Igus bringt neuen Serviceroboter auf den Markt
Humanoide Robotik für Service, Gastronomie und Industrie: Igus erweitert die Iggy Rob-Plattform um den CE-konformen Iggy Rob Home.
Text- und Bildquelle: Igus
Humanoide Roboter sind derzeit ein grosser Hype. In praktischen industriellen Anwendungen scheitert jedoch ihr Einsatz vor allem an den Kosten. Hier setzt Igus mit seinen humanoiden Iggy Rob-Robotern an. Nachdem das Unternehmen 2025 den Iggy Rob Industrial für Produktionsumgebungen vorgestellt hat, erweitert Igus die Plattform nun um eine neue Variante: den Iggy Rob Home ab 55’000 Euro. Mit dem neuen Modell überträgt Igus das bestehende Plattformkonzept auf den Service- und Haushaltsbereich. Entwicklung und Fertigung erfolgen in Deutschland.
Warum Igus auf bewährte Technik setzt
Der Iggy Rob Industrial und der Iggy Rob Home basieren auf derselben technischen Grundplattform. Statt zwei Beinen nutzen die beiden Humanoiden eine autonome mobile Roboterbasis (AMR), den ReBeLMove Pro mit einer Traglast von bis zu 250 kg.
Diese Entscheidung basiert laut Igus auf praktischen Erwägungen: Mobile Fahrzeuge haben sich in Industrie und Gebäuden bewährt, lassen sich sicher integrieren und vergleichsweise einfach CE-konform in bestehende Umgebungen einbinden. Für viele reale Anwendungen ist ein laufendes System mit Beinen derzeit weder erforderlich noch wirtschaftlich sinnvoll.
«Unsere Welt ist von Menschen für Menschen gebaut. Deshalb ist es logisch, dass Automatisierungstechnik irgendwann menschenähnliche Formen annimmt», so Alexander Mühlens, Prokurist und Leiter des Geschäftsbereichs Low-Cost-Automation bei Igus. «Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass sich humanoide Systeme erst im praktischen Einsatz weiterentwickeln. Deshalb setzen wir auf eine offene, robuste Plattform, die Anwender an ihre Anforderungen anpassen können.»
Die Roboter sind je nach Konfiguration zwischen 1,30 und 1,70 m hoch, besitzen 16 DOF für natürliche Bewegungen und erreichen bis zu acht Stunden autonome Laufzeit und navigieren mithilfe von Lidar- und 3D-Kamerasystemen. Standardmässig verfügen beide Varianten über zwei Igus ReBeL-Roboterarme mit einer Traglast von 2,5 kg pro Arm.
Alternativ lassen sich auch Cobots anderer Hersteller oder humanoide Hände integrieren. Iggy Rob ist als offene Plattform ausgelegt. Die Steuerung erfolgt über ROS 2, Endeffektoren und Sensorik lassen sich anpassen oder erweitern. Die Systeme sind CE-zertifiziert und für den Flottenbetrieb nach VDE 5050 vorbereitet.
Fokus auf Service, Bildung und Interaktion
Der Iggy Rob Industrial wurde im Frühjahr 2025 vorgestellt. Er ist für den Einsatz in Produktions- und Logistikumgebungen ausgelegt, hier übernimmt er typische Aufgaben wie Transportprozesse, Maschinenbeschickung oder einfache Montagearbeiten. Mit dem Iggy Rob Home erweitert Igus diese Technologie auf Anwendungen ausserhalb klassischer Industrieumgebungen. Dazu zählen Empfangs- und Informationsbereiche, Bildung und Forschung, Gastronomie sowie vielfältige Service-Tätigkeiten in Gebäuden.
Aber auch industriell eignet er sich für Pick-and-Place-Aufgaben, den innerbetrieblichen Materialtransport oder den Transport an wechselnden Stationen. Zudem dient er als ideale Plattform für KI-Training, Datenerfassung sowie für Bildungs- und Forschungszwecke an Hochschulen und Instituten.
Die Hardware des Iggy Rob Home basiert auf der gleichen industrietauglichen Plattform wie beim Industrial-Modell, wurde jedoch gezielt um Funktionen ergänzt, die stärker auf Interaktion und Service ausgerichtet sind. Dazu gehören ruhigere Bewegungsprofile, ein Display zur Darstellung einfacher Gesichtsausdrücke sowie vorkonfigurierte Servicefunktionen.
Eine integrierte Linearachse vergrössert zusätzlich den Arbeitsbereich der Arme. Für den Transport von Gegenständen steht zudem ein Rückenkorb mit einer Traglast von bis zu 50 kg zur Verfügung. Eine integrierte 3D-Kamera sorgt für eine zuverlässige Objekterkennung sowie präzises Greif- und Navigationstracking.
Dank Wireless Charging kann der Roboter unterbrechungsfrei betrieben werden, und über die ROS 2-Schnittstelle lässt er sich nahtlos in moderne Robotikumgebungen integrieren. Für Flexibilität am Tool Center Point lässt sich der Iggy Rob Home mit unterschiedlichen Endeffektoren ausstatten, darunter Sauggreifer, Zwei- oder Drei-Finger-Greifer sowie eine bionische Hand mit integrierter Greiferkennung.
Mobilität trifft auf Intelligenz
Dank einer intuitiven Programmieroberfläche ist der Iggy Rob Home ohne tiefes Robotikwissen einsetzbar und bedienbar. Die stabile Systemarchitektur sorgt für einen zuverlässigen Betrieb.
Mit dem Software-Addon Dynamic Mission Data Interface können Missionen zudem über das Netzwerk gestartet und Daten in Echtzeit bidirektional ausgetauscht werden. Dadurch ist eine dynamische Interaktion mit externen KI-Systemen innerhalb einer Mission möglich. Mechanik, Elektronik und Software stammen aus der Entwicklung von Igus in Köln sowie von Commonplace Robotics by Igus in Osnabrück, sodass individuelle Anpassungen und Weiterentwicklungen direkt abgestimmt werden können.
Für beide Iggy Rob-Varianten gilt das Igus-Prinzip «Test before you invest». Anwender können die Systeme im eigenen Umfeld erproben und gemeinsam mit Igus die technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewerten.
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