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Industrial AI als Antwort auf den Wissensverlust

Ein Gespräch mit Jeroen Buring von Dassault Systèmes an der 3DExperience World 2026 in Houston

Jeroen Buring von Dassault Systèmes (rechts) im Gespräch mit TR-Autor Thomas Back.
Jeroen Buring von Dassault Systèmes (rechts) im Gespräch mit TR-Autor Thomas Back.

Auf der 3DExperience World 2026 in Houston zeigte sich, wie stark Künstliche Intelligenz industrielle Entwicklungsprozesse verändert. Im Zentrum standen neue KI-gestützte Companions, die Ingenieurwissen sichern und Entwicklungszyklen beschleunigen sollen. Ein Gespräch mit Jeroen Buring von Dassault Systèmes ordnet die Entwicklungen ein.


Autor: Thomas Back

Die 3DExperience World 2026 in Houston war mehr als eine klassische Anwenderkonferenz. Sie spiegelte einen tiefgreifenden Strukturwandel in der Industrie: steigende Produktkomplexität, zunehmender Fachkräftemangel und der gleichzeitige Verlust jahrzehntelang aufgebauten Erfahrungswissens. Vor diesem Hintergrund präsentierte Dassault Systèmes nicht nur neue Software-Funktionen, sondern einen strategischen Ansatz, der Künstliche Intelligenz als integralen Bestandteil industrieller Wertschöpfung versteht.

Im Mittelpunkt standen virtuelle Companions – KI-gestützte Begleiter, die Ingenieure während des gesamten Entwicklungsprozesses unterstützen sollen. Jeroen Buring, Senior Director Zentraleuropa bei Dassault Systèmes, sieht darin eine notwendige Antwort auf strukturelle Veränderungen in der Industrie. Wissen gehe in den kommenden Jahren in grossem Umfang verloren, während die Aufgaben bestehen bleiben oder sogar komplexer würden.

Der demografische Wandel trifft technische Berufe besonders stark. Erfahrene Fachkräfte scheiden aus dem Berufsleben aus, während weniger Nachwuchs mit vergleichbarer Praxiserfahrung nachrückt. «Das Know-how verschwindet nicht abstrakt, sondern konkret: in den Köpfen, in den Notizbüchern und zuletzt den Erfahrungswerten», erklärt Jeroen Buring. Gleichzeitig bleibe der Bedarf an hochwertigen Produkten, sicherer Infrastruktur und effizienter Entwicklung unverändert hoch.

Klassische Entwicklungsprozesse, die stark sequentiell aufgebaut sind, geraten damit an ihre Grenzen. Übergaben zwischen Abteilungen, manuelle Prüfungen und wiederholte Iterationsschleifen kosten Zeit und Ressourcen. Genau hier setzt der Ansatz von Dassault Systèmes an: Wissen soll nicht nur dokumentiert, sondern aktiv nutzbar gemacht werden. Tief eingebettet in digitale Modelle und Prozesse.

Wenn Industrie zu denken beginnt

Auf der 3DExperience World 2026 in Houston diskutierten Nvidia-CEO Jensen Huang und Dassault-CEO Pascal Daloz über den industriellen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Dabei ging es unter anderem um Domänenwissen, Verantwortung und die Frage, unter welchen Bedingungen KI überhaupt erst reale Wertschöpfung ermöglicht.

Drei Companions für unterschiedliche Rollen

Mit Aura, Leo und Marie stellte Dassault Systèmes drei virtuelle Companions vor, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Aura fungiert als kontextueller Begleiter. Sie stellt regulatorische, organisatorische und projektspezifische Informationen bereit und ordnet sie situativ ein. Änderungen von Normen oder länderspezifische Vorschriften sollen so direkt im Arbeitsprozess berücksichtigt werden können.

Leo adressiert die klassische Ingenieurarbeit. Der Companion unterstützt beim Entwurf, bei Simulationen und bei der Variantenbildung. Entwicklungsentscheidungen lassen sich schneller überprüfen, alternative Lösungswege systematisch vergleichen. Marie schliesslich bringt wissenschaftliche Tiefe in den Prozess. Materialeigenschaften, physikalische Zusammenhänge oder medizinisch-ergonomische Aspekte werden in die Modellbildung integriert.

Zusammengenommen sollen die drei Companions nicht den Menschen ersetzen, sondern dessen Handlungsspielraum erweitern. «Es geht darum, bessere Fragen zu stellen und schneller zu belastbaren Antworten zu kommen», sagt Jeroen Buring.

Virtuelle Zwillinge statt Trial-and-Error

Ein zentrales Thema der Konferenz war die zunehmende Verlagerung von Tests und Validierungen in den digitalen Raum. Virtuelle Zwillinge ermöglichen es, Produkte unter realitätsnahen Bedingungen zu simulieren, lange bevor physische Prototypen entstehen. Crash-Tests, Materialbelastungen oder thermische Simulationen lassen sich in grosser Zahl durchspielen, ohne Material zu verbrauchen oder Risiken einzugehen.

Jeroen Buring betont, dass diese Vorgehensweise nicht nur Kosten senkt, sondern Innovation beschleunigt. Neue Materialien oder Konstruktionsprinzipien können frühzeitig bewertet werden. Entwicklungszyklen verkürzen sich, weil weniger Schleifen nötig sind. Gleichzeitig steigt die Sicherheit, da potenzielle Schwachstellen früher erkannt werden.

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Europäische Perspektive und Cloud-Souveränität

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Datensicherheit und Cloud-Infrastruktur. Gerade in Europa spielen regulatorische Anforderungen und Souveränitätsfragen eine zentrale Rolle. Dassault Systèmes setzt hier auf europäische Cloud-Infrastrukturen, um industrielle KI-Anwendungen sicher betreiben zu können.

«Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung», sagt Jeroen Buring. Unternehmen müssten sicherstellen, dass sensible Entwicklungsdaten geschützt bleiben. Nur dann könne KI ihr volles Potenzial entfalten. Die Kombination aus langjähriger Industrieerfahrung, Plattformstrategie und kontrollierter Datenhaltung sei hierbei entscheidend.

Der Mensch bleibt im Zentrum

Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt der Mensch der zentrale Akteur. Kreativität, ethische Abwägungen und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu beurteilen, lassen sich nicht automatisieren. KI-Systeme liefern Vorschläge, Varianten und Analysen; die Entscheidungen treffen jedoch weiterhin Menschen.

Jeroen Buring sieht darin keinen Widerspruch, sondern eine neue Arbeitsteilung. Maschinen übernehmen repetitive und rechenintensive Aufgaben, während Menschen sich auf Gestaltung, Bewertung und Verantwortung konzentrieren. Gerade für Hochlohnländer eröffnet dies Chancen, mit weniger Ressourcen wettbewerbsfähig zu bleiben.

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3DExperience World 2026

Die Anwenderkonferenz von Dassault Systèmes fand Anfang Februar 2026 in Houston statt. Im Fokus standen industrielle KI-Anwendungen, virtuelle Zwillinge und neue Plattformfunktionen für Entwicklung, Simulation und Fertigung. Dabei zeigte sich, wie sich industrielle Entwicklung verändert. Künstliche Intelligenz wird fortan nicht mehr als isoliertes Werkzeug verstanden, sondern als integraler Bestandteil einer vernetzten Plattform. Virtuelle Companions, digitale Zwillinge und gesicherte Cloud-Infrastrukturen bilden zukünftig gemeinsam die Grundlage für eine neue Art des Engineerings.

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Auf der 3DExperience World in Houston (USA) wird viel über Künstliche Intelligenz gesprochen. Selten jedoch so grundsätzlich wie in dem Vortrag des Futuristen und «Inventor Capitalist» Pablos Holman.

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Impressum

Autor: Thomas Back

Bildquelle: Thomas Back und Dassault Systèmes

Redaktionelle Bearbeitung: Technische Rundschau

Informationen

Dassault Systèmes

www.3ds.com

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Veröffentlicht am: 10.02.2026

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