der Welt des Werkzeugmaschinenbaus war 2025 ein Jahr, in dem man besser nicht aus dem Fenster schaute. Die Geopolitik glich einem Minenfeld, Deutschland und die Schweiz steckten im industriellen Morast fest, und die Wirtschaftsprognosen glichen den Telemetriedaten eines überhitzten Motors, den man aus der Ferne mit Sorgenfalten betrachtet. Aus diesem Umfeld heraus erwarteten die weltweit angereisten Journalisten beim jährlichen Meeting bei Fritz Studer AG in Steffisburg ein trübes Bild. Es kam aber anders.

Nicht wegen der Alphornklänge oder dem «Swiss Made»-Motto, so sehr diese auch für den Werkplatz Schweiz stehen ...

... sondern wegen der Zahlen, die CEO Sandro Bottazzo präsentieren konnte.

Denn während viele Maschinenbauer ein enttäuschendes Jahr hinter sich hatten, tat Studer etwas, das auf dem Papier unmöglich schien: Das Unternehmen verteidigte seine Marktanteile nicht nur, sondern baute sie teilweise auf Rekordniveau aus.

«Lokale Fertigung» in den USA

44 Prozent Neukunden. Ein Drittel aller Aufträge aus der Luft- und Raumfahrt, dem grössten Einzelsegment in der 114-jährigen Geschichte. Rekordumstände im Customer Care, jenem Geschäft, das mittlerweile für manche Maschinenbauer wichtiger ist als der Verkauf neuer Anlagen. Bei Studer sind über 70 Prozent der aktiven installierten Basis mit Wartungsverträgen ausgestattet.

Dabei hätte 2025 auch für Studer schiefgehen können. Die geopolitischen Spannungen, die CEO Sandro Bottazzo bei der Pressekonferenz diplomatisch «herausfordernde Rahmenbedingungen» nennt, trafen die Branche hart. Zölle auf Schweizer Maschinen in den USA? Eigentlich ein Problem. Studer hat in Miamisburg, Ohio, eine Produktionsstätte. «Lokale Fertigung» als Erfolgsgarant. Denn wer nicht vor Ort produziert, dürfte wohl Marktanteile verloren haben. Studer baute sie aus.

Im Bild die Universal-Rundschleifmaschine S23. (Bild: United Machining Solutions)


Maschinenpark für Maschinen

Doch auch das Produktportfolio scheint bei der Kundschaft zu überzeugen. Die neue S23 ist zwar keine Revolution, aber eine Universal-Rundschleifmaschine mit U-Schleifkopf, optimiert für Preis-Leistung. «Wir füllen die Lücke zwischen der favoritCNC und der S31/S33», erklärt CTO Daniel Huber. Übersetzt: Studer erkannte, dass zwischen Einstieg und Premiumsegment Platz ist. Die ersten Maschinen sind verkauft, ausgeliefert, in Betrieb.

Parallel dazu: die eben erwähnte favoritCNC. Neu mit Fanuc-Steuerung, automatisierbar, modular. Auch hier keine technologische Sensation, sondern akkurate Marktbeobachtung. Kunden wollten Automation? Studer liefert Schnittstellen. Kunden wollten flexiblere Einstiegsmodelle? Studer liefert variable Konfigurationen.

Und – so als technisches Intermezzo – ein Maschinenbett, von dem andere nur träumen können. Dann das Unternehmen setzt seit 50 Jahren auf ein Material, das wie ein Wunder funktioniert: Granitan, ein Mineralgusbett. 1976 patentiert, heute Standard in jeder Studer-Maschine. Das Maschinenbett, über das wir in Kürze in einem separaten Artikel berichten werden, ist der Grund, warum Studer-Maschinen selbst unter extremen Bedingungen präzise arbeiten. Vibrationsresistent, thermisch stabil, schwer. Sehr schwer.

Im Bild die Universal-Rundschleifmaschine S23. (Bild: United Machining Solutions)


Maschinenpark für Maschinen

Doch auch das Produktportfolio scheint bei der Kundschaft zu überzeugen. Die neue S23 ist zwar keine Revolution, aber eine Universal-Rundschleifmaschine mit U-Schleifkopf, optimiert für Preis-Leistung. «Wir füllen die Lücke zwischen der favoritCNC und der S31/S33», erklärt CTO Daniel Huber. Übersetzt: Studer erkannte, dass zwischen Einstieg und Premiumsegment Platz ist. Die ersten Maschinen sind verkauft, ausgeliefert, in Betrieb.

Parallel dazu: die eben erwähnte favoritCNC. Neu mit Fanuc-Steuerung, automatisierbar, modular. Auch hier keine technologische Sensation, sondern akkurate Marktbeobachtung. Kunden wollten Automation? Studer liefert Schnittstellen. Kunden wollten flexiblere Einstiegsmodelle? Studer liefert variable Konfigurationen.

Und – so als technisches Intermezzo – ein Maschinenbett, von dem andere nur träumen können. Dann das Unternehmen setzt seit 50 Jahren auf ein Material, das wie ein Wunder funktioniert: Granitan, ein Mineralgusbett. 1976 patentiert, heute Standard in jeder Studer-Maschine. Das Maschinenbett, über das wir in Kürze in einem separaten Artikel berichten werden, ist der Grund, warum Studer-Maschinen selbst unter extremen Bedingungen präzise arbeiten. Vibrationsresistent, thermisch stabil, schwer. Sehr schwer.

Roboter im Kleinteile-Lager

Während vorne im Saal über Marktanteile gesprochen wird, läuft in den hinteren Hallen in Steffisburg ein anderes Projekt. LOG'S 2025, die neue Intralogistik. COO Stephan Stoll zeigt ein Video: 16'000 Behälter, 32 autonome Roboter, automatische Kommissionierung. Das AutoStore-System ist nicht neu, weltweit tausendfach im Einsatz. Aber für Studer ist es ein Sprung. «Verdreifachung der Pickleistung gegenüber dem 40 Jahre alten System», sagt Stoll.

Übersetzt: schneller, effizienter, skalierbarer. Was für Maschinen gilt, gilt auch für die Logistik dahinter. Die Investition in mehrere Millionen Euro zahlt sich nicht sofort aus, sondern über Jahre.

Wenn China wächst und Deutschland schrumpft

Aber zurück zu den Märkten: Die geografische Verteilung der Aufträge verrät mehr als jeder Geschäftsbericht. China: deutlich über Vorjahr, mehrere Grossprojekte in der Aerospace-Industrie. USA: trotz Zöllen gut, dank lokalem Werk. Deutschland: enttäuschend. Italien: unter Vorjahr. Schweiz: schwach. Frankreich, Tschechien, Dänemark: überraschend stark.

Was zeigt das? Europa ist kein homogener Markt. Wer Deutschland als Gradmesser nimmt, übersieht, dass kleinere Märkte kompensieren können. Bottazzo hat das verstanden. «Wir werden auch in kleineren Märkten mit geringen Marktanteilen unser Wachstum forcieren.»

Dabei hilft die neue Struktur der Muttergruppe. Die Übernahme von GF Machining Solutions durch United Grinding Group brachte United Machining Solutions hervor. Die neue Gruppe vereint nach der Übernahme 1,5 Milliarden Dollar Umsatz, 5'000 Mitarbeiter über 50 Standorte weltweit. Einer der grössten Werkzeugmaschinenhersteller weltweit, der weiteren Spielraum ermöglicht. Ein Beispiel: Das Kompetenzzentrum Innenrundschleifen von Studer konnte nun von der Längassstrasse in Biel an die Roger-Federer-Allee 7 zügeln, also zu den hochmodernen Räumlichkeiten der GF Machining Solutions.

Ausblick ohne Illusionen

Für 2026 erwartet Bottazzo übrigens «ein Anziehen der Konjunktur». Im dritten und vor allem im vierten Quartal 2025 stieg die Maschinenstückzahl deutlich. Diese Tendenz soll sich fortsetzen. Die Resonanz auf die S23 ist gut, die ersten Maschinen verkauft. «Die Nachfrage nach hochwertigen Schleifmaschinen wird sich weiter erholen.»

Das klingt optimistisch, ist aber mit Vorsicht formuliert. Bottazzo weiss, was schiefgehen kann. «Einzelne Konflikte, Unsicherheiten oder protektionistische Massnahmen können das Vertrauen in den Märkten abrupt zerstören.»

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Impressum

Autor: Eugen Albisser

Bildquelle: United Machining Solutions / Eugen Albisser

Redaktionelle Bearbeitung: Technische Rundschau

Informationen

www.studer.com

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Veröffentlicht am: 07.02.2026

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