Kellenberger OD Grinding KELLENBERGER K8

Kellenberger will Betriebe erreichen, die bisher keine Schweizer Schleifmaschine kaufen konnten. Die K8 ist das Werkzeug dafür: reduziert in den Optionen, aber nicht in der Genauigkeit.


Redaktionelle Bearbeitung: Eugen Albisser


Wer das Portfolio von Kellenberger kennt, kennt die Logik: Die K100 ist flexibler konfigurierbar als die K10, die K1000 fährt mit hydrostatischen Führungen in allen Hauptachsen, und die VM1000 ist auf komplexe Innen- und Aussenrundbearbeitung spezialisiert. Wer bei Kellenberger bestellt, bestellt sozusagen Genauigkeit in Stufen.

Jetzt dreht der Schweizer Hersteller die Richtung um. Die neue Rundschleifmaschine K8, die Kellenberger auf der Grindinghub vorstellt, ist die reduzierte Variante im Sortiment. Keine Laderschnittstelle, keine erweiterten Ausstattungsoptionen. Dafür ein Maschinenbett aus einem Guss, V-Flachführungen mit Spezialbeschichtung in der Z-Achse und Fagor-Wegmesssysteme, die auf 0,05 µm auflösen. Die K8 spart bei der Konfiguration, nicht bei der Substanz.

Warum weniger Optionen mehr Klarheit schaffen

Der Gedanke dahinter verdient einen zweiten Blick. In der Schleifbranche gehört es zum guten Ton, Maschinen mit Dutzenden von Optionen anzubieten. Kellenberger tut das bei der K100 (zehn Schleifkopfvarianten), bei der K1000 (über 30) und bei der VM1000 sowieso. Die K8 bricht mit dieser Tradition, weil sie eine andere Zielgruppe anspricht: Einsteiger und kleinere Betriebe, für die der Einstieg in eine Schweizer Präzisionsmaschine bislang zu teuer war.

Die Eckdaten sprechen für Werkstücke in der Klein- und Mittelserie: 200 mm Spitzenhöhe, 1’000 mm Spitzenweite, maximal 380 mm Schleifdurchmesser. Der Schleifkopf nimmt eine Aussenschleifscheibe und eine Innenschleifspindel auf. Die Fanuc 0i-TF steuert den Prozess, eine Standardschleifsoftware deckt Aussen-, Innen- und Schulterschleifen ab.

Kellenberger vertreibt die K8 über eine eigene Handelsstruktur, in die auch das Servicenetz mit Kellenberger-Standard eingebunden ist. Auch das ist bemerkenswert: Der Hersteller öffnet damit einen Kanal, der preissensible Kunden erreicht, ohne das Serviceniveau aufzuweichen.

Kellenberger OD Grinding KELLENBERGER K8

Warum weniger Optionen mehr Klarheit schaffen

Der Gedanke dahinter verdient einen zweiten Blick. In der Schleifbranche gehört es zum guten Ton, Maschinen mit Dutzenden von Optionen anzubieten. Kellenberger tut das bei der K100 (zehn Schleifkopfvarianten), bei der K1000 (über 30) und bei der VM1000 sowieso. Die K8 bricht mit dieser Tradition, weil sie eine andere Zielgruppe anspricht: Einsteiger und kleinere Betriebe, für die der Einstieg in eine Schweizer Präzisionsmaschine bislang zu teuer war.

Die Eckdaten sprechen für Werkstücke in der Klein- und Mittelserie: 200 mm Spitzenhöhe, 1’000 mm Spitzenweite, maximal 380 mm Schleifdurchmesser. Der Schleifkopf nimmt eine Aussenschleifscheibe und eine Innenschleifspindel auf. Die Fanuc 0i-TF steuert den Prozess, eine Standardschleifsoftware deckt Aussen-, Innen- und Schulterschleifen ab.

Kellenberger vertreibt die K8 über eine eigene Handelsstruktur, in die auch das Servicenetz mit Kellenberger-Standard eingebunden ist. Auch das ist bemerkenswert: Der Hersteller öffnet damit einen Kanal, der preissensible Kunden erreicht, ohne das Serviceniveau aufzuweichen.

Die K10 rückt derweil nach oben

Gleichzeitig rüstet Kellenberger die K10 auf, die bisher als Einstieg in die Kellenberger-Welt galt. Die Universal-Rundschleifmaschine erhält eine aktive Längspositionierung für präzise Werkstückkontrolle, grosszügige Achshübe (365 mm in X, 1’150 mm in Z) und das durchgehende Tischprofil, das sich bereits in der K100 und K1000 bewährt hat. Der Universalschleifkopf fasst zwei Aussenschleifscheiben (ø 500/400 mm) als Haupt- und Nebenscheibe sowie eine direkt angetriebene Hochfrequenz-Innenschleifspindel mit Drehzahlbereichen von 6’000 bis 40’000 min⁻¹ respektive 10’000 bis 60’000 min⁻¹.

Eine Besonderheit der K10 ist die über die gesamte Tischlänge laufende Abrichtschnittstelle, die den Umrüstaufwand reduziert und die Abrichtmöglichkeiten erweitert.

Die Steuerung kommt als Fanuc 0i-TFP mit 19-Zoll-Touch-Panel und Kellenbergers eigener Blue-Solution-Software. Dort stecken mittlerweile Features wie der Körperschallsensor gTouch, die halbautomatische Auswuchteinrichtung gBalance, die Qualitätsmesskontrolle gMeasure und die Schleifzeitüberwachung gTime. Die K10 rückt damit deutlich näher an die K100 heran, während die neue K8 den Einstieg unterhalb der K10 übernimmt.

Kellenberger OD Grinding KELLENBERGER K10

Spindeln aus eigener Hand

Abseits der Maschinenneuheiten gibt Kellenberger auf der Grindinghub noch etwas Zweites bekannt, das langfristig schwerer wiegen könnte als jede neue Baureihe: Der Hersteller baut im Werk Goldach eine eigene Komponentenfertigung auf. Dazu gehören unter anderem Spindeln und Schleifköpfe. Wer weiss, wie kritisch diese Komponenten für die Gesamtgenauigkeit einer Schleifmaschine sind, versteht die Tragweite. Kellenberger übernimmt damit die Kontrolle über jene Teile, die am Ende über Mikrometer entscheiden.

Der strategische Bogen, den Kellenberger auf der Grindinghub spannt, liest sich damit so: Am unteren Ende des Portfolios entsteht mit der K8 ein Zugang für Betriebe, die eine Schweizer Präzisionsmaschine ohne Konfigurationsaufwand suchen. Die K10 wird als aufgewertete Universalmaschine zum Bindeglied zwischen der K8 und der konfigurierbaren K100. Und die Fertigungstiefe wächst, weil Kellenberger dort investiert, wo die Physik am wenigsten Kompromisse duldet.

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Textquelle: Kellenberger

Bildquelle: Kellenberger

Redaktionelle Bearbeitung: Eugen Albisser

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Kellenberger

https://kellenberger.com

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