Der Kopf geht, der Schaft bleibt
Beim Fräsen von Aluminium leiden vor allem die Stirnschneiden. Horn trennt sie deshalb vom Werkzeug und hat dafür an der AMB 2026 den Sonderpreis der Jury erhalten.
Textquellen: Medienmitteilungen Paul Horn und AMB
An der AMB in Stuttgart ist der AMB Award 2026 vergeben worden, und in der Kategorie Präzisionswerkzeuge standen drei Namen auf der Liste: Ceratizit, Zecha und die Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn aus Tübingen. Den Kategoriepreis holte Zecha. Horn ging trotzdem nicht leer aus. Die Jury vergab ihren Sonderpreis an das System DM40, einen modularen PKD-Schaftfräser mit Wechselkopf.
Verschleiss an der Stirn
Ausgelegt ist der Fräser für Aluminium, Aluminium-Druckguss sowie Werkstoffe der Gruppen N und O. In solchen Fräsanwendungen gehören die Stirnschneiden zu den Hauptverschleisszonen. Ab Schneidlängen von mehr als dem Doppelten des Durchmessers wächst zudem das Risiko, dass Schneidkanten ausbrechen. Beim klassischen Monoblockwerkzeug sitzen diese empfindlichen Stellen im selben Stück wie der Rest des Fräsers. Horn zerlegt das Werkzeug in zwei Teile: ein Basiswerkzeug aus Hartmetall, das dauerhaft wiederverwendbar bleibt, und davor einen auswechselbaren Kopf, dessen Stahlgrundkörper mit polykristallinem Diamant (PKD) bestückt ist. So braucht es in den verschleissintensiven Zonen weniger Material, und die Folgekosten sinken gegenüber dem Monoblock.
Die Geometrie setzt auf einen betonten Achswinkel. Laut Horn schneidet der Fräser dadurch weich, erreicht hohe Oberflächengüten und bleibt in universellen Anwendungen stabil und prozesssicher.
Farbe und Schraube statt Einstellarbeit
Eine zentrale Spannschraube verbindet den PKD-Kopf kraft- und formschlüssig mit dem Grundwerkzeug. Eine Farbmarkierung zeigt bei der Montage, welche Komponenten zusammengehören, und das eingebaute Poka-Yoke-Prinzip verhindert Montagefehler. Den Tausch erledigen die Anwender direkt vor Ort. Danach kommt das Werkzeug ohne zusätzliche Einstellarbeiten wieder zum Einsatz, was Maschinenstillstände, Wiederbeschaffungszeiten und Reparaturaufwand verringert. Horn zielt mit dem System deshalb vor allem auf Serienfertigungen und automatisierte Produktionslinien.
Ein verschlissener Kopf muss nicht sofort ersetzt werden. Innerhalb festgelegter Durchmesserbereiche lässt er sich bis zu zweimal nachschärfen. Die Schnittstelle zwischen Kopf und Grundwerkzeug soll dabei auch mit nachgeschärften Paarungen präzise und absatzfreie Fräsergebnisse liefern, genauso wie mit neuen. Weil das langlebige Grundwerkzeug und der austauschbare Kopf getrennt sind, werden die Wartungskosten transparent und kalkulierbar.
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